Warum die Physik die Psyche nicht erklären kann

Ein Gastbeitrag von Robert Harsieber

W. Pauli (oben) und C. G. Jung suchten in ihren Gesprächen unter anderem nach einer gemeinsamen Sprache für Physik und Psychologie (Fotos: Youtube-screenshots)

Welche Lektüren rollen Ihnen die Zehennägel hoch? Ganz vorne dabei sind für mich jene, in denen esoterische Ableitungen aus naturwissenschaftlichem Halbwissen gezogen werden. Dabei sind die Schlussfolgerungen in der Regel umso gewagter, je komplexer die missbrauchte Theorie und je oberflächlicher das Wissen über selbige ist. Beliebt sind besonders die Relativitätstheorie (Alles ist relativ – hat Einstein gesagt!) und die Quantentheorie (Sie ermöglicht die Materialisierung persönlicher Wünsche, wie man dem Weltbestseller „The Secret“ entnehmen kann, was zumindest für die finanziellen Wünsche des Autors jenes Werks kaum bestritten werden kann).

Und dennoch kann gerade bei der Quantentheorie kein Zweifel darüber bestehen, dass sie neben einer hervorragend funktionierenden naturwissenschaftlichen Theorie eben auch eine ist, die philosophische Fragen aufwirft, die bis heute nicht befriedigend geklärt sind. Hinzu kommt, dass einige der Väter der Quantentheorie mit Ideen und Personen sympathisierten, die heutzutage – ob zu Recht oder zu Unrecht, sei dahingestellt – mit dem ebenso unscharfen wie anrüchigen Adjektiv „esoterisch“ belegt werden.

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