Der scheue Schöngeist

Ralph Butler, Blogger

Gravatar-Bild von Ralph Butler

Blüten. Sie erfüllen natürlich eine biologische Funktion, so wie alles in der belebten Natur. Doch sie auf diese Funktion zu reduzieren hieße, ein Meer menschlicher Empfindungen zu ignorieren, das durch ihre Schönheit inspieriert wurde. Wie viele Küsse und Kunstwerke kamen nur dank einer schönen Blüte zustande?

Und Blütenstaub? Ein allgegenwärtiger Gruß des Schönen, jedenfalls im Frühling und Sommer. Das gilt auch für den gleichnamigen Blog von Ralph Butler, nur dass man diesen das ganze Jahre über genießen kann. Mit bewundernswerter Regelmäßigkeit bloggt Ralph Butler Besinnliches, Nachdenkliches, Philosophisches oder einfach nur Schönes in Form von Texten, Filmen, Hörspielen, Musik oder Bildern – Blütenstaub eben. Ein bisschen wie ein Adventskalender für das ganze Jahr.

Dabei bleibt er selbst immer im Hintergrund. Was der scheue Schöngeist, der sein Gesicht hinter dem marmornen Konterfei einer verträumt blickenden Madonna verbirgt, über die Welt denkt, lässt sich nur indirekt aus der Auswahl seiner Beiträge erschließen.

Doch ich wollte es natürlich genauer wissen und er hat mir freundlicherweise auf die „großen Fragen“ geantwortet.

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Was ist Evolution? (4) – von der unbelebten zur belebten Materie

Ein Gasbeitrag von Helmut Pfeifer

Chloroplast – ohne die grünen Organellen wäre die Evolution des Lebens schnell wieder zu Ende gewesen (Foto: Screenshot Youtube)

Während es im 2. Teil von Helmut Pfeifers Serie um die „physikalische Evolution“ und im 3. Teil um die „chemische Evolution“ ging, geht es nun in diesem 4. Teil um das, was man üblicherweise als erstes mit dem Begriff Evolution assoziiert, wenn man diesen Begriff hört: die „biologische Evolution“ oder „Evolution des Lebens“. Begonnen hat es mit der Ur-Zelle.

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Sollte Gehirn&Geist sich umbenennen?

Heute vor 30 Jahren starb der beliebte Wissenschaftspublizist Hoimar von Ditfurth (1921-1989). Aus diesem Anlass rebloggen wir einen Beitrag zu einem seiner schönsten Zitate aus dem Klassiker „Der Geist fiel nicht vom Himmel“.

Der Blog der großen Fragen

Warum der Geist vor dem Gehirn da war und nicht umgekehrt

Zitat_Ditfurth Das Zitat im März – Hoimar von Ditfurth

Was Marcel Reich-Ranicki für die Literatur war, das war Hoimar von Ditfurth bis in die 1980er Jahre für die Naturwissenschaften. Wenn es darum ging, anspruchsvolle wissenschaftliche Themen einem breiteren Publikum zu vermitteln, fiel früher oder später sein Name.

Das Zitat bedarf jedoch der Einordnung. Wer nichts über von Ditfurth weiß und dann noch sein Foto mit der schneeweißen Schifferkrause sieht, könnte gar auf die Idee kommen, es handle sich um einen esoterischen Guru. Nichts läge der Wahrheit indes ferner.

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Vom Augenblick und dem Umgang mit der humanoiden Nichtigkeit (2)

Eine Erwiderung auf Michael Klonovsky

Die menschliche Existenz im All: sinnlos oder doch bedeutungsvoll? Wir haben die Wahl!
(Foto: privat)

Der Mensch, dieser Bewohner eines Staubkorns im Kosmos, kann sich über seine offensichtliche Nichtigkeit nur mit Hilfe der Magie des Augenblicks und einer tragikomischen Distanz zu sich selbst hinwegtrösten – so Michael Klonovsky vor wenigen Tagen an dieser Stelle. Doch wie sicher können wir uns hinsichtlich dieser vermeintlich offensichtlichen Nichtigkeit sein? Hier der Versuch eines zweiten Blicks auf Bedeutung oder Nichtigkeit menschlicher Existenz im All.

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Vom Augenblick und dem Umgang mit der humanoiden Nichtigkeit (1)

Ein Gastbeitrag von Michael Klonovsky

Magische Momente – einziger Trost gegen die Nichtigkeit des Daseins?
(Foto: pixabay.com)

Ist es nicht erstaunlich, dass eine so widerwärtige, krumme Kreatur wie der Mensch so schöne Dinge schaffen kann wie das Negligé, die Kathedrale, das Ölgemälde, das Cembalo, die Récamiere, den Jaguar E-Type, den Eisenbahn-Salonwagen, das Dry-Aged-Tomahawk-Steak, das Schachspiel, den Cabernet-Sauvignon, den Tiger II und die Mondrakete? – fragt Michael Klonovsky. Was treibt uns angesichts der Nichtigkeit des Daseins eigentlich zu solchen Werken an? Eine Reflexion über Tragik und Komik der menschlichen Existenz und die Schönheit des Augenblicks.

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Was ist Evolution? (3) – Die Sonne und das Spiel der Moleküle

Ein Gastbeitrag von Helmut Pfeifer

Am Anfang war die Erde wüst und leer – Basalt, jede Menge Vulkanausbrüche und nirgendwo Wasser, so sah es vor 4,5 Milliarden Jahren auf der Erde aus (Bild: youtube-screenshot)

Im letzten Teil seiner Serie erklärte Helmut Pfeifer, wie die Evolution direkt nach dem Urknall einsetzte und so die uns heute bekannten Elemente hervorbrachte. Doch diese physikalische Evolution fand ihre Fortsetzung in der chemischen Evolution bei uns auf der Erde. Lesen Sie, warum sich gerade jene Moleküle bildeten, die heute die Bausteine des Lebens sind.

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Fettes Brot, die Weltwirtschaft und ein Nazi

Wie uns Di- und Trilemmata die großen Fragen erschließen

Das magische Dreieck erklärt das Projektmanagement-Trilemma: Man kann eine gutes Projekt schnell und teuer oder langsam und billig realisieren. Schnelle und billige Projekte sind dagegen von geringer Qualität. (Bild: youtube-screenshot)

Dilemmata begleiten uns im Grunde auf Schritt und Tritt. Die kompakteste Formulierung für ein Dilemma ist vielleicht die englische Redensart „you can’t eat your cake and have it“ – man kann seinen Kuchen nicht gleichzeitig essen und für morgen aufbewahren, obwohl man vielleicht beides gerne täte. Man kann auch nicht Schokolade essen und gleichzeitig abnehmen. Oder seinem Partner treu sein und gleichzeitig mit einem anderen anbändeln – grandios eingefangen in dem 90er-Jahre-Deutschrapp-Klassiker Jein“ von Fettes Brot.

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