Das Zitat im Februar

Zur Debatte gestellt

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„Die Wissenschaft fängt eigentlich da an, interessant zu werden, wo sie aufhört.“

Justus von Liebig (1803 – 1873)

 

 

Das Zitat – Leitmotiv dieses Blogs – wird noch bemerkenswerter, wenn man darüber nachdenkt, von wem es kommt.

Justus Freiherr von Liebig, einer der führenden Chemiker seiner Zeit, stand mit beiden Beinen im Leben und widmete sich vielen praktischen Fragen. So erfand er chemische Apparaturen (wenn auch nicht den nach ihm benannten Liebigkühler, den hat er nur populär gemacht), entwickelte den heute noch weltweit meistverwendeten Dünger und machte sich Gedanken darüber, wie man die Ernährung armer Familien verbessern konnte. Dafür erfand er die erste Babynahrung. Nebenbei gründete er noch eigene Firmen. Bis heute findet Liebigs Fleischextrakt in der gehobenen Küche Verwendung.

Würde man nicht erwarten, dass eine Person wie Liebig ganz im – nun auch im übertragenen Sinne – fleischlich-materiellen aufgeht. Offenbar tat er es aber nicht, denn die wirklich interessanten Fragen scheinen für ihn jenseits aller technischen Detailfragen zu liegen. Dort wo die Wissenschaft aufhört und das Geheimnisvolle beginnt.

Freilich kann man nun darüber streiten, was Liebig mit diesem „da“, diesem Rand der Wissenschaft eigentlich gemeint hat. Meinte er einfach den Stand der aktuellen Forschung? Dann würde sein Zitat sich lediglich auf ein Interesse an ungelösten wissenschaftlichen Fragen beziehen.

Oder spielt er auf eine grundsätzliche Grenze der Wissenschaft an, die diese gar nicht überschreiten kann? Weil sich jenseits derselben Fragen auftun, die sich dem wissenschaftlichen Instrumentarium entziehen?

Ein anderes Zitat von Liebig lässt Raum für beide Interpretationen.

Die Naturforschung lehrt uns die Geschichte der Allmacht, der unergründlichen Weisheit eines unendlich höheren Wesens in seinen Werken und Taten erkennen; unbekannt mit dieser Geschichte kann die Vervollkommnung des menschlichen Geistes nicht gedacht werden, ohne sie gelangt seine unsterbliche Seele nicht zum Bewußtsein ihrer Würde und des Ranges, den sie im Weltall einnimmt.

 

 

 

 

 

 

 

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