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Man denke nur an Lord Kelvin, den Erfinder der nach ihm benannten Temperaturskala und Präsident der britischen Royal Society der Wissenschaften, der sich im Jahre 1900 in einer Rede zu folgendem Satz hinreißen ließ:

„Jetzt gibt es nichts neues mehr in der Physik zu entdecken. Wir müssen jetzt nur noch zunehmend genauere Messungen durchführen.“

Keine zwanzig Jahre später stand in der Physik jedoch kein Stein mehr auf dem anderen, denn Relativitätstheorie und Quantenphysik hatten von den vermeintlichen Gewissheiten wenig übriggelassen.
Kelvin gab in seiner Rede nur die damals gängige Lehrmeinung wieder, die beinahe zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung geworden wäre! Im Jahre 1874 erkundigte sich nämlich ein junger Mann, der gerade das Abitur als viertbester seines Jahrgangs bestanden hatte, bei dem münchner Physikprofessor Philipp von Jolly nach seinen Aussichten für ein Physikstudium. Dieser, ganz Kind seiner Zeit, legte dem angehenden Studenten jedoch nahe, sich bei seiner Begabung eher auf ein anderes Fach zu verlegen, da in dieser Wissenschaft doch schon fast alles erforscht sei und es nur noch gelte, einige unbedeutende Lücken zu schließen.

Der Abiturient entschied sich dennoch für die Physik. Er wurde mit 22 habilitiert und veröffentlichte 1900, im Jahr von Kelvins Rede, eine Arbeit, in der zum ersten Mal der Begriff Quanten auftauchte.

Sein Name war Max Planck.