Sind Strukturen der Schlüssel zum Bewusstsein? – Prof. Holger Lyre im Gespräch (Video)

„Wie können wir über Dinge in der Außenwelt denken? Wie kann der Inhalt unserer Gedanken von der Welt handeln? Wie können wir überhaupt inhaltsvoll denken? Und was sind Inhalte, was sind Bedeutungen?“

Über solche und andere Fragen sprach ich zusammen mit Dirk Boucsein von philosophies mit dem Wissenschaftstheoretiker und Professor für Theoretische Philosophie Holger Lyre von der Universität Magdeburg. Prof. Lyre verfolgt den Ansatz des Strukturenrealismus, einer Denkrichtung, in der nicht die Eigenschaften der Objekte im Vordergrund stehen, sondern die Relationen zwischen ihnen und die sich daraus ergebenden Strukturen. Ein Konzept, das zunächst ungewöhnlich erscheinen mag, aber z. B. durch die Betrachtung quantenmechanischer Objekte nahegelegt wird. Die Eigenschaften eines Elektrons erschließen sich nur in der Wechselwirkung mit anderen Teilchen. Wie das Elektron „an sich“ ist, wissen wir nicht. Das weiß gerade auch Holger Lyre, der auch Physik studierte und lange mit Carl Friedrich von Weizsäcker zusammengearbeitet hat.

Inwieweit dieser Ansatz bei Fragen über die Natur des Bewusstseins weiterhilft, sehen Sie in unserm Interview. Hier der Trailer:

Sehen Sie das komplette Interview auf dem YouTube-Kanal Zoomposium.

Holger Lyre (* 1965) ist ein deutscher Wissenschaftstheoretiker und Professor für Theoretische Philosophie. Er ist Mitglied am Center for Behavioral Brain Sciences (CBBS) und war Gründungspräsident der Gesellschaft für Wissenschaftsphilosophie (GWP). An der Universität Magdeburg betreut er den in dieser Form einmaligen Studiengang „Philosophie-Neurowissenschaften-Kognition“ (PNK). Erwähnenswert ist auch seine Vorlesung zur Philosophie des Geistes, die man sich komplett auf YouTube anschauen kann (hier).

Bewusstsein, Liebe und die blinden Flecken der Naturwissenschaft

Ein Neurowissenschaftler verliebt sich – Inspiration für die Forschung?

Was ist Bewusstsein? das fragt sich nicht nur der Neurowissenschaftler Balduin Schönwald. Die gängige Antwort – Bewusstsein ist das Produkt komplexer Hirnvorgänge – hat er bisher wie selbstverständlich hingenommen. Als seine Arbeitsgruppe jedoch während eines Experiments eine rätselhafte Entdeckung am Gehirn macht, gerät diese Überzeugung mehr und mehr ins Wanken und die alten, ungelösten Fragen melden sich zurück wie ein unverarbeiteter Alptraum: Wie entsteht unser inneres Erleben, unsere Qualia? Und: Wenn unser Denken und Handeln tatsächlich das Ergebnis von Hirnvorgängen sind, was ist dann mit unserem freien Willen?

Schnell schlägt das Experiment Wellen. Ein argusäugiger Ministerialreferent aus dem Forschungsministerium taucht an Balduins Institut auf und auch die Presse riecht den Braten und erscheint in Gestalt einer Wissenschaftsjournalistin. Beim Institutsball kommt es dann, wie es kommen muss: Balduin entdeckt, dass es noch andere offene Fragen gibt, denn die Journalistin erweist sich als so unergründlich wie das Bewusstsein selbst. Nun muss er nicht nur den schwelenden Konflikt mit dem Referenten austragen, sondern gerät auch in einen Strudel aus emotionalen, philosophischen und wissenschaftlichen Rätseln.

So weit mein Roman „Die Hirnkurve der Liebe“. Ja, es gibt nun neben dem „Wissenschaftsthriller“ auch die „Wissenschaftsromanze“. Bringt das das Thema irgendwie voran, oder ist es nur die Verkitschung desselben? Vielleicht beides. Wann die Grenze zum Kitsch überschritten ist, das hängt bekanntlich von Geschmack und Gefühlszustand jedes Einzelnen ab – da möge jeder sein Urteil bilden. Und das Thema? Verdrängte oder übersehene Fragen (wieder) sichtbar zu machen, ist oft erhellender, als auf die Schnelle vermeintliche Antworten zu finden (wie ich schon an anderer Stelle schrieb). Klingt im Zeitalter von Google & Co. vielleicht komisch, ist aber so. Und – so weit lehne ich mich mal aus dem Fenster – in genau diesem Punkt kann mein Roman mit den Titeln des „Konkurrenz-Genres“ Wissenschaftsthriller locker mithalten.

Gefühl versus Vernunft?

Aber der Reihe nach. Die Geistesgeschichte des Menschen ist bekanntlich von einem ständigen Wettstreit durchzogen, nämlich dem zwischen Romantik und Aufklärung, Gefühl und Vernunft, Mythos und Logos oder auch zwischen den dionysischen und den apollonischen Kräften. Manche meinen auch, es handle sich dabei lediglich um die Auseinandersetzung zwischen Verwirrung und Erkenntnis. Wie dem auch sei: Wann immer einer der beiden Pole überbetont war, schlug das Pendel auf die andere Seite. Ein Beispiel von vielen wäre das Aufblühen des Spiritismus zu Beginn des 20. Jahrhunderts ausgerechnet in England (Stichwort: Golden Dawn), dem Stammland des Empirismus, inmitten eines Booms der Naturwissenschaften (man denke an: Darwin, Genetik, Radioaktivität, Relativitätstheorie und Quantenmechanik).

Dass es diese Pendelbewegung gibt, ist eigentlich unumstritten. Mein Bloggerkollege Dirk Boucsein hat gerade einen lesenswerten Artikel dazu geschrieben. Eine ganz andere Frage ist indes, wie man sie bewertet. Handelt es sich um ein fruchtbares Schwingen zwischen zwei notwendigen Polen? Oder gleicht die Aufklärung dem Sisyphos, und scheitert wie dieser immer und immer wieder an der menschlichen Unvernunft? Bringt uns dieses Hin und Her voran? Oder wäre es nicht viel besser, wenn der Logos endlich den finalen Sieg einführe? Ist die Menschheit en gros einfach zu dämlich für die Antworten der Naturwissenschaft und tanzt deshalb immer wieder um das goldene Kalb des Mythos? Oder liegt es (auch) an der Wissenschaft selbst, die die entscheidenden Antworten schuldig bleibt? Dirk Boucseins schreibt:

Kants Versuch der Aufklärung scheitert in Teilen der Kulturhistorie, da er hierbei leider vergessen hat die Menschen dort abzuholen, wo sie stehen. Und jetzt ist der „Bus mit der Aufschrift“ „Vernunft“ leider an den meisten Menschen vorbei gefahren und steht an der Endhaltestelle „Wissenschaft“. Die Wissenschaft und insbesondere die moderne Naturwissenschaft hat diese „dionysische Lücke“, die der „gefallene Mythos“ hinterlassen hat, genial mit dem Logos geschlossen.“

Endstation Wissenschaft? Ist das das Pendant zum „Ende der Geschichte“ das der Politikwissenschaftler Francis Fukuyama 1989 ausrief und auf das wir – Fingerzeig? – bisher vergeblich warten? Dort das Ende weltpolitischer Widersprüche, hier die finale Erkenntnis, jeweils die letzte Hegelsche Synthese, sofern der Mensch nur mitmacht? Oder ist die Botschaft von der genial geschlossenen dionysischen Lücke eben doch wieder selbst nur ein Mythos, dessen Anhänger der sinnstiftenden Erzählung von der rationalen Welterklärung anhängen und die Häretiker mit Ausgrenzung aus dem Diskurs strafen, so wie Eiferer jeglicher Couleur dies eben tun? Liegt es nur an der Verstocktheit der allzu zahlreichen Verblendeten, die die offensichtlichen Stärken der „Vernunft“ nicht erkennen (wollen)? Hätte man die Menschen alle abholen können „wo sie stehen“, wenn man nur geduldig genug erklärt hätte? Hat man die finalen Argumente gegen Mythos und Romantik und müsste sie nur perfekt kommunizieren? Scheitert man nur an der Beschränktheit des „Pöbels“, der „erkenntnisphilosophischen Trump-Wähler“? Oder gibt es doch noch andere Faktoren, die dem Endsieg der Vernunft entgegenstehen? Sind es vielleicht Lücken oder blinde Flecken der Naturwissenschaft, die die letzte Erkenntnis vereiteln? Ist das Fremdeln des „Pöbels“ mit den Naturwissenschaften am Ende gar berechtigt und enthält einen wahren Kern, weil er spürt, dass die Wissenschaft nur die Fragen beantwortet, die sie selbst stellt, aber nicht die seinen? Ahnt der „Pöbel“ den bewussten oder unbewussten Betrug der Wissenschaftler, die er selbst zu Wahrheitsverkündern verklärt hat? Und könnte die Wissenschaft mit rationalen Mitteln die eigenen blinden Flecken entdecken, wenn sie nur wollte und die eigene Hybris überwände?

Die Wahrheit liegt wohl irgendwo in der Mitte. Bevor ich nun aber zwei Euro ins Phrasenschwein bezahle, will ich mich für diesen Artikel einmal klar auf die Seite des „Pöbels“ schlagen und sagen: Ja, die Wissenschaft hat mindestens einen blinden Fleck und den sollte sie sich eingestehen. Aber warum hat sie ihn? Es sind drei Gründe, die zusammenwirken: Statistik, Perspektive und Bewusstsein.

Statistik

Wenn es stimmt, dass man keiner Statistik trauen soll, die man nicht selbst gefälscht hat, dann hat Statistik in der Naturwissenschaft eigentlich nichts verloren. Die Realität sieht jedoch ganz anders aus. Das hat vor gut einhundert Jahren angefangen. Davor hatte man ein mechanistisches Weltbild, in dem die Dinge kausal miteinander verknüpft waren. Wenn zwei Billardkugeln aufeinanderprallen, ist klar in welche Richtung die beiden danach weiterrollen, da gibt es keinen Verhandlungsspielraum. So stellte man sich das gesamte Universum vor.

Diese Vorstellung änderte sich spätestens, als man die Radioaktivität entdeckte. Sie warf viele Fragen auf. Eine davon lautete: Wie lange dauert es, bis ein radioaktives Atom zerfällt? Und die Antwort lautet: Wir wissen es nicht. Es kann nämlich in der nächsten Sekunde zerfallen oder erst in einer Milliarde Jahre. Und zu allem Überfluss lässt sich dieser Vorgang auch noch durch nichts beeinflussen.

Man weiß, wie viele Atome in einer bestimmten Zeit zerfallen, aber nicht, welche!

Glücklicherweise stellte sich heraus, dass man eine andere Frage, die ganz ähnlich klingt, sehr wohl beantworten kann: Wie lange dauert es, bis ein Viertel aller Atome einer Probe zerfallen sind? Diese Dauer hängt vom betreffenden Element ab und kann experimentell bestimmt werden. Man kann das Verhalten eines einzelnen Atoms also nicht voraussagen, das Verhalten von sehr vielen Atomen aber schon. Das ist ein Phänomen, das man aus der Statistik kennt. Wählt man zum Beispiel aus einem Telefonverzeichnis eine einzelne Person zufällig aus, so hat man keine Möglichkeit vorherzusagen, ob es sich um eine Frau oder einen Mann handeln wird. Wählt man dagegen eine Million Personen zufällig aus, kann man sicher sein, dass etwa die Hälfte davon Frauen sein werden.

Der Zerfall radioaktiver Atome ist also nicht kausal determiniert, wohl aber statistisch. Und so hat die Statistik auch in die harten Naturwissenschaften Einzug gehalten. Dagegen ist auch nichts einzuwenden, denn die Vorhersagen habe sich zigtausendfach im Experiment bewährt. Nur: Dass damit alles geklärt sei, das kann man nun nicht behaupten. Die Frage, welches Viertel der Atome zerfallen wird, ist nach wie vor ungeklärt, wie die Abbildung zeigt.

Perspektive

Was bei Atomen vielleicht noch nach einem akademischen Problem klingt, wird schnell brisant, wenn wir es auf andere Situationen übertragen. Wenn ein Medikament ein Viertel aller Patienten heilt, haben wir eine analoge Situation. Aus der Perspektive des Wissenschaftlers oder des Arztes ist alles klar. Wir haben es mit einem statistischen Determinismus zu tun, wie beim Zerfall der Atome. Schließlich sagen die Studien das so voraus. Aus der Perspektive des Patienten ist diese Antwort aber unbefriedigend. Ihm wird die Information, dass ein Viertel geheilt wird, wenig nützen. Vielmehr wird er wissen wollen, warum gerade er zum geheilten Viertel gehört oder eben nicht. Der Arzt wird ihm dies in der Regel nicht beantworten können, aber ist die Frage deshalb unwissenschaftlich oder gar unberechtigt?

Statistische Antworten sind notwendig die Antworten eines äußeren Beobachters. Aus dieser Perspektive der dritten Person werden Fragen, die sich aus der Perspektive der ersten Person stellen, leicht übersehen. Doch Fragen der ersten Person sind die, die Menschen bewegen.

Bewusstsein

Mit der Frage nach der Perspektive sind wir automatisch beim Bewusstsein gelandet. Denn, was immer Bewusstsein genau sein soll (bekanntlich konnte man sich bisher auf keine Definition einigen), es ist notwendig, um eine Perspektive einzunehmen. Am naheliegendsten ist für uns natürlich die Perspektive der ersten Person, also genau jene, mit der die Naturwissenschaft die größten Probleme hat. Denn, wie sie entsteht, das ist die Kernfrage des ungelösten Qualiaproblems, über das auf diesem Blog schon viel geschrieben wurde.

Zusammengefasst lässt sich sagen: Die Naturwissenschaft betrachtet die Dinge aus der Perspektive der dritten Person und neigt dazu, Probleme statistisch zu behandeln. Außerdem kann sie das Entstehen einer Perspektive der ersten Person nicht hinreichend erklären. Der Mensch dagegen betrachte die Welt aus eben dieser Perspektive der ersten Person und das nicht statistisch, sondern individuell. Irgendwo hier ist das Problem. Irgendwo hier ist der Grund dafür verborgen, dass die Menschen mit der Naturwissenschaft fremdeln und sich immer wieder dem Gefühl, der Romantik und dem Mythos hingeben. Es mag sein, dass viele die Naturwissenschaften auch gar nicht verstehen, aber das ist offenbar nicht der alleinige für dieses Phänomen.

So schreibt auch der britische Physiker und bekannte Buchautor Paul Davies:

„(…) man kann sicher fragen, ob die Wissenschaft die ganze Wahrheit liefern kann. Viele Wissenschaftler bestreiten im Übrigen, dass die Wissenschaft jemals eine so verstiegene Behauptung aufgestellt hat [aber eben nicht alle – A. S.]. Die Wissenschaft mag hilfreich sein bei der Erklärung von Elektronen beispielsweise, aber ihr Nutzen ist begrenzt, wenn es um Dinge wie Liebe, Moral oder den Sinn des Lebens geht. Diese Erfahrungen sind Teil unserer Wirklichkeit, aber sie entziehen sich dem Zugriff der Wissenschaft (…) Vielleicht hat das Unvermögen der Wissenschaft, sich zu diesen grundlegenden Existenzfragen zu äußern, zu der verbreiteten Ernüchterung über die wissenschaftliche Weltsicht geführt (…)“[1]

Davies hat das Stichwort gegeben: Liebe. Wenn Balduin Schönwald, der Protagonist meines Romans, sich verlieben muss, dann ist das einer der vielen Gründe dafür: Verliebt ist er ganz auf seine Gefühle und die Perspektive der ersten Person zurückgeworfen. In diesem Zustand gehen ihm die Fragen auf, die er vorher gar nicht wahrgenommen hat. Sein bester Freund Waldemar, ein Experimentalphysiker, erklärt ihm einmal, dass es nun mal eine gewisse Wahrscheinlichkeit für das Verlieben gebe. Darauf fragt ihn Balduin: „Mag sein. Aber warum habe ich mich ausgerechnet in sie verliebt?“

Was wird Waldemar wohl antworten?


[1] Paul Davies, John Gribbin; Auf dem Weg zur Weltenformel, S. 25.

Die „Welt“ gibt es so wenig, wie es Einhörner gibt – ein Interview mit Gabriel Vacariu

Was haben das Geist-Gehirn-Problem und das Problem der Verschränkung von Quantenteilchen gemeinsam? Beide sind ungelöst, weil es bei beiden nicht gelingt, zwei verschiedene Dinge unter einen Hut zu bekommen. Hier mentale Zustände und neuronale Vorgänge, dort die Lokalität von Quantenereignissen und deren mikroskopische Realität.

Glaubt man Gabriel Vacariu, Professor für Philosophie an der Universität von Bukarest, haben beide Probleme eine gemeinsame Ursache: Sie gehen von der zwar naheliegenden, aber falschen Prämisse aus, alle diese Phänomene befänden sich in derselben „Welt“, nämlich jener, in der auch wir Menschen uns als Beobachter wiederfinden.

Real sind nach Vacariu aber nur Entitäten, also existierende, konkrete oder abstrakte Gegenstände, aber nicht die „Welt“, in der sie sich aufhalten bzw. aufzuhalten meinen. Die „Welt“ zerfällt nämlich in epistemologisch verschiedene Welten (EVWs bzw. EDWs), die so etwas wie die verschiedenen Perspektiven der einzelnen Entitäten darstellen.

Dieser, hier nur angedeutete, Ansatz erlaubt nach Vacariu die Lösung vieler großer Probleme, bei denen man bisher vollständig im Dunkelt tappt. Für ein genaueres Verständnis sind die Begriffe Ontologie und Epistemologie oder Erkenntnistheorie wesentlich. Ontologie ist die Lehre vom Seienden, fragt also nach dem was real ist bzw. was existiert, während die Epistemologie die Frage nach dem Zustandekommen unseres Wissens über das Seiende stellt. Damit steht automatisch die Frage im Raum steht, wie gut sich unser Wissen an das tatsächlich Seiende annähern kann.

Vacariu formuliert es in seinem Buch prägnanter:

„Ontologie befasst sich mit dem, was existiert, während Epistemologie sich mit den Teilen dessen beschäftigt, was existiert und was wir wissen können.“

Ungewöhnliche Theorien stoßen naturgemäß auf Widerstand, was Vacariu schon mal dazu veranlasst Nietzsche zu zitieren:

„Manchmal wollen Menschen nicht die Wahrheit hören, denn das würde ihre ganze Illusion zerstören.“

Wie weit trägt diese Idee? Gabriel Vacariu hat mir freundlicherweise ein Interview zu seiner Theorie und ihrer Anwendung auf das Leib-Seele-Problem gegeben.

*

BdgF: Professor Vacariu, Sie nennen das Universum die „Einhornwelt“, weil es Ihrer Meinung nach nicht realer ist als ein Fabelwesen. Was bedeutet „real“ für Sie?

Gabriel Vacariu (GV): Die „Einhornwelt“ ist nur deshalb ein Fabelwesen, weil sie die Welt (das Universum) darstellt, in der alle Entitäten miteinander in Beziehung stehen. Doch das Gegenteil ist der Fall: alle diese Entitäten werden durch die epistemologsich verschiedene Entitäten und ihre entsprechenden Gesetze repräsentiert, die zu den epistemologsich verschiedenen Welten (EVWs, englisch: EDWs) gehören.

So gehören zum Beispiel die elektromagnetischen Wellen und ihre Wechselwirkungen („Gesetze“) zur Feld-EW; die Mikroteilchen (Elektronen, etc.) mit ihren Gesetzen und Wechselwirkungen gehören zur Mikro-EW; die Makroentitäten (Tische, Steine, Planeten, etc.) mit ihren Gesetzen und Wechselwirkungen gehören zur Makro-EW.

Bis ich kam, haben alle in der Einhornwelt gearbeitet, denn niemand hat die Existenz des „Universums“ bestritten. Die Idee von der Existenz der Welt (des Universums) habe ich durch die Idee der „epistemologsich verschiedenen Welten“ (EVWs) ersetzt. Die „Feld-EW“, die „Mikro-EW“ und die „Makro-EW“ existieren jedoch nicht wirklich (sie haben keine Ontologie). Was wirklich existiert, sind allein die epistemologsich verschiedene Entitäten: die elektromagnetischen Wellen, die Mikroteilchen bzw. die Makroteilchen. Diese epistemologsich verschiedene Entitäten stellen die Epistemologsich verschiedene Welten (EVWs) dar. (Der Geist existiert sowohl als Entität, als auch als EW.)

„Bis ich kam, haben alle in der Einhornwelt gearbeitet.“ – Gabriel Vacariu

BdgF: Epistemologsich verschiedene Welten (EVWs) – das klingt verwirrend, wenn es zum ersten Mal hört. Was ist der springende Punkt bei dieser Idee?

GV: Im Terminus „Epistemologsich verschiedene Welten“ (EVWs) habe ich die Epistemologie (durch „epistemologisch“) und die Ontologie (durch „Welten“) in einem Ausdruck vereint. Warum? Weil ich die Unterscheidung zwischen Epistemologie und Ontologie für den größten Fehler halte. Und warum das? Diese Unterscheidung ist dem menschlichen Denken eigen, sie hat aber keine Entsprechung in den verschiedenen epistemologsichen Entitäten wie einem Tisch, einem Planeten oder einem Mikroteilchen. Ein Mikropartikel oder ein Planet treffen diese Unterscheidung nicht.

Mein Ansatz der „Epistemologsich verschiedene Welten“ (EVWs) bezieht sich auf epistemologisch verschiedenen Entitäten. Er beschreibt die Art und Weise, wie diese Entitäten „wahrnehmen“, d.h. wie jede Entität nur mit anderen Entitäten aus dem gleichen epistemologsichen Welt (EW) interagiert. Eine Entität aus einer EW existiert nicht für eine epistemologische Entität einer anderen EW.

BdgF: Wie kommen Sie auf die Idee, dass das, was wir jeden Tag erleben, in Wirklichkeit eine Illusion sein könnte?

GV: Nehmen Sie das Beispiel eines Körpers, der auf einer Straße geht.

Das Selbst (der Geist) ist eine epistemologische Welt (EW), der Körper und das Gehirn gehören zu einer anderen EVW, der Makro-EW. Das Selbst (der Geist) existiert nicht für das Gehirn bzw. den Körper, da eine EW nie für eine andere, von ihr verschiedene EW existiert.

Das Selbst „hat“ die Erfahrung des entsprechenden Körpers nur indirekt, durch „Korrespondenz“. Das Selbst (der Geist) befiehlt dem Körper nicht zu gehen, da der Geist ein EW ist, die für das Gehirn bzw. den Körper nicht existiert. Es ist das Gehirn, das den auf der Straße gehenden Körper kontrolliert.

Gleichzeitig steuert das Selbst bzw. der Verstand die internen Bilder, die Repräsentationen des entsprechenden „Körper, der auf einer Straße geht“ sind. Es sind verschiedene EDWs, die Verstandes-EW und die Makro-EW.

BdgF: Sie sagen, die Einhornwelt sei nicht nur eine Illusion, sondern auch der größte Feind der menschlichen Erkenntnis. Warum das?

GV: Weil vor mir jeder – ich meine wirklich JEDER – mit der Einhornwelt, also dem „Universum“ bzw. der „Welt“, gearbeitet hat. Und dies war ein FALSCHES Paradigma des Denkens. Warum? Wie bereits gesagt, wurden alle verschiedenen epistemologischen Entitäten in denselben Rahmen (genannt „das Universum“ oder „die Welt“) gestellt. Das war der größte Fehler in der Geschichte des menschlichen Denkens.

BdgF: Ist die Theorie der epistemologsich verschiedenen Welten (EVWs) Naturwissenschaft oder Philosophie? Oder gar Metaphysik?

GV: Meine Entdeckung der EVWs vereint Naturwissenschaft und Philosophie (In einem anderen Zusammenhang habe ich auch angedeutet, dass Gott gar nicht existieren kann, es wird also jede Form von Religion abgelehnt. Sie können den Artikel „God cannot even exist“ auf meiner Homepage gratis herunterladen).

Ich habe auch ein Buch über meine Metaphysik geschrieben, aber die Unterscheidung zwischen Epistemologie und Metaphysik ist im Zusammenhang mit den EVWs völlig falsch, da die Unterscheidung zwischen Epistemologie und Ontologie falsch ist.

BdgF: Die Idee von „vielen Welten“ findet sich auch bei theoretischen Physikern wie Stephen Hawking, die von „Parallelwelten“ und einem „Multiversum“ sprechen. Hat diese Idee etwas mit Ihrer Theorie der EDWs zu tun?

GV: Everett war der erste, der in den 50er Jahren „viele Welten“ eingeführt hat. Allerdings sind seine „vielen Welten“ völlig anders als meine EVWs. Außerdem sind „Parallelwelten“ und „Multiversum“ nichts anderes als verschiedene Universen, die sich im selben „raumzeitlichen Rahmen“ gestellt sind. Mit anderen Worten, es gibt ein Universum, das eng an ein anderes angrenzt. Alle diese Universen befinden sich innerhalb des Makro-EW. Jedes Universum existiert ganz real für die anderen Universen, auch wenn zwischen ihnen große Entfernungen bestehen. Für mich existiert ein EW nicht für ein EW. Deshalb sind meine EDWs etwas ganz anders als die „Parallelwelten“ oder das „Multiversum“.

BdgF: Paralleluniversen, ein Multiversum – ist das für Sie Physik oder Metaphysik?

GV: Wie für die parallelen Welten gerade gesagt: ein Universum befindet sich in der Nähe eines anderen Universums. Alle diese Universen sind Makro-Universen innerhalb des Makro-EW. Das ist „unbestätigte Physik“, aber keine „Metaphysik“.

BdgF: Sie sagten, man könne mit den EVWs auch das seit Jahrhunderten ungelöste Geist-Gehirn-Problem lösen. Die kognitive Neurowissenschaft befände sich in diesem Punkt noch in einem „prähistorischen Stadium“ (Kuhn) befindet. Was meinen Sie damit?

GV: Das Geist-Gehirn-Problem ist seit seinem Auftauchen innerhalb der Einhornwelt konstruiert worden. Es ist also ein Pseudo-Problem, das in einem falschen Rahmen entstanden ist. Warum ist es ein Pseudo-Problem?

Da aus meiner EVW-Perspektive der Geist nicht für das Gehirn (bzw. den Körper) und das Gehirn nicht für den Geist existiert, ist es sinnlos, nach der Beziehung zwischen dem Geist und dem Gehirn zu fragen. Es gibt nur eine Korrespondenz zwischen ihnen, mehr nicht. Die kognitive Neurowissenschaft ist schon deshalb eine Pseudowissenschaft, weil sie epistemologsiche Entitäten zusammenführt, die zu verschiedenen epistemologsichen Welten (EVWs) gehören. Die Forscher dieser „Wissenschaft“ versuchen, den Geist mit dem Gehirn wissenschaftlich zu verbinden! Aber diese Idee ist völlig falsch. Auch die Identitätstheorie ist falsch, da der Geist nicht mit dem Gehirn identisch ist. Der Hauptbegriff aus diesem Bereich, die „Korrelation“, ist in der Einhornwelt konstruiert und daher ebenfalls völlig falsch. Da der Geist dem gesamten Gehirn und Körper (in einer Makro-Umgebung) entspricht, sind Korrelationen zwischen einem mentalen Zustand und bestimmten „neuronalen Zuständen“ bedeutungslos! Es gibt nur große Annäherungen zwischen mentalen Zuständen und neuronalen Zuständen, mehr aber nicht.

Selbst wenn die Forscher in Zukunft immer bessere und leistungsfähigere „Gedankenlesemaschinen“ entwickeln, werden diese Maschinen nur immer bessere „Näherungskorrelationen“, aber keine „Identitäten“ zwischen den mentalen Zuständen und den neuronalen Zuständen nachweisen können.

Ein wichtiger Grundsatz aus meiner EVWs-Perspektive: „Alle mentalen Zustände sind das Selbst“. Ein mentaler Zustand ist das Selbst bzw. der Geist, also kann ein mentaler Zustand nicht vom Geist isoliert werden. Wenn wir also einen mentalen Zustand mit bestimmten neuronalen Zuständen identifizieren wollen, ist das ein großer Fehler, da alle mentalen Zustände das Selbst (der Geist) sind und der gesamte Geist dem gesamten Gehirn bzw. dem Körper (der in seine Umgebung gestellt ist) entspricht. Daher sind das „Bindungsproblem“ [Das Problem, wie aus den in verschiedenen Gehirnregionen vorliegenden Teilinformationen ein einheitlicher Eindruck entsteht. A. S.] und die „Lokalisierung“ aus der kognitiven Neurowissenschaft Pseudoprobleme (keine „wissenschaftlichen Probleme“), gerade weil diese Probleme keinen ontologischen Hintergrund haben und auch nicht haben können.

BdgF: Wenn Geist und Gehirn zu verschiedenen Epistemologischen Welten gehören, welcher Art ist dann die „Korrespondenz“ zwischen ihnen, die Sie erwähnt haben?

GV: Gute Frage! Die Vorstellung der „Korrespondenz“ hat keinerlei ontologischen Hintergrund. Der Hauptbegriff aus der Perspektive der EVWs, die Korrespondenz, bezieht sich also auf die epistemologisch unterschiedlichen Entitäten, die zu den EVWs gehören. Wie auch immer, die Korrespondenz zwischen einem mentalen Zustand und einigen neuronalen Aktivierungsmustern ist und bleibt eine sehr ungefähre Vorstellung. (Wir müssen berücksichtigen, dass ein mentaler Zustand nicht nur einem neuronalen Aktivierungsmuster und der Aktivierung bestimmter Neuromodulatoren und Neurotransmitter entspricht, sondern auch der Aktivierung bestimmter elektromagnetischer Wellen – mit unterschiedlichen Frequenzen – im Gehirn).

BdgF: Wie lautet also zusammengefasst Ihre Lösung des Geist-Gehirn-Problems?

GV: Ich habe Geist-Gehirn-Problem in dem Sinne „gelöst“, als ich gezeigt habe, dass es sich dabei um ein Pseudo-Problem handelt. Der Geist ist eine EW und das Gehirn (bzw. der Körper) ist eine Entität in einer anderen EVW, der Makro-EW. Da der Geist nicht für das Gehirn existiert und das Gehirn nicht für den Geist, ist es sinnlos, nach der Beziehung zwischen Geist und Gehirn zu fragen.

BdgF: Herr Professor Vacariu, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.

*

Prof. Gabriel Vacariu lehrt am Fachbereich Philosophie an der Universität in Bukarest Philosophie des Geistes, kognitive Neurowissenschaften, Epistemologie und Wissenschaftsphilosophie. Er ist Autor zahlreicher Bücher. Auf deutsch ist von ihm erschienen: Die Relativität von „Welt“: Wie Pseudoprobleme in den Neurowissenschaften, der Psychologie und der Quantenphysik durch EDWs zu vermeiden sind, Springer 2016.

Der Doppelgänger – Dirk Boucsein, Blogger

Logo des Blogs „philosophies“ von Dirk Boucsein

Für die jungen Leute ist es selbstverständlich andere „im Netz“ kennenzulernen, zu treffen oder zu „daten“. Da wird dann vorher erst mal per App abgecheckt, ob der oder die andere auch zur eigenen Peergroup gehört. Jedenfalls stelle ich mir das in meiner Ahnungslosigkeit ungefähr so vor. Meine Generation ist da noch anders gepolt. Bei uns musste das Leben noch ohne Netz funktionieren (manchmal tut es das auch heute noch) und Begegnungen waren nicht planbar und hatten daher immer auch etwas schicksalhaftes.

Manchmal kommt aber auch beides zusammen. Ich stieß vor kurzem bei Facebook auf die Seite eines Philosophieblogs und da fiel es mir gleich ins Auge: Bieri-Trilemma, Qualia, Geist-Gehirn-Problem… Das sind doch auch Schwepunktthemen bei mir. Dann – ganz modern per Skype – mit dem Blogger Kontakt aufgenommen und es stellte sich heraus: Es gibt noch mehr Parallelen. Alter, Beruf, früherer Berufswunschn, Interessen… Gleiche Peergroup, ganz ohne App.

Natürlich nicht wirklich ein Doppelgänger. Die Themen behandelt Dirk Boucsein auf seinem Blog „philosophies“ aus einer ähnlichen Perspektive, aber nicht derselben. Grund genug jedenfalls, ihm die „großen Fragen“ zu stellen.

Wofür lassen Sie alles stehen und liegen?

Wenn es etwas Leckeres zu essen oder zu trinken gibt. Draußen die Sonne scheint. Oder am besten, wenn alle drei Bedingungen gleichzeitig erfüllt sind. Also draußen picknicken im Sonnenschein.

Welche Themen interessieren Sie am meisten?

Die Grenzbereiche zwischen Geistes- und Naturwissenschaften, weil ich selber aus so einem Grenzbereich komme und nie verstanden habe, warum man eine solche Grenze gezogen hat. Zum Beispiel im Bereich der Philosophie des Geistes und seiner Schnittstelle zur Neuro- und Kognitionswissenschaft wird ganz klar deutlich, dass die eine Wissenschaft ohne die andere gar nicht kann und im höchsten Maße Interdisziplinarität gefragt ist.

Welcher Wissenschaftler fasziniert Sie besonders?

Eigentlich keiner, höchstens Stephen W. Hawking, aber eigentlich eher wegen seiner Lebensgeschichte. Dass es ihm trotz – oder gerade wegen – seiner ALS-Erkrankung gelungen ist, sich über sein Schicksal hinweg zu setzen und solch große Leistungen im Bereich der Theoretischen Physik erbracht hat. Hawking hat mal gesagt, dass er aufgrund seiner motorischen Erkrankung gezwungen war bildlich statt sprach-schriftlich zu denken. Das fand ich sehr interessant und inspirierend auch hinsichtlich der Funktionsweise unseres Gehirns.

Und welcher Philosoph?

Wenn überhaupt dann Michel Foucault und seine anderen Kumpels vom französischen Poststrukturalismus (Derrida, Deleuze, Lacan), weil ich hier in der Diskursanalyse während meines Studiums zum ersten Mal ein passendes Werkzeug gefunden habe, um zum Beispiel Macht- und Wissensfrage (gehört ja zusammen: Wissen ist Macht 😉 besser untersuchen zu können. Das hat mich seitdem nicht mehr losgelassen und jetzt vermute ich hinter allem eine Struktur (just kidding).

Welche drei Bücher würden Sie den Lesern des Blogs der großen Fragen empfehlen?

Puh, schwierig sich auf 3 Bücher zu reduzieren. Aber dann würde ich tatsächlich mal die drei nehmen, die ich zur Zeit auch immer mal wieder in die Hand nehme und die auch nicht Gefahr laufen langweilig zu werden:
1. Michel Fouault, Archäologie des Wissens
2. Neil Postman, Wir amüsieren uns zu Tode und
3. Stephen W. Hawking, Eine kurze Geschichte der Zeit.

Welche Musik mögen Sie?

Eigentlich fast alles, aber hauptsächlich Depeche Mode.

Auf welchem Gebiet herrscht heutzutage die größte Unwissenheit?

Die größten Entdeckungen sind meines Erachtens noch im Bereich der Hirn- und Kognitionsforschung zu erwarten, da wir von der adäquaten Beschreibung der Funktionsweise unseres Oberstübchen noch Lichtjahre entfernt sind. Wir wissen noch viel zu wenig, wie der Geist in die Flasche oder besser gesagt in die Materie kommt. Sehr spannendes Thema, das aber auch leider mit sehr viel Unwissenheit verknüpft ist. Besonders die Hybris des Materialismus/Physikalismus des naturwissenschaftlichen Lagers macht die Sache nicht einfacher, sondern führt zu populärwissenschaftlichen Fehldeutungen.

Was macht eine Frage bedeutend?

Dass sie etwas Existenzielles besitzen muss. Reine Scholastik ist langweilig und ermüdend. Sie muss der Impuls für neue Fragen sein und am besten noch eine Auswirkung auf das reale Leben haben.

Eine Fee verspricht Ihnen die Antwort auf eine beliebige Frage. Was fragen Sie?

Bist du echt? Ne, verdammt, dann ist sie wahrscheinlich schon weg. Dann vielleicht: „Was passiert mit mir, wenn ich tot bin?“

Wo sehen Sie Grenzen menschlicher Erkenntnis?

Die sind aus meiner Sicht sehr schnell erreicht. Ich würde mich sogar dazu hinreißen lassen zu behaupten, alles, was wir erkennen können, sind wir selbst. Also im Sinne Hans Blumenbergs als postulierter Anthropozentrismus finden wir bei all unseren Forschungen zu der Wirklichkeit und den letztendlich absoluten Wahrheiten nur uns selber immer wieder. Ich will nicht soweit gehen und von Solipismus sprechen, aber wenn einer mit absoluten Wahrheiten gerade in der Ontologie und Epistemologie daherkommt, werde ich immer sehr skeptisch.

Jemand erklärt Ihnen, die Frage nach Gott sei belanglos. Was antworten Sie?

Okay, kein Problem oder besser gesagt, Dein Problem. Wir sprechen uns wieder, wenn der Sensenmann an der Tür klopft. Ich halte Glauben für etwas sehr Persönliches um nicht zusagen Privates. Ich gebe offen zu, auch wenn es momentan moderner ist Atheist zu sein, dass ich zum Glauben an Gott gefunden habe. Ich habe nur weiterhin meine Probleme mit der Kirche.

 Welche Bedeutung hat der Tod für Sie?

Oh, ich glaube, das ist aus meinen vorherigen Antworten ablesbar. Ich will mich nicht wiederholen, sondern nur ergänzen, dass der Tod etwas Elementares im Leben darstellt. Er hat zunächst einmal etwas Finales und macht aus diesem Grunde, das Leben und Erleben aber umso kostbarer. Ich habe nicht das Ziel sehr alt zu werden, eher nach der Devise: kurz und heftig als lang und langweilig. Also, wenn es soweit ist, will ich sagen: „Ich habe gerne gelebt, jetzt reicht es aber auch.“
PS: „Vielleicht sehen wir uns ja mal wieder ;-)“