Jenseits der Schönheit

Das Zitat im Dezember

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Das Zitat im Dezember – Michael Klonovsky (Foto: Screenshot Youtube)

Advent – eigentlich eine Zeit der Besinnlichkeit, in der sich Christen auf die Ankunft (lateinisch adventus) des Herrn vorbereiten. Es geht um nichts Geringeres als die Inkarnation des Transzendenten in der materiellen Welt – wahrlich eine Zeit also, um sich Gedanken zu den großen Fragen zu machen. Leider sind die Begleitumstände dafür heutzutage meist alles andere als ideal und statt Kontemplation herrscht allzu oft Hektik. Und doch versucht selbst der Spiegel sich die vorhandene Restbesinnlichkeit zu Nutze zu machen und titelt zur Jahreswende schon mal: „Ist Gott ein Irrtum?“. Eine Frage, deren unreflektierte Bejahung zu anderen Zeiten des Jahres beim Hamburger Leitmedium eher als Merkmal für kritischen Journalismus zu gelten scheint – aber das kennt man inzwischen ja auch von anderen Themen.

Natürlich ist das bei uns ganz anders, denn die großen Fragen sind ja oft diejenigen, die das vermeintlich Selbstverständliche in Zweifel ziehen. So weit, so gut. Aber nun: Kirchen „beschämen“ uns? Und das auf einem Blog, der die großen Fragen primär aus naturwissenschaftlicher Sicht behandelt? Geht das nicht etwas zu weit – Adventszeit hin, Besinnlichkeit her?

Nein, tut es nicht. Schon deshalb nicht, weil Michael Klonovsky so gar nicht dem Bild des typischen „Kirchenverstehers“ entspricht. Aufgewachsen ist der gelernte Maurer nämlich in der DDR, fernab jeglicher kirchlichen Erziehung – oder, wie manche sagen würden: Indoktrination –, und er ist meines Wissens bis heute nicht getauft. Beruflich sattelte Klonovksy später auf Journalist um und ging kurz nach der Wende zum Nachrichtenmagazin Focus, wo er über zwanzig Jahre arbeitete. Daneben veröffentlichte er Romane (Land der Wunder), außergewöhnliche Weinführer (Welcher Wein zu welcher Frau?) und elegante Essays, wie man sie zum Beispiel in dem Band Lebenswerte findet, aus dem obiges Zitat stammt. Nicht zu vergessen sein Online-Tagebuch Acta diurna (Friede den Gemeinplätzen – Krieg den Moden!), in dem er Aktuelles so scharfsinnig und pc-frei kommentiert, wie man es sich von den großen Medien oft wünschen würde. Seit kurzem ist der „begnadete Stilist“ (Jürgen von der Lippe) mit der „vibrierenden Sprache(Peter Sloterdijk) publizistischer Berater von Frauke Petry, was ihn jedenfalls des Verdachts der journalistischen Verhausschweinung im medialen Mainstream endgültig enthebt.

Was treibt einen Klonovsky nun in eine Kirche? Ganz sicher die Ästhetik (wer Klonovsky ein wenig kennt, weiß, welche Kirchen er hier meint, und vor allem, welche nicht). Dass selbst Atheisten sakrale Kunst mitunter goutieren, ist bekannt. Richard Dawkins, dem es 2008 gelang, mit Religionsbashing auf fünfhundert Seiten einen Bestseller (Der Gotteswahn) zu landen, würde auf eine einsame Insel die Arie „Mache dich, mein Herze, rein“ aus der Matthäuspassion von Bach mitnehmen. Und auch die Atheisten, die sakrale Kunst meiden, wie der Teufel das Weihwasser, gelüstet es manchmal nach Ersatz. So liest man immer mal wieder von atheistischen Messen, wo die Leute „Gemeinschaft erleben“ und „Spaß haben“ wollen. Das klingt, was die Intensität des Sinnlichkeitserlebnisses angeht, nach irgendetwas zwischen Light-Frischkäse und alkoholfreiem Bier, aber natürlich muss jeder selbst wissen, wie er den Sonntag verbringt. Auch von atheistischen Tempeln hört man läuten – oder vielleicht auch nicht. Jedenfalls sollte in London ein solcher in Form eines 46m hohen schwarzen Turmes gebaut werden. Nun ja. Auch da ist, vom ästhetischen Standpunkt aus gesehen, das Ende der Fahnenstange wohl noch nicht erreicht.

Aber zurück zu Klonovskys Zitat. Geht es ihm nur um ein Verkonsumieren von Schönheit? Ich denke nicht. Diesen rein funktionalen Aspekt der Ästhetik verstehen, wie gerade gesehen, auch religiös gänzlich Unmusikalische. Es schwingt aber mehr mit: Erhabenheit und Scham gleichermaßen. Es geht um die Ahnung, dass Schönheit Ausdruck von etwas Größerem sein könnte, dass sie – möglicherweise – ein Hinweis auf etwas ist, das unseren Horizont übersteigt und das sie damit im wahrsten Sinne des Wortes be-deutend macht. Die Größe dieser Ahnung erhebt uns einerseits, doch sie beschämt uns auch, da sie uns die eigene Kleinheit vor Augen führt.

Und genau dieses Gefühl ist nun ganz und gar nichts speziell „Kirchliches“, sondern es befiel und befällt viele große Wissenschaftler, wenn sie ein „Naturgesetz“ entdecken. Gewiss, man kann auch Naturgesetze auf ihren funktionalen Aspekt reduzieren – man kann ihre Eleganz aber auch als Ausdruck von etwas Größerem sehen. Wie schon im letzten Beitrag von Thomas erwähnt, kamen selbst staubtrockene Physiker wie Max Planck angesichts des Hamiltonschen Prinzips ins Schwärmen und sprachen von einer „Zielgerichtetheit natürlicher Prozesse, die ein Hinweis auf eine Zweckbestimmung der Welt jenseits des menschlichen Sinnes- und Erkenntnisapparates“ darstelle.
Oder man nehme Hoimar von Ditfurth, der in seinem Klassiker Der Geist fiel nicht vom Himmel auf dreihundert Seiten erklärt, wie sich das Gehirn im Laufe der Evolution entwickelt hat, um dann zu folgendem Schluss zu gelangen: „Es ist doch eine wahrhaft aberwitzige Vorstellung, wenn wir immer so tun, als sei das Phänomen des Geistes erst mit uns selbst in dieser Welt erschienen.“
Und schließlich könnte man auch noch die Stringtheoretiker erwähnen, die von der Schönheit ihrer Theorie derart begeistert sind, dass sie sogar glauben auf experimentelle Nachweise für sie verzichten zu können, ganz so, wie gläubige Christen angesichts der Erhabenheit ihres Schöpfers auf Existenzbeweise zu dessen Gunsten nicht angewiesen sind.

Die große Frage, ob sich die Welt auf das unmittelbar Sichtbare beschränkt oder ob nicht doch „mehr“ dahinter steckt, sie ist dieselbe geblieben. Und die Antwort? Im Grunde unterstellt jede wissenschaftliche Theorie letzteres, indem sie unsichtbare Mechanismen postuliert, die erklären sollen, wie die Welt (oder ein Teil derselben) funktioniert. Und etwas zu verstehen bedeutet für uns heutzutage, seine Funktionsweise zu durchschauen. Was die Altvorderen uns an Erhebendem und Beschämendem in Stein hinterließen, sei es in Kathedralen, Pyramiden oder Tempeln, ist für uns daher gar keine Antwort, denn es erklärt nicht das „wie“. Mir scheinen diese Bauwerke eher der Versuch einer architektonischen Antwort auf ein „Wozu?“ zu sein. Eine Frage, die heutzutage gemeinhin bestenfalls als altmodisch gilt. Und doch kann sich kaum jemand der Faszination, die diese Hallen ausstrahlen, entziehen…

So ist, wer sich den großen Fragen stellen will, vielleicht gar nicht schlecht beraten es wie Klonovsky zu halten und sich mal wieder in eine Kirche zu setzen. Gerade jetzt im Advent.

(In der Reihe Zitat des Monats wurden bisher Äußerungen von Justus von Liebig, Nicolás Gómez Dávila, Terry Pratchett, Stephen Hawking und Werner Heisenberg kommentiert.)

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41 Kommentare zu “Jenseits der Schönheit

  1. Mein Unbehagen mit den kirchlichen Bauten besteht darin, dass sie von Menschen zu dem Zweck eingerichtet wurden, erhaben zu wirken. (in verkitschten Barockungetümen wird das Ganze dann irgendwann grotesk) Unmittelbare Erfahrungen des Erhabenen kann man noch immer am besten in der Natur selbst machen. Leider ist diese ja für viele Menschen inzwischen weit weg (in doppeltem Sinne).
    Ich freue mich immer, wenn Naturwissenschaftlern (ich bediene mich jetzt ganz dreist eines Klischees) irgendwann auffällt, dass es vielleicht doch noch mehr als „nur“ Materie gibt (der Materiebegriff selbst ist natürlich schon problematisch). Die Großen unter ihnen haben zum Glück nie aufgehört, auch Philosophen zu sein. Leider trifft das auf die Masse der akademischen Fußsoldaten unter ihnen nicht zu. Man merkt es z.B. daran, dass in der Bibliothek eines großen naturwissenschaftlichen Campus (Psychologie eingeschlossen!) einzig und allein ein einsames Regal für Philosophie zu finden ist, und darin wiederum bloß hauptsächlich analytische Philosophie des 20. und 21. Jahrhunderts.
    Danke für den schönen Artikel.

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    • Hallo Anna,
      Freue mich sehr, dass Dir der Artikel gefallen hat.
      Dass es für das Errichten von Kirchen immer auch ganz weltliche Motive gab, ist natürlich unbestritten. Alle möglich Leute wollten auch damals damit Eindruck schinden, klar. Ich hatte auch überlegt, das noch zu erwähnen, mich dann aber schließlich dagegen entschieden. Einmal weil gerade Advent ist :-), vor allem aber, weil das für alle – sakrale und weltliche – Bauwerke gleichermaßen gilt (sofern sie nicht rein funktionalen Charakter haben). Und trotztdem haben sakrale Bauten (zumindest die schönen Exemplare) m. E. eine Aura, die man woanders vergeblich sucht.
      Was die Naturwissenschaftler, zu denen ich ja auch gehöre, angeht, so kann ich Dir eigentlich nur recht geben. Mein Schlüsselerlebnis war, als während meines Chemiestudiums an der Uni Konstanz verpflichtend ein Kurs „Wissenschaftsphilosophie“ eingeführt wurde. Ich war begeistert, musste dann aber schnell feststellen, dass ich unter ca. 100 Studenten fast der einzige war. Viele haben sich sogar beim Prof wegen dieser „Zeitverschwendung“ beschwert. Ein solches Maß an Betriebsblindheit schon während des Studiums – da war ich ziemlich platt!
      Interessant wäre zu wissen, ob das bei Philosphiestudenten umgekehrt genauso ist. Dazu habe ich keine Erfahrungen.
      Für mich sind jedenfalls gerade die Themen, die im Grenzbereich zwischen Naturwissenschaft und Philosophie liegen, die spannendsten. Deshalb ja auch dieser Blog.

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      • Ja, finde ich eine sehr interessante Idee für einen Blog! Über das Philosophiestudium kann ich nur sagen, dass es zum Glück – zumindest war es bei mir so an meiner ersten Uni – immer noch relativ frei gestaltet ist und die Menschen, die sich dafür entschieden haben, meistens schon mit Begeisterung dabei sind (zumindest bis ein bestimmter Punkt, gerade bei den Dozenten, erreicht ist, bei dem man sich zur sehr in ein Spezialgebiet vebohrt hat und für Anderes nicht mehr wirklich empfänglich ist). Gerade weil man bewusst das Risiko eingeht, später Taxi zu fahren.. Aber ich stelle auch fest, dass man sich von der Naturphilosophie weitestgehend abgewandt hat. Hier haben offensichtlich die meisten selbstverstandenen „Geisteswissenschaftler“ Berührungsängste, da ihnen das Wissen und die Fähigkeiten fehlen, z.B. in – philosophisch extrem bedeutsamen – Fragen der modernen Physik mitzureden. – Was sehr schade ist. Stattdessen beruhigt man sich damit, dass „die Naturwissenschaftler“ ja sowieso keine Ahnung haben. Leider kann ich mich davon auch nicht ganz ausnehmen, versuche aber zumindest durch private Lektüre etwas an Kenntnissen aufzuholen. Am besten ist doch, wenn beide „Fronten“ bereit sind, sich für die jeweils andere zu öffnen.

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  2. Als langjähriger Fan von Hoimar von Ditfurth bin ich jetzt auf diese interessanten Seiten gestoßen als ich auf gut Glück “ Hoimar von Ditfurth Blogg eingab. Ich habe heute keine Zeit, aber Sie werden noch von mir viel übermittelt bekommen. Einerseits rein populärwissenschaftliche Beiträge, anderseits Betrachtungen, welche sich mit dem Gegensatz Religion und Naturwissenschaft beschäftigen werden. Ich freue mich schon darauf!

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  3. Ab nächster Woche werde ich die ersten Blogs verfassen und hier veröffentlichen und zusehen, dass man HvD und seine Gedanken intensiver kennenlernt. Seine Bücher kann man nicht einfach lesen, sondern man muss sie „durchstudieren“, um alles das zu erfahren, was wichtig ist. Im anderen Fall bleibt nach einer nicht allzu langer Zeit nur eine blasse Erinnerung am Inhalt des Gelesenen.
    Kennt ein Leser von „Kinder des Weltalls“ zum Beispiel die vielen verschiedenen Themen, welche in diesem Buch behandelt worden sind? Ich habe fünfzehn davon gezählt und werde sie nächstens zum Beweis zitieren.

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  4. Eine von vielen Aphorismen von Hoimar von Ditfurth, das ein Credo typisch für den Autor beinhaltet und ich voll teile:
    Geist und verstand sind offensichtlich nicht erst mit uns Menschen in diese Welt hineingekommen. Diese Einsicht ist, wie mir scheint, eine der wichtigsten Lehren, die wir aus den Ergebnissen der modernen Naturwissenschaften ziehen können.

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    • Genau zu diesem Punkt möchte ich, angeregt durch Ihren Kommentar vom 3. März, ein Zitat von HvD, das mir schon länger durch den Kopf geht, als Zitat des Monats März bringen. Ich hoffe, ich schaffe es in den nächsten Tagen.

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  5. HvD schreibt weiter: Meine Bücher und Publikationen sind Variationen der immer von neuem wiederholten Bemühung, dem Leser die Augen zu öffnen für die hinter der scheinbaren Selbstverständlichkeit des alltäglichen Anblicks unserer Welt verborgenen Rätsel und Geheinisse.

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  6. Des weiteren eine Definition des Wortes Naturwissenschaft: Sie lässt sich auch definieren als jener geistige Prozess, der es dem Menschen möglich macht, sich von einer anthropozentrischen Weltbetrachtung zu befreien.

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  7. Noch eine grundsätzliche Meinung von HvD: Welche Naivität steckt im Grunde doch dahinter, wenn wir erwarten, dass die ganze Welt in all ihrer Fülle und mit all Ihren verborgenen Ursachen, in das Volumen ausgerechnet unseres Gehirns hineinpassen müsse. Bei niemandem außer uns selbst würden wir auf diesen abenteuerlichen Gedanken kommen. Bei allen anderen Lebensformen, von denen wir wissen, leuchtet es uns ein, dass das gänzlich ausgeschlossen ist.

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  8. Genau genommen ist der ganze Kosmos Evolution, vom ersten Augenblick seiner Entstehung an. Es besteht ein unübersehbarer Zusammenhang zwischen bestimmten, die Struktur unseres Universums prägenden Konstanten und der Fähigkeit dieses Universums, Leben hervorzubringen. Nachträglich ist unübersehbar, dass das Universum aus dem Urknall mit Eigenschaften hervorging, die es als „maßgeschneidert“ für die Entstehung von Leben erscheinen lassen.( siehe anthropic principle)
    Offenbar neigt die Materie aufgrund der Besonderheiten ihrer atomaren Struktur dazu, sich bevorzugt und so zu sagen bei jeder sich ihr bietenden Gelegenheit zu den uns heute rückblickend als Lebensmolekülen geläufigen Verbindungen zusammenzufügen.

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    • In der Tat, die Feinabstimmung der Naturkonstanten auf die Entstehung von Leben lässt sich kaum bestreiten. Das riecht natürlich nach Anthropozentrismus und vielleicht ist es das auch.
      Wie Sie sicher wissen, wird dieser in der modernen Kosmologie dadurch umschifft, dass man sagt: Naja, es existieren natürlich alle Universen mit allen erdenklichen Kombinationen von Naturkonstanten, aber wir befinden uns eben in dem, das auf uns zugeschnitten ist, weil wir ja sonst nicht da wären (eine Lesart des von Ihnen erwähnten anthropischen Prinzips).
      Damit vermeidet man den Anthropozentrismus, aber man verlässt m. E. ganz klar den Boden der Naturwissenschaft und driftet in eine moderne Form der Mythologie ab.
      Oder wie stehen Sie dazu?

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  9. Die wertvollste Evolution ist die geistige, welche als Reife darin besteht, die Einheit des einen Geistes, des Bewusstseins, zu erleben.
    Die Sicht der Atome und Moleküle ist hierzu nur die Vorstufe geistiger Evolution.
    Wenn der Tropfen den Ozean sehen will, doch er dabei das Wasser übersieht, so nennt man das Unkenntnis.

    Das Wasser besteht nicht aus Tropfen, sondern aus Einheit.

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    • Nun, da haben Sie wohl recht. Es fragt sich, ob die These mit den verschiedenen Universen überhaupt etwas taugt. Ich persönlich halte eher nicht viel davon. Man sollte sich mit dem Universum befassen, mit dem wir konfrontiert sind. Diesbezüglich gibt es genug Fragen, die noch immer nicht beantwortet werden konnten. Finden Sie nicht auch?

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      • Fragen über Fragen unter den Fragen, Fragen ringsrum- soweit das Denken sehen kann…
        Eine einzige Frage ist grundlegend: WER ODER WAS BIN ICH?

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  10. Jenseits der Schönheit gibt`s weder sie, noch Hässlichkeit.
    Jenseits der Schönheit gibt`s nur Gewissheit.
    Gewissheit der Einheit.

    Wenn der Geist träumt, dann sieht er als Sein nur Atome, Moleküle, Aktionen, Reaktionen, Personen, Gutes, Schlechtes, Schönheit und Gehässigkeit, lobenswerte und alberne Taten, Politik, Sport, Rassen, Spezies, Wetter, Arbeit, Länder, Planeten, Galaxien, Galaxienhaufen, Zeit, Raum, Wissenschaften, Trennung aller Art und a`la carte.
    Wenn der Geist aber aufwacht, verschwinden sie alle auf einmal.
    Das ist Bewusstsein.

    Bewusstes Sein.

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    • Das mag eine philosophische Ansicht sein, eine naturwissenschaftliche ist sie nicht. Wasser ist, wie man weiß, ein Oxidationsprodukt zweier gasförmiger Elemente, nämlich H und O, wobei die „Asche“ rätselhafterweise eine Flüssigkeit, namens Wasser ist.

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      • Der Wissenschaftler sucht die Seele im Labor unter den Mikroskop , damit ihn in ein Berzelius Glas reinstecken und einen Lateinischen Namen verpassen kann.

        Wasser ist kein Oxidationsprodukt, aber ein Naturgrundelement. Woraus bestehen aber, Herr Wissenschafter, die Atome und ihre Bestandteile, wie z.B, die Protonen, Neutronen, Elektronen und auch die Neutrinos. Was ist Energie? Was ist der Ursprung aller Bestandteile? Was ist der Unterschied zwischen Denken und Fühlen? Was ist Denken? Was Fühlen? Was isnd Unterschiede? Was wiegt ein Neutrino? Was ist seine Ursache? Was die Ursache der Ursache? Was ist Geburt? was der Tod? UND WAS BIST DU?

        Wenn eine arme , jeoch primäre Flüssigkeit für das ganze irdische Leben noch rätselhaft ist, wo bleibt der Wert der irdischen Wissenschaft? Ist das nicht WISSEN IM SCHAFT?

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  11. „Kinder des Weltalls“ zu lesen ist der richtige Einstieg, sich eine gewisse Weltsicht aneignen zu wollen, die es einem ermöglicht, seine Stellung im kosmischen Rahmen besser zu erkennen.

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    • Was soll ein Naturgrundelement sein? So einen Begriff gibt es nirgends in der Naturwissenschaft, das muss Ihre Erfindung sein!
      Wenn Sie nicht wissen, dass Wasser eine chemische Verbindung zwischen Wasserstoff und Sauerstoff ist, wobei der Sauerstoff den Wasserstoff oxydiert und Wasser entsteht, dann ist es müßig, mit Ihnen zu diskutieren, weil Ihnen das elementarste Wissen fehlt.
      Auch auf Ihre Fragen gehe ich erst gar nicht ein, weil diese so abstrus und widersinnig sind.

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    • Den Begriff“ Naturgrundelement“ gibt es in der Naturwissenschaft nicht, das ist Ihre Erfindung.
      Wasser ist kein Element, sondern eine chemische Verbindung zwischen Wasserstoff und Sauerstoff mit der chemischen Formel H2O. Ja, es stimmt, der Wasserstoff wird durch den Sauerstoff „oxydiert“, wobei als Endprodukt Wasser entsteht.

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      • Wenn Wasser kein Naturelement ist, gibt es auch keine Natur.
        Wenn es keine Natur gibt, so gibt`s alles, was natürlich ist, nicht.
        Und so ist bei der Natürlichkeit des Denkens, das bei dir vergittert ist.
        Du denkst so, wie es dir beigebracht wurde. Und was dir erlaubt wurde.
        Du denkst „bei Fuß“.
        Du kannst aus deiner Zelle aus nicht hinaus blicken.
        Alter schützt vor Torheit nicht.
        Dein Wissen steckt im Schaft.

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      • Wenn das Denken oxidiert, um Wasser und Leben gleichermassen nur als chemische Verbindungen zu sehen, braucht es weder Sauerstoff, nocht ein anderes Element dazu.

        Es fehlt nicht am Schablonendenken, sondern am freien Geist.

        Wenn das Denken nicht imstande ist, das Leben als unzertrennliche Energie wahrzunehmen, ist es nicht wert, zu behaupten, dass man es benutzt.

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  12. Folgende Themen machen uns bewusst, wie es möglich ist, dass das Leben auf unserem Planeten funktionieren kann :
    “ Die bildhafte (metaphorische) Darstellung der Erde als Raumschiff mit allen Lebewesen als „Bordbesatzung“, welches durch das All fliegt, ohne dass es bemerkt wird.

    Die Regenerationskreisläufe, angetrieben von der Sonnenenergie, welche notwendig ist, uns mit Nahrung, Sauerstoff und Wasser zu versorgen, weil unser Planet nicht autark ist.

    Die Beschreibung der Sonne im „Porträt eines Sterns“ : Entstehung, Größe, Entfernung, Temperaturen, astrophysikalische Vorgänge der Energiegewinnung durch Kernfusion usw.

    Beschreibung des Phänomens „der Sonnenwind“. Erforschung des interplanetaren Raums durch Raumsonden. Schutzfunktion des Sonnenwindes gegen die kosmische Höhenstrahlung, Erforschung des irdischen Magnetfeldes, Erforschung der Magnetosphäre in Bezug auf Schutz gegen den Sonnenwind.

    Planet Erde: Entstehung, Aufbau, Temperaturen Ursache des Magnetfeldes.

    Exkurs über „Zeit“. Z.B. „Sterntag“, Astronomische Betrachtungen (Erdrotation) , Atomuhren in der Astronomie, Schwerkraft des Mondes vermindert Rotationsgeschwindigkeit der Erde und erzeugt
    „Flutberge“ beidseits des Globus und damit Ebbe und Flut.

    Die biologische Uhr aller Organismen.

    Untersuchung der Vergangenheit unserer Erde durch immer bessere Methoden z. B. Altersbestimmung durch Isotope

    Umpolung in der Erdgeschichte durch paläomagnetische Befunde bewiesen. Verschiedene Evolutionsraten durch C14 in Erdatmosphäre entdeckt.

    Biologisches Prinzip „Vererbung“ ist Gedächtnis der Art.
    Spontane Veränderungen des Erbgutes bei der Zellteilung. Mutation und Selektion sind die beiden großen Bestandteile der Evolution.

    Diverse Arten von Genen und ihre Aufgaben. Anpassung bzw. Nichtanpassung von Lebewesen an Umweltbedingungen entscheiden um Überleben.

    Beschreibung unserer Galaxie und die Entstehung von Sonnen.
    Entstehung der 92 natürlichen Elemente durch den Untergang etlicher Sterngenerationen.

    Divers Stadien des „sterbenden“ Sterns bis zum Neutronenstern und „Schwarzem Loch“

    Zeitrafferdarstellung von der Entwicklung des Lebens bis zum Bewusstsein.

    Erkenntnis: Kosmos notwendig, um uns hervorzubringen!

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    • Helmut,
      was für einen Unterschied besteht zwischen Leben und Bewusstsein?
      Kann man Leben teilen?
      Kann man Bewusstsein teilen?
      Ist Leben innerhalb oder außerhalb des Bewusstseins? Oder umgekehrt?
      Welche sind die Grenzen des Lebens und /oder des Bewusstseins?
      Was ist Zeit?
      Was ist Evolution?
      Was gibt es, wenn keine Zeit und Raum da sind?

      Für was oder wen besteht sie ?

      Ist Gott unterschiedlich vom Menschen und vom Kosmos?
      Warum ja oder nein?
      Was ist ein Phänomen?
      Wie kannst du es wissen, wenn du auf Meinungen Anderer bestehst und du sie dir aneignest, als wären sie von dir und ohne sie zu prüfen?

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  13. Naturwissenschaftliches Weltbild- Religiöse Deutung.
    Eine kritische Betrachtung.
    Der Kernpunkt dieser Thematik ist die Frage nach dem Verhältnis zwischen religiöser und rationaler Deutung dieser einen Welt, die einerseits Schöpfung sein soll, anderseits wissenschaftlich teilweise erklärbar wäre.
    Während des Mittelalters wurden in unserem Kulturkreis kirchenseits die größten Anstrengungen unternommen, die Existenz Gottes ein für allemal zu beweisen. Daraufhin trat die damalige Wissenschaft unter anderem mit ihren Versuchen in Erscheinung, Gott und das Jenseits zu widerlegen. Das Ergebnis kennen wir: Es ist die Einsicht, dass beides unmöglich ist.
    Das 19. Jahrhundert war u.a. geprägt von der Gegensätzlichkeit zwischen Spiritualismus und Materialismus, bzw. seinen philosophischen Richtungen Idealismus und Realismus. Heute herrscht zwar zwischen beiden Lagern äußerlich Friede, aber das heißt nicht, dass man nach den Jahrhunderte langen Auseinandersetzungen schließlich zu einer gemeinsamen Auffassung gefunden hätte. Der scheinbare Friede ist lediglich durch einen Kompromiss zustande gekommen, der darin besteht, dass man sich verständigt hat, die „Wahrheit“ für teilbar zu erklären, indem man abgegrenzte „Zuständigkeiten“ vereinbart hat: Wenn es um Sinngebung des Lebens, den Gedanken ans Jenseits oder um Maßstäbe von Gut und Böse geht, ist der Theologe der richtige Ansprechpartner. Wann immer wir aber am Aufbau der Materie, den Rätseln der Astronomie und Kosmologie interessiert sind, oder etwa biologische Vorgänge untersuchen, gelten „Wahrheiten“, welche dem Bereich der Naturwissenschaften zugeordnet werden.
    Allerdings kann die Lehre von zwei „Welten“ zu einer geistig gespaltenen Welt führen, wo wir in der einer Hälfte das glauben sollen, was wir in der anderen aus logischen Gründen abzulehnen haben.
    Dies führt bei vielen Menschen, deren Weltbild im wesentlichen von der Naturwissenschaft geprägt ist, zu einer zunehmenden Hinwendung zum Atheismus. Dieser ist gekennzeichnet, mit dem Diesseits und der eigenen Vernunft allein zurechtzukommen. Auf der anderen Seite fällt es gläubigen, kirchentreuen Christen schwer, zur Naturwissenschaft, insbesondere zur Biologie, ein „unbefangenes“ Verhältnis zu finden. Ein ganz wesentlicher Grund dafür ist die Überzeugung, dass wissenschaftliche Erkenntnisse, die sich auf die Schöpfung und insbesondere auf ihre Kreaturen beziehen, nicht ohne den Zusammenhang mit einem „Schöpfer“ gesehen werden können. Hier zeigt sich besonders der Zwiespalt zwischen religiöser und rationaler Deutung einer Welt, die zugleich Schöpfung und Gegenstand menschlicher Wissenschaft ist, nämlich Evolution und Schöpfungsglaube.
    Fortsetzung demnächst.

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    • Quo vadis, ratio?
      Was, wenn Religion und Wissenschaft gleichermaßen Recht haben und jedoch auch beide
      sich letzendlich irren?
      Die Ratio mißt das Unmeßbare in eigenen Rationen, während der Glaube oft das schluckt, was die Erste ihr vorkaut.

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  14. Ein besonders weitverbreitetes Missverständnis betrifft den Geltungsbereich des Begriffs „Evolution“. Man muss es einmal mit großer Deutlichkeit sagen, dass Evolution das umfassendste denkbare Prinzip darstellt, weil es den ganzen Kosmos einschließt. Er selbst ist ein sich entwickelnder, ein alle anderen Entwicklungen umgreifender historischer Prozess. Alle Wirklichkeit, die uns umgibt, hat historischen, sich in Bewegung befindlichen Charakter und die biologische Evolution ist nur ein Teil des universalen Prozesses.
    Die Diskrepanz zwischen theologischer und naturwissenschaftlicher Sicht besteht nicht in allen Bereichen. So ist der Entwicklungsgedanke im Bereich kosmischer Prozesse weites gehend akzeptiert und niemand zweifelt daran, dass z.B. unser Sonnensystem mit den Planeten ein gewisses Alter besitzt. Auch die erdgeschichtliche Entwicklung und der Aufbau unseres Planeten sind mittlerweile Erkenntnisse, die geläufig sind und akzeptiert werden. Man nimmt vielleicht auch noch zur Kenntnis, dass auf der Oberfläche der Erde physikalische und chemische Faktoren zusammentrafen, die als Voraussetzung für den anschließenden Übergang zu einer biologischen Entwicklung unentbehrlich waren. (Gemeint ist die lange Periode einer „abiotischen Genese“ organischer Moleküle, aus denen sich schließlich die Lebensbausteine entwickelten, die so genannten Biopolymere)
    Dies ändert sich aber abrupt hinsichtlich des nächsten Schrittes, welcher die Entwicklung der ersten höheren Lebensformen als Fortsetzung der vorangegangenen Entwicklungsphasen beinhaltet. Die Aussage, dass es bei der Entstehung des Lebens und ihrer weiteren Entwicklung ebenfalls naturgesetzlich zugegangen sei, kollidiert mit dem theologischen Standpunkt. An dieser Stelle zerfallen Welt und Natur für religiöse Menschen in zwei Hälften: in die, welche von Naturgesetzen bestimmt wird, und eine andere, deren Entstehung und Existenz nicht mehr durch Naturgesetze allein, sondern nur durch einen zusätzlichen direkten Eingriff eines göttlichen Schöpfers erklärt und verstanden werden könne. In diesem Zusammenhang muss der so genannte „Vitalismus“ erwähnt werden, der von der Überzeugung geprägt ist, dass Lebensprozesse sich von allen anderen Naturvorgängen unterscheiden und als Ausdruck einer nicht erklärbaren „Lebenskraft“ aufzufassen seien. Die Vitalisten werden in ihrer Auffassung durch die Tatsache bestärkt, dass der Übergang von der unbelebten zur belebten Materie keineswegs lückenlos durch die Naturwissenschaft erklärt werden konnte, weil trotz intensiver Arbeit noch eine Reihe wichtiger „Mosaiksteine“ dazu fehlen würden. Unsere Gehirne haben noch lange nicht jene Entwicklungsstufe erreicht, um die Welt als Ganzes in ihrer objektiven Wirklichkeit zu begreifen. ( siehe auch Kant und seine Erkenntnislehre)
    Was sich allerdings als Resultat moderner Naturforschung und deren riesiger Zahl an gelieferten Einzelergebnissen deutlich ergibt, ist das Bild einer Welt, in der alles zusammenhängt, das Größte mit dem Kleinsten, das Nächste mit dem Fernsten und so auch das Unbelebte mit dem Lebendigen: Eine einheitliche, in sich geschlossene Welt also.

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  15. Das Bild, welches wir uns seit Jahrhunderten von der Welt insgesamt gemacht haben, ist folgendes:
    Auf der einen Seite der Mensch und auf der anderen Seite durch eine scheinbar unüberbrückbare Kluft getrennt, die übrige belebte Natur. Die irdische Umwelt wurde als beliebig und grenzenlos verfügbare Kulisse des Menschen verkannt, wohin er sich gleichsam von außen hineinversetzt fühlte und sich daher den in ihr geltenden Gesetzen enthoben wähnte. All das stellte sich im Verlaufe naturwissenschaftlicher Forschung als Vorurteil heraus und zeigt das Missverständnis in Beziehung der eigenen Position des Menschen im Rahmen des Ganzen. Die Welt besteht demnach nicht aus „Zonen“ unterschiedlicher Gesetzlichkeit, sondern ist Teil einer einzigen, in sich geschlossenen Wirklichkeit. Naturwissenschaftliche Forschung bemüht sich die Wirklichkeit so zu erkennen, „wie sie ist“. Sie leidet aber unter dem Missverhältnis zwischen der Kompliziertheit der Welt und der begrenzten Kapazität unserer Gehirne, sodass die Notwendigkeit besteht, spezielle Aspekte aus der Fülle der Erscheinungen herauszugreifen und isoliert zu betrachten. Dies führt zur Aufsplitterung unserer Wissenschaften in immer zahlreichere Spezialdisziplinen, die uns dazu verleiten, auf eine entsprechende Aufsplitterung in der Natur selbst zu schließen. Trotzdem kann man den Naturwissenschaften zu gute halten, dass sie versuchen, die uns angeborenen Strukturen der Weltdeutung zu überwinden, um jenseits des subjektiven Augenscheins ein neues Stück objektiver, „wahrer“ Natur freizulegen.
    Im Hinblick auf die Situation in der Evolutionsforschung besteht kein Zweifel an der grundsätzlichen Richtigkeit des bisher Erreichten. Aber es ist charakteristisch für die Wissenschaft, dass es eine absolute Wahrheit in keinem Fall gibt. Auch die am besten gesicherte Kenntnis behält immer den Charakter einer Theorie, die im günstigsten Fall eine bewährte Theorie ist, der man weitgehend vertrauen kann. Aber auch die ist kein Dogma und muss sich jederzeit durch neue Erkenntnisse und Entdeckungen überprüfen und gegebenenfalls korrigieren lassen. Denn nur durch Erweiterung und „Überholung“ der bisher erarbeiteten Theorien und Erkenntnissen kann die Wissenschaft weiter vorankommen und sich der Wahrheit annähern, ohne sie letztlich vollständig zu ergründen. Die Zahl der offenen Fragen, welche beantwortet werden sollen, ist nach wie vor sehr groß. Man kann mit Sicherheit nicht damit rechnen, dass die Welt eines Tages rational restlos entschlüsselt werden kann. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass von diesem naturwissenschaftlichen Weltbild kein Weg mehr zurückführt, wiewohl es unvollständig und vorläufig ist. Wie gesagt bedarf es der unaufhörlichen, kritischen Überprüfung ,die alles immer aufs neue in Frage stellt, aber insgesamt aufhebbar ist dieses bis heute entwickelte Weltbild mit Sicherheit nicht mehr.

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  16. Wie steht es nun um religiöse Aussagen im Allgemeinen? Damit gemeint sind sprachliche Formulierungen und Bilder mit denen Theologen den Inhalt der von ihnen vertretenen Religion ihren Anhängern verständlich machen wollen. Dabei droht die Gefahr, dass metaphorische oder mythologische Umschreibungen schwierigen Inhalts als zu wörtlich missverstanden werden und so zum Aberglauben verkommen. Weil dem so ist, sollten allmählich theologische Aussagen ebenfalls auf den Prüfstein kommen, um zu sehen, wie die groben Umrisse mit dem heutigen naturwissenschaftlichen Weltbild in Einklang zu bringen sind. Dass sich, insbesondere die christliche Kirche, in einer Krise befindet, ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass sich ihre Vertreter noch immer gegen dieses Ansinnen sträuben. Mit anderen Worten, sie stellen sich nicht religionskritischen Einwänden, welche sich zwingend aus dem von unserem naturwissenschaftlichen Weltbild gebildeten Rahmen ergeben.
    So ist eine kritische Überprüfung des Begriffs „Krone der Schöpfung“ zur Bestimmung der Rolle des Menschen im Kosmos durch die Kirche überfällig. Kirchlichen Kreisen ist offensichtlich nicht bewusst, dass solche und ähnliche Formulierungen Menschen heute ratlos und zweifelnd machen.
    Ein Kosmos, der endlich als wissenschaftlicher Prozess erkannt ist, eine biologische Entwicklungsgeschichte auf Erden, welche seit mehreren Jahrmillionen abläuft- wer den heutigen Menschen vor diesem Hintergrund noch als definitives Endergebnis oder als Ziel aller bisherigen kosmischen Geschehnisse definieren will, der hängt einem mittelalterlichen Weltbild nach und verstößt gegen die Realität in einem Maße, das zunehmend nur noch Verständnislosigkeit auslöst. Jedenfalls ist aus den Formulierungen der Kirche zu entnehmen, dass sich der ganze Kosmos um den Menschen drehe und dass es in der Heilsgeschichte einzig und allein um sein Wohl und Wehe gehen würde.
    Heutzutage scheint jedoch aus einer anderen Perspektive betrachtet, die Möglichkeit zu geben, in der Evolution die Schöpfung selbst zu sehen. Es wäre sinnvoll, ernstlich darüber nachzudenken, ob es bei diesem langwierigen Prozess der kosmischen, chemischen und biologischen Entwicklung/ Evolution in Wahrheit sich nicht um den wahren Akt der Schöpfung handeln könnte. Für die Wissenschaft sind Zeit und Raum fundamentale Eigenschaften dieser Welt und sind erst bei dem 13,8 Milliarden zurückliegenden Urknall entstanden, wie man jetzt präzise berechnet hat. Zeit ist also an die Existenz dieser materiellen Welt gebunden und wäre ohne sie nicht vorhanden. Sie ist deshalb keine die Welt insgesamt umgreifende, sie gleichsam „von außen“ bestimmende oder enthaltene Kategorie. Gäbe es ein solches „Äußeres, wäre es erlaubt, sich dieses als in Zeitlosigkeit existierend zu denken. Man könnte es gleichsetzen mit einem Jenseits, gleichbedeutend mit Transzendenz, in der Zeitlosigkeit herrscht und wo deshalb auch keine zeitlich aufeinander folgende Ereignisse stattfinden, die nicht zeitlich von einander getrennt sind.
    Die Entwicklungsgeschichte der unbelebten und der belebten Natur ist die Form, wie wir sie von „innen“ sehen. Von „außen“, aus transzendentaler Perspektive betrachtet, ist dieser Milliarden Jahre dauernde Vorgang in Wahrheit der Akt eines Augenblicks. Diese- sicherlich sehr umstrittene Interpretation- würde naturwissenschaftlicher Einsicht und religiöser Deutung einen völlig neuen Weg zu einer gewissen Übereinstimmung in der Schöpfungsfrage ebnen.

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  17. Heute möchte ich mich mit einem speziellen Problem befassen, nämlich mit dem der „Rechtfertigung Gottes“, der es offenbar zulässt, dass seine geschaffene Welt voll ist mit Leiden, Schmerzen, Angst, Ungerechtigkeiten, Krankheiten und dgl. mehr. Wie ist diese Unvollkommenheit der Welt mit der Allmacht Gottes in Einklang zu bringen? Dieser Widerspruch verliert an Schärfe, sobald wir die Möglichkeit bedenken, dass diese Welt, die wir erleben, eine Schöpfung „in nascendo“ sein könnte. Das heißt, die Welt ist ein noch nicht abgeschlossenes Schöpfungsprodukt. Die unleugbare Unvollkommenheit und Mangelhaftigkeit der Welt hängt vielleicht damit zusammen, dass sie einer noch nicht vollendeten Schöpfung entspringt. Von der Perspektive eines „Äußeren“, einer transzendenten Warte aus gesehen, ist die Unvollkommenheit dieser Welt ein zeitlich begrenztes Phänomen und daher im Lichte transzendentaler Wahrheit eigentlich nicht real.
    Wenn Evolution mit der sich vollziehenden Schöpfung gleichgesetzt wird, dann nehmen wir alle am Vollzug dieser Schöpfung teil und tragen gleichzeitig die Mitverantwortung am ordentlichen Verlauf des Geschehens. Man könnte daraus ethische Grundsätze für menschliches Verhalten ableiten, welche weltliche Abläufe im Rahmen einer sich vollziehenden Schöpfung entweder positiv oder negativ beeinflussen können: Stehen sie der geordneten Vollendendung zustrebenden Ablauf der Dinge im Wege oder tragen zu ihm bei. Als einfaches Beispiel wären etwa die Taten zu beurteilen, die zur Verminderung von Angst und Not in der Welt beitragen könnten. Sie umfassen eine Reihe konkreter Handlungsgebote, wie etwa die Bekämpfung der Armut samt ihrer üblen Begleiterscheinungen, die sich daraus ergeben.

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    • Vom Zustand der zeit- und raumslosen Vollkommenheit und Einheit aus, ist alles, was innerhalb der unendlichen Zeit-Raum-Blasen pur illusorisch. Alles Geschehene ist relativ, ist vergänglich und irreal, obwohl PERSÖNLICH dies alles als pur real gefühlt wird.
      Für den Schlafenden ist der Traum wahr, für den Erwachten ist der Traum Schlaferlebnis.
      Doch auch innerhalb der illusorischen Zeiträumlichkeit, die als Begleiterscheinung nicht- lineare Transformation und Dynamik kennt, gibt es in der Tat eine geordnete Vollendung, wonach jedes Wesen willkürlich und unwillkürlich strebt. Alles Wesen und Dinge der geistigen Schöpfung folgen einem unsichtbaren Kreis der Evolution, der als Takt und Geschwindigkeit, als Frequenz individuell gestaltet ist. Die Willkur, das Freiwillige der Wesen ist es aber das, was den evolutiven Takt in diesem Kreis zur Vollendung ausmacht. Dass dieser geistige Gesamtkreis einer und aller Lebewesen Fluktuationen in Form der Stagnation oder gar kurzzeitig Involution markiert, ist es eine Selbstverständlichkeit. Doch in der Wirklichkeit spielt Zeit eine voll nebensächliche Rolle.
      Die Schöpfung ist geistig, weil alles Geist ist. Und alles Geist oder Bewusstsein ist unzertrennlich und absolut lebendig- gar über die Formdes Geistes hinaus.
      Was man „ich“ nennt, ist nur ein Gedanke.

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  18. Die Entwicklung des Lebens.
    Kurze Einführung.

    Nach einem schlichten Anfang sind eine unendliche Zahl der schönsten und wunderbarsten Formen an Lebewesen entstanden und entstehen noch. Leben befindet sich in einer ungeheuren Vielfalt auf unserem Planeten.
    1,5 Millionen derzeit lebende Arten oder Spezies sind derzeit bekannt bzw. sind wissenschaftlich beschrieben. Die größte Gruppe sind die Insekten.
    Die Biologie, die Wissenschaft von Lebewesen, ist die Naturwissenschaft mit der größten Vielfalt und Objektfülle.
    Schon Aristoteles beschrieb über 5oo Tierarten.
    2000 Jahre später klassifizierte Carl von Linnè rund 4200 Tier- und 8500 Pflanzenarten, untergeteilt in Rangordnungen, wie Gattung, Ordnung, Klasse. Linnè führte eine bis heute gültige „binäre“ Nomenklatur ein.( Deutsch-Latein)
    Die Erkenntnis, dass alle Lebewesen in abgestufter Weise miteinander verwandt sind, brachte die entscheidende Wende.
    Verwandtschaft bedeutet gemeinsame Abstammung und brachte die zwingende Erkenntnis der Evolution.
    Die Evolutionstheorie beruht hauptsächlich auf zwei Aussagen: Alle Lebewesen sind miteinander verwandt und alle derzeit lebenden Arten stammen von „andersartigen“ Spezies ab, entspringen mehr oder weniger langer stammesgeschichtlicher Wandlungsprozessen.
    Die Evolutionstheorie machte die Biologie als einheitliche Wissenschaft vom Leben überhaupt erst möglich. Generell gilt: Nichts macht Sinn, außer man betrachtet es im Lichte der Evolution( Th. Dobzhansky) Evolution ist sozusagen die große Klammer, die alle Erscheinungsformen des Lebens zusammenhält. Die Evolutionstheorie ist das große Gerüst, das alle biologischen Disziplinen umfasst. Sie ist eine der bedeutsamsten Theorien der neuzeitlichen Wissenschaft. Sie erklärt, warum Lebewesen so sind, wie sie sind, wie sich ihre jeweils ganz spezifischen Organe und Verhaltensweisen entwickelt haben, inklusive die des Menschen, was einen ganz wesentlichen Aspekt darstellt. Der Mensch stellt also aus evolutionstheoretischer Sicht bloß eine von vielen Millionen Arten dar. Die kosmische und chemische Evolution bleiben zunächst im wesentlichen unberücksichtigt.

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