Wie hältst du’s mit der Mathematik?

Das Zitat im November

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Das Zitat im November – Werner Heisenberg (Foto: Screenshot Youtube)

Werner Heisenberg gibt als einer der bedeutendsten Physiker des 20. Jahrhunderts. War Niels Bohr der Guru der Quantenmechanik, so waren Heisenberg und Wolfgang Pauli die jungen Wilden dieses Fachs. Kühn oder, wie sein Doktorvater Arnold Sommerfeld oft meinte: leichtsinnig setzte sich der Professorensohn über traditionelle Sichtweisen hinweg, wenn es darum ging Erklärungen zu finden. So entwickelte er zum Beispiel eine Formel für die Darstellung von Atomspektren, indem er halbzahlige Werte für die Spinquantenzahl verwendete – eine Annahme, die physikalisch eigentlich gar keinen Sinn ergab.
Als er im Juni 1924 auf Helgoland einen Heuschnupfen auskurierte, erarbeitete er die erste mathematische Formulierung der Quantenmechanik; eine Sternstunde der theoretischen Physik. Wie sich erst danach herausstellte hatte Heisenberg dabei intuitiv die Regeln der Matrizenrechnung verwendet, eines neuen, bis dahin rein theoretischen und kaum beachteten Seitenzweiges der Mathematik. Drei Jahre später entwickelte Heisenberg seine berühmte Unschärferelation, 1932 erhielt er den Nobelpreis für Physik.

Heisenberg war mindestens so sehr Mathematiker wie Physiker. Pauli spöttelte gar, er beherrsche die Physik nicht genug, um die Absurdität seiner halben Quantenzahlen einzusehen. Das war eine typisch paulische Frotzelei und dennoch wirft sie ein interessantes Licht auf Heisenbergs Herangehensweise. Und trotzdem, das zeigt das Zitat, war Heisenberg sich des Unterschieds zwischen mathematischem Modell und Realität sehr bewusst.

Kaum größer könnte der Unterschied zu einem Max Tegmark sein. Von dem Kosmologen bekommt man zu hören, eine Theorie könne die Existenz paralleler Universen „voraussagen“ oder gar generell „das Mögliche in das Wirkliche“ verwandeln (wie an dieser Stelle schon ausführlich besprochen). Was hätte Heisenberg dazu wohl gesagt?

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