„Die einzige Idee, die je in der KI funktioniert hat“ – Konrad Körding im Gespräch

„Die Wissenschaftler fragen ganz viel über die Statistik und ganz wenig darüber, was das denn jetzt genau heißt.“ Nachdenklich Töne von jemandem, der ganz praktisch versucht Maschinen das Denken beizubringen? Im Interview mit Prof. Konrad Körding von der Universität Pennsylvania – wie immer zusammen mit Dirk Boucsein – gab es das öfter. Auch wenn die „einzige Idee, die je in der KI funktioniert hat“ so einfach sei, dass sie im Grunde jedes Kind verstehen könne, wissen wir letztlich nicht, ob „die Geschichten, die die Neurowissenschaften über den Menschen erzählen“ stimmen oder nicht.

Hier wie immer der Trailer, in dem man gleich zu Anfang erfährt, warum Wissenschaftler so viel über Statistik reden. Zum vollständigen Interview geht es hier.

Der Mann, der selbst neuronale Netze beeindruckt – Patrick Krauss, KI-Experte

Patrick Krauss, das ist der Mann, „der künstliche Intelligenz und Hirnforschung auf eine Weise verbindet, die selbst ein neuronales Netzwerk beeindrucken würde“. Diese Einschätzung von ChatGPT würde ich sofort unterschreiben, nachdem ich vor Kurzem das Vergnügen hatte, ihn zusammen mit Dirk Boucsein auf unserem Kanal Zoomposium zu interviewen. Von ChatGPT war dabei häufig die Rede. Der Chatbot habe erstmals den Turing-Test bestanden, meinte Herr Krauss. Ich war nicht restlos überzeugt und bin es auch jetzt noch nicht, wenn ich sehe, was ChatGPT sonst noch über den KI-Experten und Buchautor von der Uni Erlangen geschrieben hat: „Wenn er nicht gerade damit beschäftigt ist, die Grenzen des menschlichen Wissens zu erweitern, findet man ihn wahrscheinlich beim Versuch, den perfekten Espresso zu brauen oder seine neueste Entdeckung in der Welt der Humor-Comedy zu genießen.“

Möglich, dass ChatGPT mir Kenntnisse über Krauss‘ kulinarische Vorlieben voraus hat. Ein Gegenprobe bei Google (einige erinnern sich noch an diese gute, alte Suchmaschine) mit den Schlagwörtern „Patrick Krauss Espresso“ ergab allerdings keinen Treffer und was „Comedy“ angeht, legt eine kurze Recherche nahe, dass die KI Patrick Krauss mal eben bei „Patrick Krause Comedy“ verortet hat. Mir scheint: Googeln können Menschen bisher noch besser als KI.

Sicher ist dagegen, dass Patrick Krauss gerade ein lesenswertes Buch bei Springer veröffentlicht hat: Künstliche Intelligenz und Hirnforschung heißt es. Wer gesicherte Informationen über den Mann haben will, der Bücher über dieses hochaktuelle Thema schreibt, wendet sich aber einstweilen noch besser an diesen Blog als an ChatGPT. Patrick Krauss hat dankenswerterweise unsere „großen Fragen“ beantwortet.

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Wofür lassen Sie alles stehen und liegen?

Meine Kinder.

Welche Themen interessieren Sie am meisten?

Als Wissenschaftler interessieren mich Themen am Schnittpunkt von Kognitions- und Neurowissenschaft, Künstlicher Intelligenz und Sprache. Zum Beispiel:

Wie funktioniert das Gehirn? Wie funktioniert Kognition? Was ist Intelligenz? Wie kann man das Gehirn nachbauen oder simulieren? Was lernen wir daraus für die Künstliche Intelligenz, und umgekehrt, was lernen wir von der Funktionseise der KI über das Gehirn? Wie entsteht Bewusstsein? Können Maschinen Bewusstsein haben? Wie entstand Sprache? Wie funktioniert Sprache? Wie wird Sprache im Gehirn repräsentiert, verarbeitet und erzeugt?

Privat interessiere ich mich auch für grundlegende Fragen wie: Was ist Realität? Was sind die Grenzen unserer Erkenntnis? Was ist Zeit? Was ist Materie? Was ist die Natur des Universums (oder Multiversums)? Wie entstand das Leben? Gibt es außerirdisches Leben?

Welcher Wissenschaftler fasziniert Sie besonders?

Karl Friston, mit dem ich schon die Ehre und das Vergnügen hatte gemeinsam zu arbeiten. Sein Wissen und sein Arbeitspensum sind immens.

Und welcher Philosoph?

Daniel Dennet und David Chalmers wegen ihrer tiefgründigen Beiträge zur Philosophie des Geistes, insbesondere in Bezug auf das Bewusstsein.

Welche drei Bücher würden Sie den Lesern des Blogs der großen Fragen empfehlen?

„On Intelligence“ von Jeff Hawkins. Darin entwickelt er eine sehr bemerkenswerte, relativ einfache und universelle Theorie der Funktion der Großhirnrinde.

„Ich fühle, also bin ich“ von Antonio Damasio. Meiner Ansicht nach die vielversprechendste, mechanistischste und gleichzeitig am meisten unterschätzte Theorie des Bewusstsein.

Und mein eigenes Buch über „Künstliche Intelligenz und Hirnforschung“. Für alle die wissen möchten, warum beide Disziplinen sich gegenseitig brauchen und in Zukunft immer mehr verschmelzen werden.

Welche Musik mögen Sie?

Jazz

Auf welchem Gebiet herrscht heutzutage die größte Unwissenheit?

Als gelernter Physiker würde ich tatsächlich sagen in der Theoretischen Physik, vor allem in Kosmologie und Quantenphysik. Wir kommen einer Theory of Everything welche Quantenmechanik und Allgemeine Relativitätstheorie seit Jahrzehnten nicht näher. Noch dazu häufen sich empirische Beobachtungen, welche des Theoriegebäude der Physik in Frage stellen, z. B: fehlende Hinweise auf Supersymmetrie am CERN, die Entdeckung durch das James Webb Space Teleskop von sehr alten Sternen, Galaxien und Schwarzen Löchern, die es nach dem Standardmodell eigentlich gar nicht geben dürfte, Unterschiedliche Massen des Protons je nach Messmethode, unterschiedliche Werte für die Hubble-Konstante, sowie die nach wie vor unklare Natur der Dunklen Materie und der Dunklen Energie, usw. usf.

Was macht eine Frage bedeutend?

Dass ihre Beantwortung

  1. auch zuvor nichtgestellte Fragen mitbeantwortet
  2. ebenfalls Implikationen hat, welch über den konkreten Kontext der Frage hinausgehen, möglicherweise sogar angrenzende oder völlig andere Bereiche tangieren
  3. gleichzeitig neue Fragen aufwirft

Eine Fee verspricht Ihnen die Antwort auf eine beliebige Frage. Was fragen Sie?

Wie viele belebte Welten gab oder gibt es in der Galaxis?

Wo sehen Sie Grenzen menschlicher Erkenntnis?

Ich bin mir nicht sicher, ob wir das Wesen bzw. die Natur der Realität jemals vollständig erfassen können.

Jemand erklärt Ihnen, die Frage nach Gott sei belanglos. Was antworten Sie?

Es ist klar, dass aus wissenschaftlicher Sicht die Existenz Gottes weder bewiesen, noch widerlegt werden kann. Da der Glaube oder Nicht-Glaube an die Existenz Gottes aber das Potenzial hat, menschliches Verhalten sehr stark beeinflussen zu können, hat die Frage nach Gott Auswirkungen und teils weitreichende Konsequenzen in der realen Welt. Deshalb ist die Frage nach Gott keineswegs belanglos.

Welche Bedeutung hat der Tod für Sie?

Im Alltag (glücklicherweise) wenig.

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Zwei Boomer philosophieren – Teil2: Ist das Leben der bessere Philosoph?

Im 1. Teil haben der Schwarze Peter vom Blog müller-denkt und ich uns über das Thema Verlust ausgetauscht, was uns dann ziemlich schnell zur Sinnfrage geführt hat. Nein, das Thema ist keineswegs ausgelutscht, sondern aktueller den je, wie eine zweiminütige Recherche auf TikTok eindrücklich vor Augen führt. Ein bisschen haben wir uns gegenseitig hochgeschaukelt, denke ich und als wir das Resultat lasen … was soll ich sagen? Wir waren uns einig, dass wir es unseren Lesern keinesfalls vorenthalten dürfen. Wegen der Lösung der Sinnfrage, Sie wissen schon. Wir sind ganz nahe dran, aber überzeugen Sie sich selbst …

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Chiemgau / Deutschland

Lieber Axel,

die gute alte Sinnfrage … nicht totzukriegen. In letzter Zeit quält sie mich allerdings nicht mehr so intensiv. Vielleicht liegt es daran, dass mein Leben gerade außergewöhnlich ruhig verläuft. In beruflicher Hinsicht sorgt die Kombination aus solipsistisch geistiger Tätigkeit (mein Blog) und menschlich herausfordernder Arbeit (meine Arbeit als Fahrradverkäufer) für einen Ausgleich.

Wie Du vielleicht weißt, habe ich aus selbstsüchtigen Gründen Philosophie studiert. Es war zunächst nicht mein Anliegen, die Welt mit meinen überschaubaren philosophischen Erkenntnissen zu beglücken. Vielmehr erhoffte ich mir Antworten auf die Sinnfrage und ein Instrumentarium, um mit Wechselfällen des Lebens besser umgehen zu können. Kurz gesagt: Die Philosophie hatte eine therapeutische Funktion. Sie sollte mich auf schlechte Zeiten vorbereiten.

Tatsächlich hätte ich ohne die Philosophie nicht zu meiner derzeitigen Seelenruhe gefunden. Ich glaube zudem, dass mir die Philosophie bei der Bewältigung der Verluste in diesem Jahr geholfen hat. Wie auch immer, mein zentrales Lebensproblem (Wozu die ganze Schinderei?) ist verschwunden oder wenigstens vorübergehend untergetaucht.

Das bringt mich zu einem interessanten, weil verwirrenden, Wittgenstein-Zitat:

„Die Lösung des Problems des Lebens merkt man am Verschwinden dieses Problems.

(Ist dies nicht der Grund, warum Menschen, denen der Sinn des Lebens nach langen Zweifeln klar wurde, warum diese dann nicht sagen konnten, worin dieser Sinn bestand?)“

Wenn ich meinen damaligen Professor richtig verstanden habe, lösen sich Lebensprobleme nicht allein durch das Philosophieren, sondern durch Veränderungen des Lebens. Das ist die praktische Schraube, an der ich gedreht habe. Früher oft erfolglos oder in die falsche Richtung. Aber nun scheint es geklappt zu haben. Ob es ohne die Philosophie geklappt hätte?

Dass wir uns über unsere Blogs kennengelernt haben, gibt meinem Leben einen zusätzlichen Sinn. Oder, um Wittgensteins Gedanken aufzugreifen, diese Begegnung trägt positiv zur Fülle meines Lebens bei und lässt die Sinnfrage in den Hintergrund treten. Übrigens wird es Zeit, dass wir uns trotz der enormen geografischen Distanz eines Tages in persona treffen.

Tja, die Zeit. Mit zunehmendem Alter rinnt sie wie Sand durch die Finger. Dieses Jahr war ein Hauch… kaum da, schon wieder vorbei. Aber: Während mir inzwischen ein Jahr wie ein Monat vorkommt, fühlen sich Jahrzehnte zurückliegende Ereignisse wie aus einem anderen Leben an. Wenn ich daran denke, wie ich vor 40 Jahren mit meiner ersten großen Liebe im Golf GTi Richtung Jesolo rauschte, dann hat das kaum noch etwas mit mir zu tun. Mein Leben fühlt sich mal kurz, dann wieder sehr lang an – wie ein Gummiband.

Ich habe gelesen, dass Du im kommenden Jahr Lesereise durch Deutschland planst, um Deinen neuen Roman über das Bewusstsein vorzustellen. Sei nicht überrascht, wenn Du mich bei passender Gelegenheit im Publikum siehst. Ich freue mich jedenfalls schon sehr darauf.

Liebe Grüße

Peter

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Alicante / Spanien

Lieber Peter,

ich hatte dich ja in meinem letzten Brief gefragt, was da auf mich zukäme, beim – erhofften – Einzug der Reife. Befreiendes oder Belastendes? Jetzt nehme ich trotz der Schläge, die Du einstecken musstest, eine positive Grundstimmung in Deinem Brief wahr. Oder ist das vielleicht gar kein „trotz“, sondern ein „gerade deshalb“? Jedenfalls freut mich das sehr für Dich und mich beruhigt es ein wenig.

Aus „selbstsüchtigen Gründen“ Philosophie studieren – das ist eine nette Formulierung, wenn man in die Welt schaut und sieht, wie viele Vergehen aus Selbstsucht begangen werden (in gewissem Sinne vielleicht sogar alle?). Da scheint ein Philosophiestudium eine lässliche und zudem sehr kultivierte Sünde zu sein. Und dennoch verstehe ich, was Du meinst. Ich verstehe es sehr genau. Du hast Zeit für Dich selbst aufgewendet, viel Zeit, so wie ich für meinen Roman. Diese Zeit hätte man für etwas Sinnvolles nutzen können. Zum Beispiel belegte Brote an Obdachlose verteilen, was eine Bekannte von mir macht, wie ich kürzlich erfuhr. Den Hunger des Nächsten stillen – dagegen erscheint alles andere als eitles Unterfangen. Kann es etwas Sinnvolleres geben? Wären wir nicht eigentlich moralisch verpflichtet, einen Großteil unserer Freizeit in solche Tätigkeiten zu stecken, statt Stunde um Stunde vermeintliche Weisheiten zu studieren oder Blätter mit fragwürdigen Geschichten zu füllen? Ginge es dann nicht allen besser?

Ich habe keine abschließende Antwort auf diese Frage. Dass ich meinen Hut vor karitativem Engagement ziehe, versteht sich von selbst. Ich bin nur skeptisch geworden bei diesen einfachen Antworten, die sich so wahnsinnig gut anhören. Geht Dir das auch so? Das Problem dabei scheint mir, dass allzu schlichte Ideen dem Menschen nicht gerecht werden. Es ist ein bisschen wie beim Kommunismus, der sich im ersten Moment ja auch gut anhört. Deswegen würde ich für unsere Tätigkeiten in Anspruch nehmen, dass wir sie tun, weil wir nicht anders können, weil sie zutiefst menschlich sind und wir deshalb auch nicht darauf verzichten sollten. Die empirischen Belege dafür sind erdrückend, meine ich. Von den Homer bis Kant, von Bach bis zu den Beatles. Nicht dass wir uns mit denen messen könnten, aber wir dürfen uns dennoch strebend bemühen, weil das in unserer Natur liegt.

Arbeiten wir uns also am Problem des Lebens ab. Dessen Lösung sei sein Verschwinden, schreibt Wittgenstein also und Dein Professor sagte, man löse es nicht durch Philosophieren, sondern durch Veränderung des Lebens. Man kann die Antwort also nur erleben, aber nicht aussprechen? Leben statt Argumentieren? Ist das der letzte Trumpf gegen den Nihilismus?


Vielleicht nicht. Du weißt, dass „Bewusstsein“ eines meiner Lieblingsthemen ist. Da beschleicht mich in letzter Zeit auch das Gefühl, dass man hier in Bereiche vorstößt, die fraglos existent, aber sprachlich nicht wirklich fassbar sind. Das führt mich zu einem Satz von Pascal Mercier (alias Peter Bieri, Du weißt, er spielt in meinem Roman eine große Rolle), der leider kürzlich verstarb und der mich an Dein Wittgenstein-Zitat erinnerte. In seinem Roman „Das Gewicht der Worte“ erzählt er vom „Mysterium des Schreibens“, der Verwandlung von „Erfahrung in Fiktion“ uns lässt eine seiner Figuren sagen:

„Es geht nicht darum, das Mysterium zu verstehen, es geht nur darum, es zu leben.“

Da haben wir es wieder. Leben ersetzt das Verstehen und das Interessante dabei ist: „Leben“ steht in diesem Kontext ja synonym für „Schreiben“. Schreiben hat also eine besondere Qualität, denn zwar ist es nicht gleichbedeutend mit verstehen, aber es stellt immerhin eine Verbindung zum Mysterium her. In Merciers Roman ist viel von Poesie die Rede. Ich halte es inzwischen für möglich, dass bestimmte Phänomene nur mit einer bildhaften, poetischen Sprache erfasst werden können. Sie ist kein Ersatz für eine wissenschaftliche Beschreibung, aber sie stellt Nähe zu einem unverstandenen Phänomen her, vielleicht so, wie ein Gedicht Nähe zu einer unverstandenen Person herstellen kann. Ist das vielleicht auch der positive Beitrag zur „Fülle meines Lebens“, den Du angesprochen hast? Wittgensteins berühmten Ausspruch, dass man über das, was man nicht klar sagen kann, schweigen solle, würde ich daher relativieren. Für die der Wissenschaft würde ich ihn unterschreiben, aber nicht für den Kosmos unseres Erlebens.

Ein Treffen zwischen uns würde zur Fülle meines Lebens auf jeden Fall beitragen! Lass uns das in Angriff nehmen und lass uns weiter das „Mysterium des Schreibens“ pflegen.

Liebe Grüße

Axel

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Zum Blog des des Schwarze Peters (müller-denkt) geht es hier:

„We are robots made of robots made of robots“ – Daniel C. Dennett im Gespräch

Wir hatten ja schon die Ehre mit einigen große Namen beim Zoomposium: Wolf Singer, Gerhard Roth, John-Dylan Haynes … Aber wenn man mir vor ein paar Monaten gesagt hätte, dass wir darüberhinaus einen der bekanntesten Vertreter der Philosophie des Geistes, der auch noch auf der anderen Seite des großen Teichs lebt, interviewen werden – ich hätte nur schmunzelnd abgewunken.

Aber jetzt ist es passiert. Das bewährte Team aus Dirk Boucsein von philosophies und meiner Wenigkeit hat diesen „dicken Fisch“ an Land gezogen. Daniel C. Dennett, Großmeister des Naturalismus, bekannter Qualiaeliminierer und diskussionsfreudiger Gegenpol zu David Chalmers hat uns Rede und Antwort gestanden. Warum Willesfreiheit und „hard problem“ Scheinprobleme sind, wie wir uns – wenn überhaupt – von Robotern unterscheiden und warum wir angesichts der Entwicklung der Künstlichen Intelligenz äußerst vorsichtig sein sollten – all das hören Sie in unserem Interview. Hier wie üblich der Trailer. Zum vollständigen Interview geht es hier.

Zwei Boomer philosophieren – Teil 1: Verlust

„Während sich zwischen 2000 und 2012 jeder fünfte Teenager einsam gefühlt habe, habe sich diese Zahl im Zeitraum 2012 bis 2018 verdoppelt. Demnach sind in den USA 40 Prozent der Jugendlichen von Einsamkeit betroffen, in Asien sogar die Hälfte, …“ berichtet die Journalistin Ursula Weidenfeld im Deutschlandfunk. Der Grund? „…, dass man im Grunde keine Alltagsgespräche mehr miteinander führt, dass sich Jugendliche in der Schule oder in der Mensa nicht mehr unterhalten, sondern jeder schaut auf sein Smartphone. Dass man morgens in der Bahn mit niemandem mehr redet.“

Was dieses Problem angeht, da haben der Schwarze Peter und ich die Gnade der frühen Geburt. Einsamkeit kennen wir natürlich auch, aber die hat bei uns andere Gründe. Denn als Boomer vergessen wir manchmal unser Handy zu Hause und verfallen noch nicht einmal in Panik, wenn wir es in der U-Bahn bemerken. So seltsame Leute sind wir.

Die junge Generation mag uns in anderen Dingen voraus sein, aber was das sich Unterhalten, das miteinander Reden angeht, da können wir sicher etwas beitragen. Warum also kein Gespräch in schriftlicher Form zwischen zwei Bloggern? Ein Gespräch über das Leben und die Philosophie, das so dahinmäandert wie auf einer langen Bahnfahrt.

Ich freue mich sehr, dass Peter Müller, bekannt von seinem Blog müller-denkt, und ich uns zu diesem kleinen Experiment zusammengefunden haben. Wir sind im letzten Sommer – jeder auf seine Weise – mit dem Thema Verlust konfrontiert worden. Daraus entspann sich ein Dialog, dessen ersten Teil wir heute veröffentlichen. Peter fängt an.

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Chiemgau / Deutschland

Lieber Axel,

bei unserem letzten Telefonat haben wir intensiv über das Thema Verlust gesprochen. Wie Du weißt, haben mir die zahlreichen Schicksalsschläge in meinem unmittelbaren Umfeld in den vergangenen Jahren zugesetzt. Zugleich haben sie mich stärker gemacht. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob „stärker“ das richtige Wort ist, meinen derzeitigen Zustand zu beschreiben. Der Verlust geliebter Menschen hat meine Bindungskräfte an das Leben etwas schwächer werden lassen. Andererseits hat sich eine – es mag seltsam klingen – friedvolle Distanziertheit dem Leben gegenüber eingestellt. Vielleicht sollte ich besser von einer mir bislang unbekannten Gelassenheit sprechen.

Ich beschäftige mich zwar noch immer mit der Sinnfrage, allerdings auf eine eher intuitive Weise. Keine Sorge, lieber Axel, ich bin nicht in die Fänge der Esoterik geraten 😀. Aber allein mit Hilfe der akademischen Philosophie kann ich mir meinen derzeitigen Zustand nicht erklären. Ich bin übrigens erstaunt, wie stiefmütterlich sie das Thema Verlust behandelt. Im Philosophischen Wörterbuch, immerhin ein Standart-Nachschlagewerk, kommt der Begriff nicht vor.

Deshalb versuche ich es mit einer weniger „trockenen“ Annäherung an das Thema. Dabei bin ich auf den jung gestorbenen Schriftsteller und geerdeten Philosophen Novalis gestoßen. Sein Postulat von der metaphysischen Obdachlosigkeit des Menschen ist für mich auch im Hinblick auf den Verlust geliebter Menschen bedeutsam. Ich weiß nicht, wie Du es siehst, aber seinen Worten entnehme ich einen Mangel an Trost durch rein innerweltliche Erkenntnisse oder Erklärungsversuche. Vielleicht findet der Mensch letztendlich nur Ruhe durch die Hinwendung zu einem, alle weltlichen Maßstäbe überschreitenden, Prinzip. Nennen wir es Gott oder – neutral formuliert – ein außerweltliches Prinzip.

Aber es muss nicht immer ein Todesfall sein, um Verlusterfahrungen zu machen. In (un)schöner Regelmäßigkeit heißt es Abschied zu nehmen: von liebgewordenen Menschen, Gewohnheiten, Privilegien und vermeintlichen Gewissheiten. Selbst ein Ortswechsel, wie er bei Dir demnächst ansteht, ist mehr als ein neuer Lebensabschnitt. Auch das ist vermutlich ein Verlust.  

Ich freue mich darauf, Deine Gedanken zu dem Thema Verlust zu erfahren. Eventuell fällt Dir ja ein philosophischer Aspekt dazu ein.

Liebe Grüße

Peter

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Alicante / Spanien

Lieber Peter,

was den Verlust geliebter Menschen angeht, hat das Schicksal diesen Sommer bei mir angeklopft, ist dann aber weitergezogen. Nochmal Glück gehabt. Das Thema Verlust beschäftigt mich aber, wie Du schon andeutetest, auf einer anderen Ebene. Im Vergleich mit dem Abschied von einer vertrauten Person, ist es ein laues Lüftchen, was mich da umtreibt, das möchte ich vorwegschicken. Ich vergleiche also strukturell, nicht was die Dimension der Ereignisse betrifft.

Am Ende war es bei mir kein Ortswechsel, sondern ein Verlust des Arbeitsplatzes. Ein kontrollierter, selbst herbeigeführter Verlust, mit der Möglichkeit, die Arbeit in Deutschland wieder aufzunehmen. Verlust in der Luxusvariante mit Auffangnetz. Beamtenprobleme, könnte man sagen. Und dennoch: Eine zehnjährige Episode am Arbeitsplatz ging unschön zu Ende, emotionale Untiefen unterschiedlicher Art griffen aus. Da ist man in der Mitte der sechsten Lebensdekade anders auf sich selbst zurückgeworfen, als man es mit fünfundzwanzig wäre.

In manchen Punkten spüre ich, wie Du, mehr Gelassenheit als früher. Es ist ja nicht der erste unfähige Chef, den man ertragen hat. Stellt sich da ein Hauch von persönlicher Reife bei mir ein? Zeit wär’s ja. Du scheinst mir da voraus zu sein. Und was die Bewertung des neuen Gefühls angeht, höre ich eine gewisse Ambivalenz bei Dir heraus. „Distanziertheit dem Leben gegenüber“ hat ein ganz anderes Timbre wie „Gelassenheit“. Was kommt da auf mich zu Peter? Befreiendes oder Belastendes?

Auf der anderen Seite das: Ich erspüre zum ersten Mal eine Endlichkeit, wenn auch nur beruflich. Zehn Jahre habe ich jetzt noch bis zur Pensionierung – wenn ich bis zum Schluss arbeite. Pensionierung!? Das Wort kam bisher in meinem geistigen Leben überhaupt nicht vor! Zehn Jahre – das war früher mal viel Zeit, inzwischen ist es überschaubar. Man könnte also sagen, ich habe den Verlust eines bestimmten Zeitgefühls erlitten. Bisher war Zeit ein Gut, das im Überfluss vorhanden schien. Jetzt fühlt es sich zwar noch nicht knapp, aber doch irgendwie begrenzt an.

Nun habe ich keine Bange, die Zeit sinnvoll ausfüllen zu können, solange ich mit Dir Dialoge schreiben kann. Aber aus einer Begrenzung folgt die Existenz einer Grenze, einer Grenze der Zeit in diesem Fall. Grenzen werfen die Frage nach dem Dahinter auf. Um das zu erkennen, muss man kein Esoteriker sein, das ergibt sich aus der Semantik des Begriffs. Und damit sind wir Mitten in der von Dir angesprochenen esoterischen … Verzeihung 😉 … metaphysischen Obdachlosigkeit.

Ja, ich denke, die gibt es – sowohl gesellschaftlich als auch individuell. Beides greift natürlich ineinander. Mit Blick auf die Länge meines Textes greife ich im Moment nur den individuellen Aspekt auf. Ich habe, wie Du, meine Zweifel, ob sich die Obdachlosigkeit ohne ein „außerweltliches Prinzip“ auflösen lässt. Aber ich spiele jetzt mal den Advocatus Diaboli und frage Dich:
Peter, wir kennen uns zwar persönlich (noch) nicht näher, aber ich schätze Dich als jemanden ein, der mit seiner empathischen, freundlichen und tiefgründigen Art vielen Leuten eine Hilfe oder sogar Stütze sein kann. Man denke auch an Deinen Blog. Ist nicht allein das mehr als genug, um Deinem Leben einen Sinn zu geben?

Liebe Grüße

Axel

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Und hier geht es zu Teil 2 – auch zu finden auf müller-denkt.

Der Meister der Worte – Ein Nachruf auf Peter Bieri alias Pascal Mercier

„Lieber Herr Stöcker, haben Sie vielen Dank für Ihre Anfrage. Sie können das Buch gerne an mich schicken – ich werde es dann an Peter Bieri weiterleiten.“ Die Mitarbeiterin des Carl Hanser Verlags, bei dem Nachtzug nach Lissabon 2004 erschienen ist, war sehr freundlich. Das war am vierten Mai dieses Jahres. Ich hatte gerade meinen Roman Balduins Welträtsel veröffentlicht, in dem Bieris berühmtes Trilemma eine zentrale Rolle spielt. Nach einer Recherche im Netz war mir klar: Pascal Mercier, so Peter Bieris Pseudonym als Romancier, lebt zurückgezogen und meidet die Öffentlichkeit. Aber vielleicht schnuppert er ja in das Buch hinein, so meine stille Hoffnung, und schreibt mir eine kurze Email und sei es nur aus schweizerischer Höflichkeit. Dann hätte ich versucht, ihn zum Zoomposium einzuladen. Anfang Mai wusste ich noch nicht, dass diese Hoffnung unerfüllbar sein würde, denn Peter Bieri verstarb am 27. Juni 2023 mit 79 Jahren in Berlin.

Wenn man das zentrale Thema von Pascal Merciers Leben auf einen einzigen Begriff bringen wollte, dann wäre das sicherlich der Begriff Sprache. So träumt der Protagonist seines letzten Romans Das Gewicht der Worte (2020) davon, die Sprachen aller an das Mittelmeer angrenzenden Länder zu lernen und liebt es, Antiquariate nach alten Grammatiken zu durchstöbern. Doch die Sprache war nicht nur ein Erkennungszeichen des Schriftstellers Pascal Mercier, sondern auch des Philosophen Peter Bieri. Er wolle kein einziges Wort verwenden, das nicht jedermann versteht, soll er einmal gesagt haben. Das ist ein ehrenwertes, aber in der Philosophie des Geistes, jenem Biotop für Wortungetüme und gestelzte Formulierungen, fast schon wieder verstiegenes Unterfangen, bei dem man sich unweigerlich fragt, ob es überhaupt erfüllbar ist. Über Bieri darf man wohl sagen, dass er diesem Ideal erstaunlich Nahe kam. Sein philosophisches Hauptwerk Das Handwerk der Freiheit von 2001 ist nicht nur eine brillante Einführung in die „Entdeckung des eigenen Willens“ in einer von deterministischen Anschauungen geprägten Zeit, sondern auch ein Lehrbuch darüber, wie man philosophische Gedanken in verständlicher und gleichzeitig schöner Sprache formuliert. Eine Kostprobe:

„Wir empfanden uns als Teil der Natur und gleichzeitig als frei und verantwortlich, und nun stellt sich heraus, daß die beiden Dinge nicht zusammengehen, wobei es unmöglich erscheint, das eine für das andere zu opfern.“

Sprachlich schön und bis heute aktuell ist auch Bieris Aufsatz „Was macht Bewußtsein zu einem Rätsel?“ von 1994, in dem er das berühmte „Qualiaproblem“ erklärt, auch wenn dieser Begriff dort noch gar nicht auftaucht. Wie schon im Bieri-Trilemma (1981, ich habe mich hier schon einmal ausführlich damit beschäftigt)  und im „Handwerk der Freiheit“ geht es auch dabei vor allem um zwei Fragen, die in Bieris philosophischem Werk immer wieder eine Rolle spielen:

  • Warum sind mache physiologischen Prozesse (im Gehirn) von Erleben begleitet und andere nicht?
  • Wie kann Erleben in unserem Verhalten kausal wirksam werden? (Problem der mentalen Verursachung)

Bieri geht alle Erklärungsansätze durch, bis hin zu der Möglichkeit, sich die Frage einfach „abzugewöhnen“.

„Es ist Zeit, sich daran zu erinnern, daß Rätsel nicht auf der Straße liegen, daß sie nicht etwas sind, was es in der Welt einfach so gibt. Ein Phänomen, ein Sachverhalt ist stets nur rätselhaft vor dem Hintergrund bestimmter Erwartun­gen des Erklärens und Verstehens; und die können, wie andere Erwartungen auch, berechtigt sein oder unangebracht. Ist es vielleicht so, daß wir einfach zuviel erwarten, wenn wir unbedingt verstehen wollen, in welcher Weise die materiellen oder die funktionalen Eigen­schaften des Gehirns – oder beide zu­sammen – das Entstehen von Erleben notwendig machen?“

Doch er verneint dies schließlich und endet mit den Worten:

„Ich habe das Rätsel des Bewußtseins nicht gelöst. Natürlich nicht. Aber ich hoffe, Sie sehen jetzt besser, worin es besteht und welche Rolle es spielt in unserem Denken über die Welt und uns selbst. Das wäre nicht wenig. Und mehr hat der Titel ja auch nicht versprochen.“

Im letzten Drittel seines Lebens entfernte sich Peter Bieri zunehmend vom akademischen Betrieb und wandte sich dem Schreiben von Romanen und der Poesie zu. Es ist kein Geheimnis, dass dies nicht völlig reibungslos über die Bühne ging. Er war der Ansicht, die Analytische Philosophie verlöre sich in artifiziellen, zum Selbstzweck gewordenen Begriffswelten und Begründungskonstruktionen und bezahle dies mit einer inhaltlichen Leere hinsichtlich der existenziellen Grundfragen. Man könnte auch sagen: Es würden zu viele eitle Sprechblasen produziert. So ist Bieris erster Roman Perlmanns Schweigen denn auch eine Satire auf den universitären Betrieb. Man ahnt, warum er sich ein Pseudonym zulegte.

Der Philosophie blieb Bieri jedoch treu. Die existenziellen Fragen wie Wer bin ich? sind für ihn letztlich nur in der Fantasie und damit der Poesie zu beantworten. (Denn Poesie in Sprache gegossene Fantasie und für Sprache ist Biere Experte.) Oder, anders ausgedrückt:

„Nichts sagt mehr darüber, wer wir sind, als die Geschichten, die wir erfinden.“

Pascal Mercier, Das Gewicht der Worte

Wobei „beantworten“ nicht ganz das richtige Wort ist, „ergründen“ wäre vermutlich besser, denn

„Es geht nicht darum das Mysterium zu verstehen, es geht darum, es zu leben.“

ebenda

Solche Sätze hat nun mancher seinerseits als eitle Sprechblase abgetan. Die Kritiker haben vor allem Merciers spätere Romane zum Teil des Kitsches bezichtigt. Das dürfte ihm, spätestens nachdem Nachtzug nach Lissabon in 32 Sprachen übersetzt und verfilmt worden ist, egal gewesen sein.

Ich persönlich denke, dass Peter Bieri seine sprachliche Klarheit und Brillanz in sein belletristisches Werk hinübergerettet hat. Ich finde dort immer wieder Gedanken, die ich auch schon gedacht, aber noch nie so klar formuliert habe. So sollte Literatur sein. Man wird sowohl Peter Bieri als auch Pascal Mercier noch für sehr lange Zeit lesen.

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Weitere Links:

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Foto: YouTube-Screeshot

Wie weit geht ChatGPT? – Patrick Krauß im Gespräch

Wir gefährlich ist KI? Darüber gehen die Meinungen auch unter Experten auseinander. „Vorsicht ist auf jeden Fall angebracht!“ meint Dr. Patrick Krauß auf meine Frage, ob wir uns angesichts der Entwicklungen auf diesem Gebiet „warm anziehen“ müssten. Der Spezialist für Integration von Künstlicher Intelligenz und Neurowissenschaft von der Universität Erlangen sieht den Turing-Test durch ChatGPT als bestanden an. „Letztes Jahr 30. November – das Datum kann man sich merken. Das wird in die Geschichte der KI eingehen.“

Wie neuronale Netzte funktionieren, was wir von ihnen noch zu erwarten haben und ob wir in einigen Jahren vielleicht „bewusste Toaster“ kaufen können – danach haben Dirk Boucsein von philosophies und ich Herrn Krauß wie immer nach allen Regeln der Kunst befragt. Hier geht es zum Trailer (das komplette Interview findet man hier):

Die Simulation des Bewusstseins – Petra Ritter im Gespräch

Prof. Petra Ritter ist Leiterin der Sektion für Gehirnsimulation an der Berliner Charité. Charité? Hatten wir – Dirc Boucsein von philosophies und ich – da nicht vor Kurzem schon jemanden interviewt? Natürlich! „Ist Ihr Interview mit John schon draußen? Er arbeite nur ein paar Türen weiter, aber wir sehen uns fast nie.“ Ja, Forschung ist zeitintensiv, das haben wir sowohl bei Frau Ritter, als auch bei John-Dylan Haynes gemerkt. Umso dankbarer waren wir, dass beide sich kurz nacheinander die Zeit für uns nahmen.

Mit Petra Ritter sprachen wir unter anderem über die Frage, ob Interviews bald von Chatbots statt von Bloggern geführt werden können und wie Intelligenz den Entscheidungsfindungsprozess beeinflusst. Zumindest auf die letzte Frage gab es eine überraschend einfache Antwort. Aber sehen Sie selbst den Trailer (zum vollständigen Interview geht es hier).

100. Beitrag: John-Dylan Haynes im Gespräch

Dies ist der 100. Beitrag auf diesem Blog. Es hätte keinen besseren Interviewpartner treffen können als John-Dylan Haynes, den ich wie immer zusammen mit Dirk Boucsein von philosophies.de interviewen durfte. An Haynes‘ faszinierenden Experimenten habe ich mich schon in den Anfangszeiten dieses Blogs abgearbeitet (hier und hier) und in meinem Roman Balduins Welträtsel wird kontrovers über sie diskutiert. Allen voran das „Duell Mensch gegen Maschine“ – ein Hauch von High Noon in der Neurowissenschaft. Daher stand Haynes auf meiner persönlichen Wunschliste der Interviewpartner ganz weit oben.

Getroffen haben wir einen sympathischen und bescheidenen Wissenschaftler, der sich selbst einen Empiriker nennt, sich aber über die philosophischen Konsequenzen seiner Experimente mehr Gedanken gemacht hat als mancher andere, so mein Eindruck. Und jemand, der seine eigenen früheren Aussagen reflektiert. Manche Ergebnisse würde er heute weniger deterministisch auslegen als damals. Aber schauen Sie selbst. Hier wie immer der Trailer. Das vollständige Interview gibt es auf dem YouTube-Kanal Zoomposium.

Führt mehr (künstliche) Intelligenz zu (künstlichem) Bewusstsein? – Prof. Dimitri Coelho Mollo im Gespräch

Im Interview, das Dirk Boucsein von Philosophies und ich führten, ging es auch dieses Mal wieder um aktuelle Fragen künstlicher Intelligenz und künstlichem Bewusstsein. Professor Dimitri Coelho Mollo, Wissenschaftsphilosoph mit Spezialisierung auf Künstliche Intelligenz und Kognitionswissenschaft, fragten wie unter anderem, wie man diese beiden Begriffe voneinander abgrenzen könne. Als Gast-Interviewer unterstützte uns dieses Mal Yervant Kulbashian (Engineering Manager bei einer kanadischen KI-Plattform). Vielen Dank!

Coelho Mollo ist Gebietskoordinator des Centre for Transdisciplinary AI (TAIGA) an der Umeå University (Schweden) und externer Principal Investigator am Science of Intelligence Cluster (Berlin). Seine Forschung konzentriert sich auf grundlegende und erkenntnistheoretische Fragen innerhalb der künstlichen Intelligenz und der Kognitionswissenschaft und sucht nach Wegen, unser Verständnis von Geist, Kognition und Intelligenz in biologischen und künstlichen Systemen zu verbessern.

Wie immer kann man hier über unseren Teaser in hineinschnuppern. Das vollständige Interview findet sich hier auf unserem Kanal Zoomposium.