Ein philosophischer Roman und zwei Klappentexte

Es ist soweit! Der schon mehrfach angekündigte Roman ist raus! In Balduins Welträtsel – Das Körper-Geist-Problem und die Liebe geht es, wie schon der Untertitel sagt, um zwei große – vielleicht die größten – menschlichen Rätsel. Der Klappentext verrät folgendes:

Balduin Schönwald arbeitet als Neurowissenschaftler an einem renommierten Institut und versucht, eines der letzten Welträtsel zu lösen: die Natur des menschlichen Bewusstseins. Bei einem Experiment während einer Gehirnoperation macht sein Team eine spektakuläre Entdeckung. Haben sie die Seele aufgespürt? Balduins Überzeugungen geraten ins Wanken, doch als die Journalistin Sara Almeida am Institut auftaucht und sich für das Experiment interessiert, erkennt er, dass es noch größere Rätsel gibt.

Balduins Welträtsel, Klappentext

Nun ist es kein Geheimnis, dass Klappentexte so etwas wie der kleinste gemeinsam Nenner sind, um möglichst viele Leser anzusprechen. Für die Leser dieses Blogs und alle, die in den Problemkreis Bewusstsein-Qualia-Willensfreiheit schon ein wenig eingedrungen sind, daher hier ein etwas tiefergehender, alternativer Klappentext:

Das Forschungsteam um den verträumten Mathematiker Balduin Schönwald hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Sie wollen die Natur des menschlichen Bewusstseins enträtseln. Das nach dem bekannten Philosophen Peter Bieri benannte Bieri-Trilemma soll gelöst und die Frage, ob der Geist ein Produkt des Körpers ist oder nicht, endlich beantwortet werden. Ein Experiment während einer Gehirnoperation, das der ebenfalls berühmte Neurowissenschaftler Benjamin Libet kurz vor seinem Tod vorgeschlagen hat, soll Klarheit schaffen. Dabei machen sie eine spektakuläre Entdeckung.
Der unerwartete Ausgang des Experiments verwirrt Balduin. Die Beziehung zwischen Geist und Körper scheint ihm mysteriöser denn je. Als dann die Journalistin Sara Almeida am Institut auftaucht und ihn zu dem Experiment befragt, merkt er allerdings, dass es noch größere Rätsel gibt, und dass das Verhältnis zwischen Körper und Geist nicht nur beim Bewusstsein, sondern auch in der Liebe ungeklärt ist.

Balduins Welträtsel war nahe daran, einen Verlag zu finden. Es gab Literaturagenten, die sich die Zeit nahmen, das ganze Manuskript zu lesen. So weit muss man auch erst mal kommen. Am Ende sollte es nicht sein, aber das ist in Ordnung. Die (Post-)Moderne hat auch ihr Gutes und so kann man Balduins Welträtsel hier als E-Book oder gebundenes Buch bestellen und damit auch diesen Blog unterstützen. Aber nun genug der Geschichten über Klappentexte und Literaturagenten. Lesen Sie hier das erste Kapitel und kaufen Sie danach. Tauchen Sie ein in zwei große Mysterien der Menschheit.

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„Gehirn: das Instrument, mit dem unser Geist Musik macht.“ Karl R. Popper

„In den besseren Stunden aber wachen wir soweit auf, dass wir erkennen, dass wir träumen.“ Ludwig Wittgenstein

„Der Geist baut ein Luftschiff. Die Liebe aber macht gen Himmel fahren.“ Christian Morgenstern


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“I am doing science on the mind and the brain …”

Dieser Hirntumor war ein Glücksfall! Balduin blätterte in der Patientenakte. Er tat es nur, um die Zeit zu überbrücken, denn er kannte die Akte praktisch auswendig. Der Tumor hatte das Sehzentrum der Patientin befallen. Das Sehzentrum! Da eine Chemotherapie erfolglos geblieben war, musste es operativ entfernt werden. Das war exakt das, wonach sie gesucht hatten.

Was für die Ärzte ein Misserfolg war, das war für Balduin und sein Team eine Chance, denn er war kein Arzt, er war Hirnforscher im Institut am anderen Ende der Stadt. Genau genommen war Balduin Mathematiker und Philosoph. Vor zwei Jahren war er jedoch zu diesem Projekt gekommen, in dem die Natur des menschlichen Bewusstseins enträtselt werden sollte. Es ging um uralte Fragen: Woher stammt der Geist? War er ein Produkt des Gehirns, wie die meisten Wissenschaftler annahmen, oder doch etwas Eigenständiges? Balduins normaler Arbeitsalltag fand zwischen Hirnscannern, Computern und Büchern statt, doch heute würde es blutiger zugehen, denn sie brauchten ein abgetrenntes Sehzentrum, um diesen Fragen auf den Grund zu gehen. Er hob seinen Blick und schaute durch die Glaswand in den Operationssaal. Die Patientin war bereits narkotisiert. Drei Ärzte standen in weißen Kitteln um sie herum und trafen Vorbereitungen.

„Jetzt kommt der unangenehme Teil.“ Eva-Maria, die biologisch-technische Assistentin des Teams, schaute ebenfalls gespannt auf die Szenerie. Balduin sah ihr Nicken im Reflex der Glasscheibe. Er mochte ihre Stupsnase. Wenn das Experiment so ausginge, wie sie erwartete, stünde die Hirnforschung Kopf, so viel war sicher. Eva-Maria war überzeugt, sie standen kurz vor der Entdeckung der Seele. Sie war die Einzige aus der Arbeitsgruppe, die diesen Gedanken auszusprechen wagte, wenn sie in den Pausen im Institutsgarten ihren Kaffee schlürften. Die anderen belächelten sie hinter vorgehaltener Hand dafür, besonders natürlich Waldemar. Sie waren sich einig, dass es bei dem Experiment keine Überraschungen geben konnte – jedenfalls sagten sie das. Alles andere hätte schließlich die gültige Theorie in Frage gestellt, nach der Bewusstsein ein Produkt des Gehirns war.

Der Chirurg begann mit der Trepanation. Kein Anblick für zarte Gemüter. Trepanation kam vom lateinischen Wort trepanum – und das bedeutete Bohrer. Balduin senkte den Blick und sah auf das Foto der Patientin. Ihm ging es um das Experiment und seine Forschung, dennoch ließ ihn ihr Schicksal nicht kalt. Dafür war er bei aller wissenschaftlichen Zielstrebigkeit viel zu zart besaitet. Er hatte im Auftrag des Instituts die Verbindung zu ihr hergestellt. Außenkontakte waren seine Sache. Kohlstätter, sein Chef, meinte, er habe ein Händchen dafür. Das Rätsel des Bewusstseins und das ganze Forschungsprojekt waren ihm angesichts ihrer gesundheitlichen Probleme mit einem Schlag so unbedeutend vorgekommen. Er bewunderte ihre Tapferkeit. Als er ihr alles erklärt und sich schließlich zu der Frage durchgerungen hatte, ob sie für das Experiment zur Verfügung stünde, hatte sie nur geschmunzelt. Das wäre kein Problem, da sie die OP ohnehin über sich ergehen lassen müsste, böte es sich doch an, der Wissenschaft damit einen kleinen Dienst zu erweisen.

Sie hatte es ihm leicht gemacht. Wie schon mit ihrer blonden Kurzhaarfrisur und ihrer unaufgeregten Art hatte sie ihn damit an Angelika, seine Verflossene, erinnert. Balduin hatte sie vor etwa drei Jahren – er war gerade dabei gewesen, seiner Doktorarbeit den letzten Schliff zu verpassen – bei einer Studentenfete auf einem abgelegenen Bauernhof kennengelernt. Trotz mäßiger Musik hatten sie ein paar Mal getanzt. Als er dann zu angeheitert gewesen war, um noch nach Hause zu fahren, hatte sich herausgestellt, dass sie einen großen Schlafsack dabeihatte.

Angelika war pragmatisch und betrachtete die Dinge meist von ihrer funktionalen Seite. Das galt auch für ihr Verhältnis zu Sex. Balduin mochte das, er war schließlich ein Mann. Aber zu behaupten, dass dies der Grund für ihre Beziehung gewesen sei, wäre ungerecht. Er hatte sie aufrichtig gemocht und zuvorkommend behandelt, wie es seine Art war. Ob er sie auch geliebt hatte, war indes eine schwierige Frage für einen Philosophen. Einmal waren sie nach einem Bachkonzert – es war die Ouvertüre in C-Dur – bei einem Glas Wein zusammengesessen. Balduin war noch immer den Tränen nahe gewesen, als sie begonnen hatte, von einem Problem mit ihrer Waschmaschine zu berichten. Da hatte er sich zum ersten Mal einsam in der Zweisamkeit gefühlt. Dennoch hatte es ihn schwer getroffen, als sie ihn zwei Monate später wegen eines Juristen hatte sitzen lassen. Er war auf Arbeitssuche gewesen und hatte die Wahl zwischen einem gut bezahlten Job bei einer Versicherung und dem Bieri-Projekt gehabt, für das er sich schließlich entschied. Niemand hatte das Geist-Gehirn-Problem so prägnant formuliert wie Peter Bieri in seinem Trilemma. Angelika hatte ihm natürlich zu der Stelle bei der Versicherung geraten. Den Geist erforschen, das könne nicht gutgehen, hatte sie zu ihm gesagt. Aber da er ein Träumer sei, werde er ohnehin dieses „komische Projekt“ wählen, da sei sie sicher.

Seine Entscheidung hatte er dann als Single treffen müssen. Bis heute ärgerte ihn die Leichtigkeit, mit der sie seine Wahl damals vorhergesehen hatte. War er so einfach zu durchschauen? Wo war sein freier Wille? Er hatte sich für das Bieri-Projekt entschieden, nicht, weil es „irgendwie dubios“ gewesen wäre, wie Angelika es nannte. Das Gegenteil war der Fall. Es war Forschung an einem der ältesten Rätsel überhaupt, einem Welträtsel sozusagen. Das war keine Träumerei, sondern die Chance bei etwas Großem dabei zu sein. Auch wenn Angelika nichts davon verstand, er würde ihr das Paper unter die Nase halten, sobald sie eine bedeutende Entdeckung gemacht hatten.

Inzwischen war die Trepanation beendet. Der Schädel der Patientin war geöffnet und der Narkosearzt machte sich an einigen Schläuchen zu schaffen. Es würde nicht mehr lange dauern. Eva-Maria schaute Balduin fragend an. Sollten sie jetzt den anderen Bescheid geben? Er nickte ihr zu und sie griff nach ihrem Handy, um eine WhatsApp zu senden.

Eva-Maria hatte mit ihrem andächtigen Blick und ihren langen, glatten Haaren eine Ausstrahlung, die gut zum zweiten Teil ihres Vornamens passte. Sie besaß eindeutig mehr Maria- als Eva-Anteile, wozu ihre Erziehung vermutlich das ihre beigetragen hatte. In einer evangelikalen Gemeinde auf dem Dorf aufgewachsen, war sie Anhängerin der Intelligent-Design-Theorie, nach der die plausibelste Erklärung für die Entstehung des Menschen im Alten Testament, genauer gesagt, im Buch Genesis zu finden war. Fragen nach dem Alter der Erde pflegte sie auszuweichen. Ob das auch ursächlich für ihre gescheiterte Kurzzeitehe gewesen war, war schwer zu sagen. Jedenfalls hatte ihr frisch gebackener Ehemann nicht nur sie, sondern gleich die ganze Gemeinde kurz nach der Vermählung sitzen lassen. Dieser Schicksalsschlag hatte sie aber nicht davon abgehalten, ihre Ausbildung zur biologisch-technischen Assistentin abzuschließen. Viele am Institut konnten nicht nachvollziehen, wie jemand mit solchen Ansichten biologisch-technische Assistentin werden konnte, weshalb Eva-Maria oft im Mittelpunkt der Gespräche stand – jedenfalls dann, wenn sie nicht anwesend war. Wie auch immer, sie gehörte zu Balduins verlässlichsten Arbeitskollegen.

Ein Knacken ließ Balduin aufhorchen. Der riesige Monitor an der Seitenwand des Raumes wurde eingeschaltet. Ab jetzt konnten sie dort jedes Detail der Operation in Ton und Bild verfolgen. Der geöffnete Schädel der Patientin erschien. Balduin hatte freien Blick auf die gewundenen Strukturen des rätselhaftesten Organs des Menschen.

Da ging die Tür auf. Professor Ehrenhardt, der Direktor des Instituts, kam herein, gefolgt von Kohlstätter, dem Projektleiter und Waldemar. Waldemar war Physiker und Informatiker, Balduin hatte ihn im Studium bei einem Seminar über Turing-Maschinen kennengelernt. Als er zum Projekt gekommen war, war Waldemar schon am Institut angestellt gewesen und war eigentlich mit der Programmierung neuronaler Netze beschäftigt. Ehrenhardt wollte ihn jedoch ebenfalls beim Bieri-Projekt haben, so dass Waldemar schließlich wechselte, wenn auch nicht ganz freiwillig. Er fand das Projekt „ein bisschen spiritistisch“, wie er sich in Abwesenheit Ehrenhardts gelegentlich ausdrückte. Jedenfalls waren Balduin und Waldemar sich so wieder begegnet. Inzwischen waren sie Freunde.

Aus dem Lautsprecher tönte die Stimme des Chirurgen: „Wie geht es Ihnen?“ Die Frage war an die Patientin gerichtet.

„Habe mich nie besser gefühlt! Und selbst?“ Balduin zuckte zusammen. Auch wenn er gewusst hatte, dass sie die Patientin wecken würden, kam es ihm jetzt, nachdem er die Trepanation mit eigenen Augen gesehen hatte, unwirklich vor, wie sie putzmunter mit dem Chirurgen scherzte. Es war nicht ungewöhnlich, dass solche Operationen bei vollem Bewusstsein durchgeführt wurden. Das Gehirn erzeugte das Schmerzempfinden für den gesamten Köper – außer für sich selbst. Es war komplett gefühllos. Eine Musikerin hatte einmal bei einer solchen OP gesungen, während ihr ein Hirntumor entfernt wurde. Dadurch konnten sich die Chirurgen sicher sein, dass sie den auditiven Cortex nicht verletzten, der für das musikalische Können der Patientin unerlässlich war.

Heute hätte man die Patientin in der Narkose belassen können, wenn nicht das Experiment gewesen wäre. Das war der kritischste Punkt, den Balduin ihr hatte erklären müssen. Wer möchte schon, dass man ihm bei vollem Bewusstsein am Hirn herumschnippelt? Er hatte ihr das Video gezeigt, auf dem die Musikerin während der Operation „Take me home, country roads“ trällerte. Sie hatte nur genickt. Eine toughe Person!

Auf dem Monitor war nun ihr Gesicht zu sehen. Sie trug eine schwarze Stoffbrille, denn es durfte keinerlei Licht in ihre Augen dringen, das war für das Experiment entscheidend. Danach zeigte der Schirm wieder ihr Gehirn. Balduin spürte, wie die Spannung bei den Anwesenden zunahm. Man hätte eine Stecknadel fallen hören. Der Chirurg hantierte eine Weile mit verschiedenen Geräten herum, dann gab er das verabredete Zeichen. Er hatte den entscheidenden Schnitt gesetzt. Auf dem Bildschirm erkannte man ein Stückchen graue Masse, das nur noch durch einen schmalen Steg mit dem Rest des Gehirns verbunden war. Es war das Sehzentrum. Dieser kleine Hirnlappen war jetzt vom Nervensystem der Patientin getrennt, wurde aber noch durch ihre Blutgefäße versorgt. Ein Stück lebendes Gehirn ohne neuronale Verbindung zu einem Körper!

Der Assistenzarzt hielt zwei haarfeine Elektroden in die Höhe und blickte durch das Glas in ihre Richtung. Kohlstätter nickte ihm zu. Professor Ehrenhardt fixierte das Geschehen im OP wie jemand, der auf keinen Fall eine Sensation verpassen wollte. Kohlstätter gab sich wie immer unbeeindruckt, aber auch bei ihm registrierte Balduin eine ungewöhnliche Anspannung der Gesichtsmuskeln. Eva-Maria hatte glasige Augen und selbst Waldemar schien nervös. Sein überlegenes Lächeln wirkte aufgesetzt. In Balduin herrschte ein Chaos aus sich einander widersprechenden Empfindungen. Ein Gefühl war dabei dominant, doch er war sich nicht sicher, wie er es benennen sollte. War es Hoffnung?

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Balduins Welrätsel – Das Körper-Geist-Problem und die Liebe, ISBN: 9798390510803
jetzt bei amazon.

Das Gewebe der Wirklichkeit – Gerd Ganteför im Gespräch

Eine wesentliche Erkenntnis der modernen Physik lautet: Nichts ist nicht Nichts. Korrekter formuliert: Das Vakuum enthält etwas. Was wir uns als die absolute Leere vorstellen ist in Wirklichkeit ein Meer von Möglichkeiten, in dem „Wirbel“ Teilchen hervorbringen.

Wie soll man das bitte verstehen? Professor Gerd Ganteför, Physiker, Emeritus der Universität Konstanz, Buchautor und bekannter YouTuber hat dafür, wie für viele andere Fragen auch, ein anschauliches Bild parat: Vielleicht ist das Vakuum für uns das, was für den Fisch das Wasser ist, denn der kann sich auch nicht vorstellen, dass Wasser „etwas“ sein soll, weil er nichts anderes kennt.

Dirk Boucsein von philosophies und ich sprachen mit Gerd Ganteför darüber, ob sich das Universum anders verhält, wenn es betrachtet wird (ja!), über die Rolle von Information im Weltbild der Physik und wie sie mit dem Phänomen Leben zusammenhängen könnte und darüber, ob „Scotty, beam me up“ irgendwann Realität werden könnte. Hier wie immer der Teaser. Zum vollständigen Interview geht es hier.

Ist künstliches Bewusstsein möglich? – Dieter Birnbacher im Gespräch (Video)

In Zeiten, in denen ChatGPT in aller Munde ist, durften Dirc Boucsein von philosophies und ich einen Experten in Fragen des Transhumanismus und deren ethischer Bewertung befragen. Mit Prof. Dieter Birnbacher sprachen wir über die Frage, ob der Materialismus das menschliche Bewusstsein erklären kann, ob ChatGPT vielleicht eines Tages bewusst wird und ob der Epiphänomenalismus ein befriedigende Erklärung für der Orgasmus liefert. In folgenden Teaser kann man wie immer hineinschnuppern. Zu vollständigen Interview geht es hier.

Professor Dr. Dr. h. c. Dieter Birnbacher, Jahrgang 1946, ist ein deutscher Philosoph mit den Schwerpunkt Ethik. Er befasst sich unter anderem mit Problemen im Spannungsfeld von Transhumanismus und Biokonservativismus: Inwieweit dürfen und sollen wir die Natur des Menschen verändern? Hat die Unterscheidung von Künstlichkeit und Natürlichkeit ethisches Gewicht? Weitere Schwerpunkte sind Probleme des Epiphänomenalismus, Emotionstheorien und Schopenhauerforschung. Er ist außerdem Vizepräsident der Gesellschaft für Humanes Sterben e. V. und der Schopenhauer-Gesellschaft und Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Giordano-Bruno-Stiftung.

Voodoo-Zauber mit „Hirnscans“ und die Macht der Bilder – Cornelius Borck im Gespräch (Video)

Jeder kennt sie, die „Hirnscans“. Bilder des Gehirns, in denen bestimmte Regionen eingefärbt sind. Meistens handelt es sich dabei um sogeannte fMRTs (für funktionelle Magnetresonanztomotgrafie) bei denen über die Sauerstoffkonzentration des Blutes indirekt die Aktivität von Hirnregionen bestimmt wird. So beeidruckend die Bilder sind, so verführerischt sind sie auch, suggerieren sie doch, man könne mit einem „Scan“ des Gehirns mal eben feststellen, ob Herr Müller gerade an seine Hauskatze denkt. Dieser Eindruck stimmt aber nur sehr eingeschränkt, denn für das Erstellen der Bilder braucht man zweierlei: viel Zeit und viel Statistik.

Dass man letztere behutsam einsetzen muss, wenn man die Wahrheit darstellen (und nicht verzerren) will, hat sich seit Churchills Bonmot, man solle keiner Statistik trauen, die man nicht selbst gefälscht habe, herumgesprochen. Auf „statistische Versuchungen“ im Bereich der Hirnforschung hat Prof. Cornelius Borck mit seinem Artikel „How to Do Voodoo with Functional Neuroimaging“ eindrucksvoll hingewiesen. Über die Macht der Bilder in der Wissenschaft und die großen menschlichen Fragen des Bewusstseins konnten Dirk Boucsein von philosophies und ich mit ihm sprechen. Hier geht es zum Teaser (das komplette Interview erscheint in den nächsten Tagen):

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Professor Dr. med. Cornelius Borck ist ein deutscher Wissenschaftshistoriker und Medizinphilosoph. Er forscht und lehrt am Institut für Medizingeschichte und Wissenschaftsforschung der Universität zu Lübeck. Seine Forschungsschwerpunkte sind Hirnforschung zwischen Medientechnik und Neurophilosophie, medizinische Visualisierungsstrategien, Zeitgeschichte der Medizin und Epistemologie des Unscheinbaren in Wissenschaft und Kunst.

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Alles fließt – wie schon die alten Griechen wussten (zwei Euro ins Phrasenschwein). Dann muss das ja wohl auch für diesen Blog gelten. Und in der Tat – es hat sich einiges geändert. Zur Zeit dreht sich fast alles um Interviews mit Wissenschaftlern und Autoren. Das war nicht immer so, aber ich bin sehr froh, dass das Projekt Zoomposium, das Dirk Boucsein und ich betreiben, so erfreulich verläuft. Andereseits zeigen die Klickzahlen, dass die wenigen Essays aus diesem Jahr mit den Videos absolut mithalten können. Schön, dass auch noch gelesen wird!

Wie es weitergeht – dazu demnächst mehr. Im Moment nur so viel: Erstens: Es geht – natürlich – weiter. Zweitens: Der bereits mehrfach angekündigte Roman wird nun defintiv im Frühjahr erscheinen. Im Moment wird am Cover gearbeitet.

Bis dahin müssen wir gemeinsam aber noch eine Probe bestehen, denn es ist wieder so weit! Ich freue mich sehr, auch in diesem Jahr wieder nominiert zu sein für den „Wissenschaftsblog des Jahres“. Danke an Reiner Korbmann, den ehemaligen Chefredakteur von Bild der Wissenschaft und die Macher von Wissenschaft kommuniziert für die Nominierung! JETZT ABSTIMMEN! Es gibt viele interessante Blogs (siehe Link), aber wer nicht alle anschauen kann, hat trotzdem die Möglichkeit für den bewährten BLOG DER GROSSEN FRAGEN stimmen, auch wenn der inzwischen eigentlich DIE GROSSEN FRAGEN heißt. Wie gesagt – alles fließt.

Wir bedanken uns für Euer Interesse, hoffen auf Eure Stimme und wünschen gesegnete Feiertage und alles Gute für 2023!

Der Tausendsassa – Bernhard Wessling, Autor, Unternehmer und Chemiker

Was haben Kraniche, Fußball und chemische Nicht-Gleichgewichtsprozesse gemein? Nichts, würde man sagen, wenn sie zusammentreffen, kann das eigentlich nur ein Zufall sein. Und genau so ist es! Im neuen Buch von Dr. Bernhard Wessling Was für ein Zufall! – erschienen bei Springer – geht es unter anderem um diese drei Themen. Wessling hat nämlich nicht nur Unternehmen gegründet und chemische Grundlagenforschung betrieben, er hat auch das Verhalten von Kranichen erforscht und hechtet in seiner Freizeit als Torwart nach dem Leder. Und wie das alles mit dem Zufall und dem Wesen der Zeit zusammenhängt, das erklärt er in seinem neuen Buch.
Grund genug für uns, ihm mit unseren „großen Fragen“ auf den Zahn zu fühlen.

Wofür lassen Sie alles stehen und liegen?

Fußball, selbst aktiv ein- bis zweimal in der Woche in einer Altherrenmannschaft spielend (als Torwart und auf dem Feld) oder auch passiv im Fernsehen (ARD Sportschau samstags 18 Uhr); und Kraniche und andere Vogelbeobachtungen.

Welche Themen interessieren Sie am meisten?

Die Entwicklung des Kosmos, des Lebens, die Evolution, das Denken und das Bewußtsein, und bei den letztgenannten Fragen auch, wieviel davon auch bei Tieren zu finden ist (deshalb habe ich jahrzehntelang in meiner Freizeit so intensiv Kraniche erforscht, was zu meinem Buch „Der Ruf der Kraniche“ führte). Hinzu kommt deshalb das Thema „Biodiversität“, wozu ich mit meinem Beitrag zum Artenrettungsprojekt „Schreikranich“ viel beigetragen habe, und durch mein großes Engagement im Kattendorfer Hof (Investor und Geschäftsführer / Biolandwirtschaft) seit langem aktiv beitrage.

Welcher Wissenschaftler fasziniert Sie besonders?

Ilya Prigogine, der die Nicht-Gleichgewichts-Thermodynamik begründet hat, mit der ich schließlich unverständliche und unerwartete Beobachtungen in meiner chemischen Forschung erklären konnte; und das drängte mich etliche Jahre später dazu, das neue Buch „Was für ein Zufall!“ zu schreiben.

Und Charles Darwin mit seiner Evolutionstheorie, weil er sie durch Beobachtungen bei Expeditionen gefunden hat, sowie Alexander von Humboldt, der forderte: Um die Welt zu verstehen, müsse ein Wissenschaftler in der Natur sein, sie fühlen und erleben. Sie sind meine Idole, deren Art zu forschen ich sowohl in meiner chemischen Forschung, als auch in meiner ehrenamtlichen Verhaltensforschung an 4 Kranicharten im Freiland und in der Wildnis in Europa, Asien und Nordamerika praktiziert habe: fühlen, riechen, hören, schmecken, sehen und erleben, mit allen Sinnen.

Und welcher Philosoph?

Eher kein spezieller Philosoph, als vielmehr vieles aus der alten chinesischen Philosophie, von der ich ein wenig während meiner 13 Jahre Leben und Arbeiten in China erfahren habe (ein bißchen davon ist in meinem Buch über den Zufall zu erkennen).

Welche drei Bücher würden Sie den Lesern des Blogs der großen Fragen empfehlen?

Sie meinen, abgesehen von meinen eigenen beiden Büchern? 🤣 [Ja! 😉 – A. S.]
Jacques Monod: Zufall und Notwendigkeit
Ilya Prigogine / Isabelle Stengers: Das Paradox der Zeit
Bonnie Garmus: Eine Frage der Chemie

Welche Musik mögen Sie?

Mit ganz großen Anteilen die Musik der Klassik und der Romantik, darunter v.a. sinfonische Musik, aber auch Piano- (ich spiele selbst, wenn auch schlecht und zur Zeit wenig) und Kammermusik; bevorzugt von Beethoven, Brahms, Tschaikovski, Rachmaninov, Bruckner, Dvorak … und ebenfalls Jazz, höre es aber viel seltener.

Auf welchem Gebiet herrscht heutzutage die größte Unwissenheit?

Meinem Gefühl nach über die Tatsache, daß unsere Welt überhaupt nicht im Gleichgewicht ist: Nichts in unserer Welt ist im Gleichgewicht, alles im Universum existiert nur, weil es selbst und alle seine Teilsysteme und sämtliche Subsysteme der Teilsysteme Nicht-Gleichgewichts-Systeme sind; und über das Phänomen der Emergenz (also der Tatsache, daß auf einer höheren Aggregationsebene der Materie durch Wechselwirkungen neue Eigenschaften und somit neue Gesetze entstehen, das ist aber ein Thema für sich) herrscht weitgehende Unwissenheit.

Was macht eine Frage bedeutend?

Wenn sie (noch) nicht beantwortet ist und ein grundsätzliches Problem des Universums oder des Lebens berührt, aber prinzipiell beantwortbar ist. Deshalb halte ich die Frage nach Multiversen z. B. für irrelevant, weil sie nicht beantwortbar ist

Eine Fee verspricht Ihnen die Antwort auf eine beliebige Frage. Was fragen Sie?

Was ist das Wesen der Zeit? (in anderen Worten: Ist meine neue Hypothese tragfähig?)

Wo sehen Sie Grenzen menschlicher Erkenntnis?

Im Verständnis des Bewußtseins, v.a., weil wir nicht in das Bewußtsein anderer Menschen hineinschauen können, und noch weniger in das Bewußtsein von Tieren. Andere Menschen können wir immerhin befragen und deren Antworten zu interpretieren versuchen, haben also ein paar indirekte Hinweise darauf, was sich in deren Bewußtsein abspielt, aber wir wissen es nicht. Mit Blick auf die Tiere (in meinem Fall Vögel, besonders Kraniche) wissen wir noch viel weniger, weil wir ihre Sprache, ihre Kommunikation nicht verstehen, wir können nur noch viel indirekter zu erahnen versuchen, was sich in deren Köpfen abspielt: Und das ist eine ganze Menge mehr, als die meisten glauben.

Jemand erklärt Ihnen, die Frage nach Gott sei belanglos. Was antworten Sie?

Für mich ist sie belanglos (also ich stimme diesem Jemand zu), für viele andere Menschen nicht, und das respektiere ich. Auch meine atheistische Denkweise ist ein Glaube, so wie ein Glaube an Gott ein Glaube ist: Wir können es nicht wissen, aber für mich wie für diesen Jemand ist die Frage belanglos, d.h., sie berührt mein Leben und mein Denken nicht. Auch deshalb, weil sie prinzipiell nicht beantwortbar ist 

Welche Bedeutung hat der Tod für Sie?

Eine große Bedeutung. Ich wünsche mir, am Ende meines Lebens (das ja unausweichlich ist) bewußt – aber in einem ruhigen, entspannten und schmerzlosen Zustand – zu erleben, daß es nun zuende geht; und dann möchte ich mir sagen können: Ich habe ein bewegtes, spannendes und sinnvolles Leben gelebt. Was soll „bewegt und spannend“ heißen – ich möchte sehr vieles, auch Abenteuerliches, erleben; und „sinnvoll“ – ich möchte wenigstens einen kleinen positiven Beitrag zum Leben (Umwelt, Mitmenschen, also für das Leben anderer inkl der Pflanzen und Tiere, der Ökosysteme) geleistet haben. Daraufhin überprüfe ich so ziemlich alles, was ich unternehme: Mein Leben ist bisher sehr bewegt und spannend, ob insgesamt und im Endergebnis sinnvoll, kann ich erst am Ende sagen.

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Ein interessantes Interview zum Thema Zufall mit Dr. Weßling findet man hier auf dem Blog „Müller denkt“.

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Dr. Bernhard Wessling, Jahrgang 1951, studierte Chemie in Bochum. Er leitete Entwicklungslabors in der chemischen Industrie und gründete mehrere Firmen, zuletzt ein Technologieberatungsunternehmen in ShenZen (China). Daneben erforschte er das Leben von Kranichen. Von ihm erschienen sind:
Der Ruf der Kraniche, Goldmann 2020 und
Was für eine Zufall!, Springer 2022


Google-Lambda hat keinen Leib – Prof. Thomas Fuchs im Gespräch (Video)

Wie entsteht Bewusstsein? Nicht zum ersten (und sicher auch nicht letzten) Mal stellten wir beim Zoomposium diese Frage einem Experten. Der Psychiater und Philosoph Prof. Dr. Thomas Fuchs versucht sich der Antwort ganzheitlich zu nähern. Er kritisiert den herrschenden Neurokonstruktivismus und Vertritt die Ansicht, dass Bewusstsein nur zu verstehen ist, wenn man den Körper und seine Funktionen viel stärker berücksichtigt, als das gemeinhin der Fall ist (Theorien der Verkörperung (Embodiment) und des Enaktivismus).

Außerdem sprachen Dirk Boucsein von philosophies.de und ich mit ihm über die Ansichten des israelischen Historikers Yuval Harari („Homo Deus“), die Veränderung der Gesellschaft durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz in Medizin und Justiz und die Frage, wie die KI von Google-Lambda einen Anwalt verlangen konnte, um gegen ihr Abschalten vorzugehen.

Hier geht es zum vollständigen Zoomposium-Interview. Wer sich zuerst einen Eindruck verschaffen möchte, kann sich wie immer zuerst hier unseren circa fünfminütigen Teaser anschauen.

Prof. Dr. Thomas Fuchs ist Leiter der Sektion „Phänomenologische Psychopathologie und Psychotherapie“ der Klinik für Allgemeine Psychiatrie am Universitätsklinikum Heidelberg, Forschungsstellenleiter der Karl Jaspers-Gesamtausgabe der Heidelberger Akademie der Wissenschaften und Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Phänomenologische Anthropologie, Psychiatrie und Psychotherapie (DGAP).

Der Klartexter – Thomas Naumann, Teilchenphysiker

Die Bonmot-Produktion begann bereits im Vorgespräch zum Interview: Es sei inzwischen nun mal empirisch bestätigt, dass die Welt sich tatsächlich so verrückt verhalte, wie die Quantenmechanik es voraussage. Thomas Naumann, den wir zusammen mit Ilja Bohnet interviewt haben, ist nicht nur Teilchenphysiker und Buchautor, sondern er hat sich auch zu philosophischen und religiösen Themen tiefe Gedanken gemacht. Vor allem aber hat er die Gabe, die Dinge – auch humorvoll – auf den Punkt zu bringen, wovon man sich im Teaser am Ende dieses Beitrags (oder gleich im kompletten Interview) überzeugen kann. Da war es nur folgerichtig, ihn auch um die Antworten auf unsere „großen Fragen“ zu bitten, was er dankenswerterweise getan hat. Die Antworten sind, wie erwartet, prägnant. Aber lesen Sie selbst.

Wofür lassen Sie alles stehen und liegen?

Für einen Sonnenstrahl und ein freundliches Wort.

Welche Themen interessieren Sie am meisten?

Einsteins Frage, ob Gott die Welt auch hätte anders machen können.

Welcher Wissenschaftler fasziniert Sie besonders?

Mich fasziniert Einsteins traumwandlerische geistige Unabhängigkeit.
Aber auch die von Kurt Gödel, Emmy Noether, John Bell.

Und welcher Philosoph?

Buddha. Und wenn Sie den nicht als Philosophen akzeptieren: Spinoza und Laotse.

Welche drei Bücher würden Sie den Lesern des Blogs der großen Fragen empfehlen?

Die Bibel, Brechts Hundert Gedichte und Stefan Heyms König David Bericht.

Welche Musik mögen Sie?

Bachs Passionen und Konzerte

Auf welchem Gebiet herrscht heutzutage die größte Unwissenheit?

Bei der Erkenntnis unserer selbst.

Was macht eine Frage bedeutend?

Wenn sie den Hebel tief ansetzt, uns überrascht und alte Gewissheiten in Frage stellt.

Eine Fee verspricht Ihnen die Antwort auf eine beliebige Frage. Was fragen Sie?

Einsteins Frage, ob Gott die Welt auch hätte anders machen können.

Wo sehen Sie Grenzen menschlicher Erkenntnis?

Es ist schwer zu verstehen, warum es etwas gibt und nicht etwa nichts.
Schon die Griechen sagten: Ex nihilo nihil fit – Von nichts wird nichts.

Was war am Anfang der Welt: Die Gesetze? Und die Materie folgte ihnen?
Oder ist der Kosmos aus Chaos geboren, und wir versuchen heute im Nachhinein,
seine Gesetze zu erkennen?

Jemand erklärt Ihnen, die Frage nach Gott sei belanglos. Was antworten Sie?

Dass es Gott dem Allmächtigen in seiner unermesslichen Weisheit und Güte gefallen hat,
mich zum Agnostiker zu machen – ich dem Frager also zustimme.

Welche Bedeutung hat der Tod für Sie?

Die wichtigste Frage für mich ist:
Gibt es ein Leben vor dem Tode?

Ich achte weniger darauf, wie viele Tage mein Leben hat,
sondern wie viel Leben mein Tag hat.

Ich folge also dem Memento mori aus dem 90. Psalm Davids:
Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.

***

Thomas Naumann ist Honorarprofessor an der Universität Leipzig. Er war am legendären ATLAS-Experiment am CERN beteiligt, bei dem das berühmte Higgs-Boson nachgewiesen wurde und war Gruppenleiter am DESY (Deutsches Elektronen-Synchroton), dem bekanntesten und wohl auch wichtigsten deutschen Forschungszentrum im Bereich Teilchenphysik. Außerdem hat er sich in zahlreichen Vorträgen zu philosophischen Themen zu Wort gemeldet, wie zum Beispiel Einsteins Dialog mit Gott, Bertolt Brechts Verhältnis zur Bibel und dem Verhältnis von Wahrheit und Schönheit.

Zwischen Urknall und „Popper-Keule“ – Thomas Naumann und Ilja Bohnet im Gespräch über die Rätsel des Universums (Video)

Beim Zoomposium durften Dirk Boucsein (philosophies.de) und ich diesmal die beiden Buchautoren Prof. Dr. Thomas Naumann und Dr. Ilja Bohnet interviewen. Die beiden Physiker haben jüngst ein Buch über die offenen Fragen in den Naturwissenschaften veröffentlicht. Es ging aber nicht nur um dunkle Materie und das Comeback von Einsteins kosmologischer Konstante, sondern auch um noch „größere“, weil philosophische Fragen. Unter anderem:

Ist der Kosmos schön und ist Schönheit ein Kriterium für Wahrheit? Warum fand die katholische Kirche die Idee des Urknalls so toll? Ist die Feinabstimmung des Universums ein Hinweis auf einen Schöpfer? Ist die Stringtheorie eine Metaphysik und – falls ja – eine gute? Und wie würde Karl Popper das einschätzen?

Das und mehr findet man hier im Interview auf unserem Kanal Zoomposium. Wer sich zunächst einen Eindruck verschaffen möchte, kann mit diesem Teaser hineinschnuppern:

Geist und Nahtod – Prof. Godehard Brüntrup im Gespräch (Video)

Zusammen mit Dirk Boucsein von philosophies.de hatte ich das Vergnügen den
Philosophieprofessor Godehard Brüntrup von der Hochschule für Philosophie in
München interviewen zu dürfen. Prof. Brüntrup vertritt einen Panpsychismus. Er
steht daher dem Physikalismus und der Idee, Evolution können allein durch
zufällige Prozesse vorangetrieben werden, kritisch gegenüber. Bekannt ist er
außerdem, weil er vor vielen Jahren eine intensive Nahtoderfahrung hatte, von
der er sehr offen berichtet.

Das Interview mit Prof. Brüntrup ist zweigeteilt. Wer sich mehr für die
Metaphysik des Geistes interessiert, der findet hier direkt zu Teil 1. Wer mehr
am Thema Nahtoderfahrung interessiert ist, der kann sich hier direkt Teil 2
anschauen. Und wer sich zunächst einen allgemeinen Eindruck verschaffen
möchte, schaue sich einfach den folgenden 6-minütigen Teaser an.