„Mindfuck“ für Atheisten

Was die Feinabstimmung des Universums über einen Schöpfer aussagt – und was nicht

Feinabstimmung

Feinabstimmung – Warum haben die Naturkonstanten die Werte, die sie haben?

Heute mal eine gute Nachricht für Atheisten: Das Online-Jugendmagazin von WeltN24 mit dem klangvollen Namen kmpkt nahm sich unlängst dieser diskriminierten Glaubensgemeinschaft an. Der Beitrag „Das Universum scheint extra für uns gemacht zu sein“ spricht offen die Anfechtungen an, denen Atheisten immer auf’s neue widerstehen müssen. Und er zeigt schonungslos die scheinbar übermächtigen Gegenargumente, denen die Gottlosen wieder und wieder ausgesetzt sind. Es geht – Sie ahnen es – um die Feinabstimmung des Universums.

Um hier gegenzusteuern, wurde professionell gearbeitet. Im Artikel werden einerseits physikalische Fakten, die als Hintergrundinformation unentbehrlich sind, mit der notwendigen Tiefe präsentiert. Zum Beispiel:

„Deuterium wird auch ‚schwerer Wasserstoff‘ genannt, denn es ist genauso aufgebaut wie Wasserstoff, ist eben nur etwas schwerer.“

Wir können an dieser Stelle nicht ausloten, ob solche Sätze passgenau auf das ästhetische Sprachempfinden und das wissenschaftliche Bildungsniveau des durchschnittlichen Jungatheisten zugeschnitten wurden und ob sie damit exemplarisch für ein Milieu stehen, das sich traditionell intellektuell und wissenschaftsnah zu geben versucht. Wir können es nur vermuten.

Andererseits liefert der Beitrag praktische Argumentationshilfen für den täglichen Überlebenskampf an der ideologischen Front gegen verbohrte Gläubige. So zum Beispiel in seinem Schlussabsatz:

„Glaubst du nicht an diesen allmächtigen Schöpfer und willst gegen [sic!] argumentieren, wirf einfach ein hypothetisches Universum ohne schwache Wechselwirkung in den Raum. Dann weiß dein Diskussionsgegner garantiert nicht mehr, was er sagen soll.“

Man mag die holprige Sprache und das penetrante Geduze unter dem Stichwort Zielgruppenaffinität verbuchen. Offenbleiben muss indes, ob es sich bei der Formulierung „ein Universum in den Raum werfen“ um eine hintergründige philosophische Anspielung oder doch eher um eine Stilblüte handelt. Atheisten in einschlägigen Facebookgruppen fanden dieses Fazit jedenfalls „beruhigend“, während andere den Artikel aufgrund seines Titels gleich komplett verschmähten.

Aber lassen wir solche Andekdoten beiseite und wenden wir uns den eigentlichen Fragen zu: Ist das Universum extra für uns gemacht? Spricht die Feinabstimmung für einen Schöpfer? Und was hat die Frage mit der schwachen Wechselwirkung zu tun?

Kann Gott Gravitation?

Schon in der Zeit vor Isaak Newton stellten sich einige Leute die Frage, warum die Erde so schön um die Sonne kreist, wie sie das zu unser aller Glück tat und immer noch tut. Und die Antwort lautete damals: Es kann nur daran liegen, dass Gott dafür sorgt. Vermutlich hat er ein persönliches Interesse daran, dass die Erde nicht mitsamt den Menschen in die Sonne stürzt oder in den kalten Weiten des Alls verschwindet.

Dann kam Newton und erklärte, die Erde werde durch eine Kraft namens Gravitation auf ihrer Bahn gehalten, woraus einige den Schluss zogen, dann könne Gott nicht dafür verantwortlich sein. Das war jetzt etwas salopp formuliert, die ausführlichere Variante lautet wie folgt: Zwar konnte man schon vor Newton die Bewegung der Planeten mit Hilfe der drei Keplerschen Gesetze berechnen, aber warum diese galten, wusste niemand. Für die himmlische Sphäre war eben Gott verantwortlich. Newton gelang es nun die Keplerschen Gesetze aus seinen Prinzipien Gravitation und Trägheit herzuleiten und gleichzeitig mit diesen Prinzipien irdische Bewegungen wie zum Beispiel fliegende Kanonenkugeln zu berechnen. Seine Gesetze galten quasi wie im Himmel so auf Erden, woraus einige den Schluss zogen, dass es dann auch im Himmel ganz und gar irdisch zugehen müsse und die Planetenbewegung unmöglich nach dem Willen Gottes von statten gehen könne.

Man merkt schon, dass dieses Argument mit Logik nicht so wahnsinnig viel zu tun hat, denn zwar konnte man jetzt die Keplerschen Gesetze durch die Gravitation „erklären“, doch die Gravitation war ja Newtons Setzung und daher selbst erklärungsbedürftig. Man hatte die offene Frage also nur um eine Stufe verschoben und war gewissermaßen unwissend auf einem höheren Niveau (interessanterweise ist die Natur der Gravitation bis heute nicht wissenschaftliche geklärt).

Und Gott? Vor Newton war er für die Keplerschen Gesetze verantwortlich, jetzt für die Gravitation. Aber die Keplerschen Gesetze folgen aus der Gravitation, warum sollten sie also auf einmal „ungöttlich“ sein? Logisch betrachtet war die Entdeckung der Gravitation jedenfalls kein Argument gegen Gott.

Vermutlich hat sich Newton selbst deshalb auch nie in diese Richtung geäußert. Im Gegenteil! Für ihn war klar, dass er herausgefunden hatte, wie Gott die Planeten auf ihrer Bahn hält. Und er war ferner überzeugt, dass der Allmächtige „überall gegenwärtig“ sei und er sah in Raum und Zeit, auf denen seine Mechanik fußte, das „Sensorium Gottes“.

Die Geburt des Lückenbüßergottes

Doch diese Ansicht Newtons sollte, ganz im Gegensatz zu seiner Mechanik, nicht tonangebend werden. Das Argument vom „Lückenbüßergott“ war in der Welt: Was der Mensch verstanden hatte, oder jedenfalls zu verstehen glaubte, das konnte nicht göttlich sein und daher konnte Gott sich allenfalls dort „aufhalten“, wo die Wissenschaft die Zusammenhänge noch nicht geklärt hatte. Beispielhaft kommt diese Haltung in dem französischen Mathematiker Pierre-Simon Laplace zum Ausdruck. Napoleon Bonaparte soll ihn gefragt haben: „Newton sprach in seinem Buch von Gott. Ich habe das Ihrige schon durchgesehen und dabei diesen Begriff kein einziges Mal gefunden.“ Worauf Laplace erwidert habe: „Bürger und Erster Konsul, ich habe dieser Hypothese nicht bedurft.“

Doch schieben wir mal die Einwände gegen das Lückenbüßerargument bei Seite und folgen Herrn Laplace. Dann kommt es mit dem Fortschritt der Wissenschaft zu einer Art „Raumnot Gottes“. Jedenfalls sieht es danach aus. Wer gegenhalten will, kommt unweigerlich in die Defensive und fällt in den „ja-aber-Modus“. Zum Beispiel so.

Laplacefan: Newton hat gezeigt, dass die Planetenbewegung nach ganz normalen Gesetzen verläuft, damit kann Gott nicht dafür verantwortlich sein.

Verteidiger: Jaaa, das mag sein, aber trotzdem wissen wir nicht, warum Erde und die Sonne überhaupt da sind. Nur Gott kann sie hervorgebracht haben.

L: Nein, nach überzeugenden Theorien ist das Sonnensystem vor rund 4,5 Milliarden Jahren aus einer Gaswolke entstanden ist. Durch die Gravitation hat sich die Materie verdichtet und so entstanden die Sonne und die Planeten. Gott brauchte dabei nichts zu tun.

V: Jaaa, schon möglich, aber die Bestandteile der Gaswolke müssen ja irgendwo herkommen. Nur Gott kann sie geschaffen haben.

L: Nein, dabei handelt es sich um Wasserstoff, der im All in großen Mengen vorhanden ist und um andere Elementen, die durch Kernfusion in noch älteren Sternen entstanden sind. Funktionierte alles sehr gut ohne Gott.

V: Jaaa, mag sein, aber auch der Wasserstoff und die Gaswolken, aus denen die älteren Sterne entstanden sind, müssen ja irgendeinen Ursprung habe. Das kann nur Gott sein.

L: Nein, der Wasserstoff ist kurz nach dem Urknall entstanden und alle frühen Sterne haben sich daraus entwickelt. Gott hat hier…..

 Die beiden Probleme mit dem Urknall

Wie man sieht, ist der Laplacefan im Vorteil. Nur: In jeder Diskussion dieser Art landet man früher oder später beim Urknall. Und hier wird es etwas komplizierter.

Die gängige Erklärung für den Urknall lautet, er sei durch eine zufällige Fluktuation im Quantenvakuum ausgelöst worden. Nicht gerade eine „Erklärung“ im, sagen wir, klassischen Sinne, aber lassen wir sie mal als solche durchgehen. Nach dem Urknall kann man nun die Entwicklung des Universums im Großen und Ganzen durch mathematische Modelle darstellen. Diese können zum Beispiel berechnen, dass nach einer gewissen Zeit Sterne entstanden sein müssen. Doch dabei gibt zwei grundsätzliche Probleme.

Erstens: Bei den Berechnungen spielen Naturkonstanten wie die Lichtgeschwindigkeit oder die Masse eines Elektrons und andere physikalische Randbedingungen eine große Rolle. Die Werte dieser Naturkonstanten können die Modelle jedoch nicht vorhersagen, sondern sie müssen in der Natur gemessen und dann, quasi von „außen“, in die Formeln eingefügt werden. Das heißt, es gibt zwar eine wissenschaftlich sinnvolle Antwort auf die Frage „Warum sind im Universum Sterne entstanden?“ aber es gibt keine solche Antwort auf die Frage „Warum hat das Elektron gerade die Masse 9,1 mal 10 hoch minus 31 Kilogramm?“ Hat sich der Lückenbüßergott also nur deshalb aus all den genannten Bereichen zurückgezogen, um bei den Naturkonstanten ganz groß aufzutrumpfen?

Doch es kommt noch dicker, wenn man sich die Frage stellt, warum im Universum Leben entstehen konnte. Die wissenschaftliche Antwort lautet zunächst: Evolution! Klar. Aber Evolution kann nur unter bestimmten Voraussetzungen stattfinden. Zum Beispiel braucht das Universum eine hinreichende Menge an freier Enthalpie, das heißt, es müssen Energiequellen, also Sonnen, vorhanden sein. Keine Sonnen, keine Evolution. Keine Evolution, kein Leben.

Und hier lauert das zweite große Problem: Die Naturkonstanten, die man vorfindet, scheinen mit einer geradezu hirnrissigen Präzision genau so eingestellt worden zu sein, dass im Universum Leben entstehen kann. Zum Beispiel dürfte man den Wert von Newtons Gravitationskonstante sage und schreibe erst in der 10 hoch 60stern Stelle nach dem Komma verändern, um die Entstehung von Sonnen im Universum nicht zu gefährden. Und dabei sind all die anderen Naturkonstanten noch gar nicht berücksichtigt. Da räumen selbst Forscher ein, die theistischen Spekulationen völlig unverdächtig sind, wie beispielsweise Stephen Hawking:

„Es ist bemerkenswert, dass die physikalischen Bedingungen scheinbar sehr fein aufeinander abgestimmt wurden, damit sich Leben entwickeln kann.“

Dieses Phänomen wird als Feinabstimmung des Universums bezeichnet.

Wie man einen „Gottesbeweis“ umschifft

Klingt verdächtig nach einem Gottesbeweis. Aber auch wenn es natürlich letztlich keiner ist, stellt sich für Atheisten die Frage, wie sie aus dieser Nummer wieder herauskommen.

aphorismen1Der bekannteste Vorschlag dafür ist der des Multiversums: Es existieren Myriaden von Universen in denen alle denkbaren Kombinationen von Naturkonstanten verwirklicht sind. Und wir befinden uns natürlich in einem gastfreundlichen Exemplar. Voilà.

Auch wenn er heutzutage von vielen Wissenschaftlern vertreten wird, ist dieser Vorschlag offensichtlich eine pseudorationalistische Erklärung, denn die anderen Universen sind ebensowenig nachweisbar wie Gott. Es handelt sich also eindeutig nicht um Naturwissenschaft, sondern um naturwissenschaftlich inspirierte Metaphysik.

Der kmpkt-Artikel, und das muss man ihm wirklich als Pluspunkt anrechnen, geht auch konsequenterweise auf diesen Vorschlag gar nicht ein. Er zieht sich auf andere Art aus der Affäre und zwar indem er zu zeigen versucht, dass es vielleicht doch gar keine Feinabstimmung gibt.

Zur Feinabstimmung gehören neben den Naturkonstanten nämlich auch andere Randbedingungen, wie zum Beispiel die Tatsache, dass es vier physikalische Grundkräfte gibt. Und hier zeigt der Beitrag in einem „Mindfuck“, wie er es selbst formuliert, dass auch ein bewohntes Universum mit nur drei physikalischen Grundkräften denkbar ist. Die sogenannte schwache Wechselwirkung wäre nach Ansicht einiger Wissenschaftler nämlich entbehrlich, wenn die Sonne aus Deuterium, statt aus normalem Wasserstoff bestünde. Ob diese Möglichkeit allerdings eine Erklärung für die ungeheure Präzision der Naturkonstanten obsolet macht, darf indes bezweifelt werden.

Und leider übersieht der Autor dabei eines: Selbst, wenn es keine Feinabstimmung gäbe, wäre die Frage nach den Werten der Naturkonstanten oder der Anzahl der Grundkräfte nach wie vor ungeklärt. Und damit würde es nicht bedeuten, dass Gott beim Urknall beschäftigungslos gewesen wäre. Sondern lediglich, dass er die Wahl gehabt hätte.

 

Weitere Links zum Thema:

Moderne Kosmologie und Feinabstimmung – Prof. Dr. Peter C. Hägele (pdf)

 

Abbildung: Screenshot youtube
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30 Kommentare zu “„Mindfuck“ für Atheisten

  1. Find es ja ehrenwert, dass du den kmpkt-Blödsinn offenlegst, hätte es aber wirkungsvoller gefunden ohne die etwas eigenartigen Versuche, Seitenhiebe einzubauen.
    Danke jedenfalls!
    Nicht verstanden habe ich diesen Absatz:
    „Klingt verdächtig nach einem Gottesbeweis. Aber auch wenn es natürlich letztlich keiner ist, stellt sich für Atheisten die Frage, wie sie aus dieser Nummer wieder herauskommen.“
    Was willst du damit sagen?

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    • Danke für das Feedback.
      Möglicherweise hast Du recht und kmpkt ist kein würdiger Aufhänger für ein doch recht bedeutendes Thema. Ich neige halt manchmal zum Blödeln…

      Mit dem Absatz wollte ich sagen: Es scheint zunächst ein Gottesbeweis zu sein, denn nach dem ganzen „Jaaa, aber…“ scheint man an einem Punkt angekommen zu sein, bei es wirklich nur Gott gemacht haben kann. Wenn man ihn aber nicht als solchen akzeptieren will, muss man sich etwas anderes einfallen lassen, um „aus der Nummer raus zu kommen“.

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      • Dann sehe ich glaubich nicht, wie man zu diesem Punkt kommt. Und wenn du da bist, ist es für dich doch ein Beweis? Warum schreibst du dann, es wäre keiner?
        Magst du das erläutern? Würde mich interessieren.

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      • Ok, wenn ich mich ranhalte, schaffe ich gerade noch die Antwort zur versprochenen Zeit.
        Ich bin nach Deiner Frage auch nochmal in Grübeln gekommen. Was ich sagen wollte, war folgendes:
        Erstmal gibt es natürlich keine Gottesbeweise, davon gehe ich aus. Es gibt auch keine Beweise gegen Gott, jedenfalls nicht, wenn man ihn entsprechend definiert (weites Feld). Es gibt nur Indizien für oder gegen einen Gott.
        Die ganze „Wissenschaft verdrängt Gott“-Argumentation kann man nun als Indiz gegen Gott werten. Dann landet man aber irgendwann zwangsläufig bei der Feinabstimmung und die ist nun wiederum erst einmal ein starkes Indiz für Gott, denn es existiert scheinbar doch eine Lücke, die die Naturwissenschaft nicht schließen kann.
        Und deshalb sind jetzt, nachdem die „Gläubigen“ zig mal „Ja, aber“ sagen mussten, erstmals wieder die Atheisten in der Defensive und müssen sich etwas einfallen lassen, um „aus der Nummer rauszukommen“.

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  2. Leider falscher Ansatz. Wir müssen uns zuerst fragen was Götter sind. Götter sind Personifikationen von Dinge, z.B. Sonne, Himmel, Mond, Weisheit … Was ist dann also ein Monogott (YHWH, Gott, Allah, Aton ….)? Alte Monogötter waren Personifikationen der Lichtenergie und damit kann man natürlich alles sagen und genau darum geht es. In keiner Religion geht es um Lichtenergie – es geht vielmehr darum Menschen ein kollektives Über-Ich zu generieren. Auch in der Bibel steht was ein Monogott ist: Gott ist Licht. (Johannes) oder in der Lichtsure des Koran: Allah ist das Licht des Himmels und der Erde.

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    • Ohne Zweifel eine interessante Überlegung, dass viele Urgötter die Lichtenergie symbolisieren, wenn man bedenkt, dass der Urknall ja so etwas wie ein Lichtausbruch war. Man denke auch an den Blitz der Kabbalisten, der aus dem Ain Soph Aur emaniert wird. Wäre sicher mal einen Artikel wert.
      Hier ging es allerdings um etwas anderes, nämlich die Frage, welche Erklärungen für die Feinabstimmung denkbar sind und ob das Multiversum tatsächlich eine bessere Erklärung als „Gott“ ist.

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      • Axel, seit wann ist „eine bessere Erklärung“ ein Multiuniversum als Gott?
        Wie kann es sein, dass Vielfalt „eine bessere Erklärung“ als die Einheit ist?
        Was ist die Ursache und was Wirkung?
        Was die ursachlose Ursache, die ewig,außerhalb von Zeit und Raum seiend, was jedoch diese beide Elemente kosmischer Vergänglichkeit aus sich und in sich formen läßt und damit auch alle Welten samt Wesen wie Seifenblasen erscheinen und vergehen?

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      • Muktananda13, „Erklärung“ ist vielleicht nicht ganz das richtige Wort. Wenn, dann geht es um eine metphysiche Erklärung und nicht um eine naturwissenschaftliche.
        Da in meinen Augen sowohl Gott als auch Muliversum metaphysische „Erklärungen“ sind, hat man die Wahl, welche einem besser gefällt.
        Ich persönlich finde das Multiversum als spekulative Idee interessant. Aber was ich davon als metaphysische Erklärung halte… Ich dachte eigentlich das sei deutlich geworden, auch wenn ich es nicht explizit hingeschrieben habe.
        In manchen FB-Gruppen gelte ich schon als „Strenggläubiger“. :-))))

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  3. Der Verstand lebt als Gefangener im selbst errichteten Fragen- und Vorstellungen Labyrinth.
    Doch dabei übersieht er die einzig notwendige Frage: „WER oder WAS BIN ICH“?

    Als atheistisches „ICH“ stellt er sich innerhalb von Zeit-Raum -Gebilde vor, es gäbe alles separat, ihn inklusive- und das unzertrennliche Leben als absolut getrennte Einheiten infolge von Zufall mit/und oder ohne Naturgesezmäßigkeiten- hierzu Zeit-Raum als absolute Realität ansehend.
    Als theistisches „ICH“ stellt er sich einen Gott vor, der außerhalb seines ist und entweder gut oder böse sein kann- ebenso vielen Theorien, Dogmen, Philosophien und Doktrinen ausgesetzt wie das atheistische „Ich“.
    Obwohl das „Ich“ lebt und denkt, übersieht es das Leben als Gedanke.

    Ein vergänglicher schwarzer Punkt wird den unvergänglichen Ozean des Lichts nie verstehen.

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  4. Was jetzt, muss ich als Christ jetzt Krationist oder mindestens ID-Anhänger sein? Gott bewahre!

    Vor allem beweist weder die Feinabstimmung Gott, noch brauchen Atheisten Multiversen. Wenn ich einmal würfeln darf ist es doch auch kein Wunder, wenn ich ne 6 werfe, die ist schließlich auch nicht unwahrscheinlicher als jede andere Zahl. Und die 6 nun bedeutet, dass ich weiterleben darf, dann muss sich doch keiner wundern, der fähig ist, sich zu wundern, dass es „zufällig“ genau ne 6 war.

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    • Natürlich muss man – um Gottes Willen – kein Kreationist sein. Wer sagt das?

      Die Erklärung für die Feinabstimmung, die Sie anführen, ist die des Zufalls. Das ist, neben Schöpfer und Multiversum, eine weitere Möglichkeit einer „Erklärung“, die vertreten wird. Aber die Wahrscheinlichkeit für einen glücklichen Zufall ist hier nicht wie in Ihrem Beispiel 1/6 (also etwa 17%), sondern geradezu aberwitzig klein, irgendwo deutlich unterhalb von 1 zu 10 hoch 60. Das sollte einem klar sein.

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      • Wenn man exakt einmal würfelt, spielt die Wahrscheinlichkeit keine Rolle! Also ist es auch egal, wie groß oder gering die Wahrscheinlichkeit ist!

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  5. Der Haken liegt wohl daran, dass wir, wenn wir von Gott reden,immer den großen Schrauber im Hinterkopf haben, der da als Schöpfer Himmels und der Erden herumgewerkelt hat. Das steht zwar so ähnlich in der Bibel, aber dort steht auch: Du sollst dir von Gott kein Bildnis machen. Wenn ich mir Gott als den großen Schrauber vorstelle, dann aber mache ich mir ein Bildnis. Also sollten wir es besser mit den alten Griechen halten, die wenn, dann vom göttlichen oder der Gottheit (Sokrates) sprachen, oder an den Buddha Gotama. Der verweigerte sich als Religionsstifter der Spekulation über einen ewigen Schöpfergott – für ihn waren Götter zwar langlebig, sterblich und aber konnten erst in ihrer Wiedergeburt als Mensch zur Erlösung finden. Kurz: Man sollte sich von Gott wirklich kein Bildnis machen und vom großen Schrauber mit Rauschebart verabschieden. Wenn es Gott gibt, dann ist er anders – und wenn er sich unter Menschen begeben sollte – wer weiß, vielleicht gälte er als Atheist.

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  6. Der Verstand ist anfänglich Hilfe, doch gleich Hindernis für denjenigen, der die Wirklichkeit erreichen will.

    Die Wirklichkeit ist der Zustand jenseits aller Logik und Gedankenkraft, hinter den Gefühlen und auch aller Form.

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  7. Der nur an Wirklichkeit oder Göttlichkeit Denkende bleibt entweder nur ein Philosoph oder Atheist; der gleichermaßen daran denkt und fühlt, wird Opfer der Religionen durch Glaube und Dogmen als Gläubiger, Priester oder gar Mönch.
    Alle drei Arten werden leicht überzeugte Fanatiker, die nur das glauben, was Andere und ihre eigenen vergänglichen Sinne und der leicht täuschbare, limitierte Verstand ihnen erlauben.

    Es gibt nur eine Methode, nur einen Weg, um die Wirklichkeit festzustellen: das Erleben oder Erproben durch direkte Wahrnehmung- jenseits von allen Gedanken, Vorstellungen, Dogmen, Doktrinen, Philosophien, Legenden, Phantasmen und wirren Gefühlen.
    Dies nent man „Meditation“.

    Eine Suppe müßte man selbst kosten, um es entweder gleich auszuspucken oder zu genießen.

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  8. Das erste Opfer einer Ideologie ist der Glaubende, das zweite ist der Ablehnende und alle anderen sind die Mischung dieser.
    Der Kluge ist derjenige, der sie erst tatsächlich prüft und methodisch feststellt ob, wie, wie lange und für wen oder was sie Geltung genießt.
    Dieser wird irgendwann zum Weisen.

    Das macht den Unterschied zwischen Belesener, Gelehrter und Weisen aus.
    Theorie alleine macht nicht satt, sondern nur Wissensdurst.

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    • Guter Link mit sehr vielen Infos.
      Ein bisschen Wasser muss ich aber leider in den Wein gießen: Zunächst steht da richtigerweise, die Multiversumstheorie sei nur „indirekt“ prüfbar. Unter Abb. 2 wird dann aber doch wieder behauptet, sie sei „empirisch testbar“. Wenn man diese Falschinformation noch entfernen würde, wäre das ganze noch stimmiger.

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  9. Also Antim. – und Materie zerstrahlen sich und emmitieren elektromagnetische Strahlung nebst Photon. Der umgekehrte Prozess wird schon lange für möglich gehalten. Das wäre doch ein poetischer Gedanke wenn Gott das materielle Universum aus einem Lichtsrahl entfaltet hat.

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  10. Was ist Materie?
    Was emmitiert sie, woher und wohin?
    Was ist Strahlung?
    Was Photonen?
    Was ist der Ursprung aller Energieformen?
    WAS IST ENERGIE?
    WAS BEWUSSTSEIN?

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  11. Klugheit bedeutet nicht, Essays aus dem Denken, mit dem Denken, über das Denken und für das Denken zu schreiben, sondern aus dem Herzen ,mit dem Denken für das Herzen zu schreiben.

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  12. Betr. Zwei Sätze des Textes unter dem Link von Mart Tin vom 5. Juni 2018 um 12:02:

    Zitat: „Wir finden ein Universum vor, das in einem unvorstellbaren Grad geordnet … ist“

    Ja, diese „Ordnung“ ist uns unbekannt und unvorstellbar.

    Zitat: „Seine Ordnung gehorcht mathematischen Prinzipien, die der menschliche Geist … erfassen kann.“

    Das ist Quark: Ordnung, Gehorsam, Mathematik, Prinzip… sind sämtlichst Ideen unseres vorzugsweise linear funktionierenden menschlichen Verstandes – mehr nicht. Wenn unsere Denk-Schablonen gelegentlich auf einen winzigen Ausschnitt der Wirklichkeit zu passen scheinen, können wir „Heureka!“ rufen und Bücher füllen, haben damit aber nichts Relevantes verstanden.

    Das Universum gehorcht nicht unseren kleinen mathematischen „Prinzipien“. Das ist einfach nur albern. Denn das würde ja voraussetzen, daß unsere mathematischen (logischen) Ideen größer wären als das Universum. 🤗

    Unsere Haupt-Denk-Art ist linear. Das Universum zeigt uns aber seine Komplexität, die wir mit unseren Sinnen (incl. aller kognitiver Fähigkeiten) nicht erfassen, nicht einmal erahnen können.

    Um das Universum wenigstens im Ansatz verstehen zu können, müßten wir mindestens spielend organisch denken können. Aber dafür ist unser Tages-Verstand nicht ausgelegt.

    Dennoch: Einiges läßt sich mit unseren kindlichen „Prinzipien“ abbilden und manches funktioniert sogar „objektiv“. Hier können wir forschen und unseren Wohlstand (oder Untergang) generieren, aber verstanden… haben wir deshalb noch nichts.

    Ein blindes Herantasten an die Wirklichkeit… trifft es schon eher.

    Könnten wir auch nur ein klein wenig organisch denken, dann gäbe es z.B. keinen Plastik-Müll in den Meeren, denn dann gäbe es gar keinen Müll. Dann gäbe es keine Kernkraftwerke, also auch keinen radioaktiv strahlenden Abfall.

    Die meisten Probleme generieren wir, weil wir (vorzugsweise bis NUR…) linear, also logisch denken.

    Das heißt nicht, daß uns nicht mehr zur Verfügung steht, doch
    alles Weitere geht dem Verstand über sein Fassungsvermögen.

    Jeder Handwerker kennt die Begrenztheit seiner Werkzeuge – der Wissenschaftler offenbar noch nicht. Doch das ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine gute Arbeit !

    .
    „Das Erfinden ist kein Werk des logischen Denkens,
    wenn auch sein Endprodukt an die logische Gestalt
    gebunden ist.“ – sagt Albert Einstein

    „…gebunden zu sein s c h e i n t “ muß es hier heißen.

    Denn auch das Endprodukt einer Erfindung ist nicht wirklich an die „logische Gestalt“ gebunden. Das scheint uns bloß so… in der Rückschau.

    Und ja: Erfinden ist kein Ergebnis logischen Denkens.

    Die LOGIK ist bloß eine Art Schraubendreher des Verstandes. Als unterstützendes Hilfs-Werkzeug ist sie gelegentlich nützlich – ansonsten hat sie keinen Wert.

    Der Grad der Geistigen Reife eines Menschen ist von größerer Bedeutung. Der Grad seiner Bewußtheit, der Grad an Bereitschaft zur Wahrhaftigkeit, seine Fähigkeit, vertrauen zu können.

    Dies alles ist von hohem Wert;
    die Logik hat nur Hilfsfunktion.

    Soll aber eine Maschine konstruiert und gebaut werden, soll etwas tabelliert werden oder steht der nächste Einkauf an, zeigt sich die Logik als praktisches, also nützliches Instrument.

    Für Unwesentliches ist der Verstand
    nütze, für Wesentliches ist er zu klein.

    Für die Wissenschaft reicht er im im Großen Ganzen aus, da sie derzeit nicht besonders anspruchsvoll ist.

    Eine gute Nacht
    wünscht Nirmalo

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  13. Ich bin zufällig hier gelandet. Die Diskussion halte ich schon für, sagen wir etwas freundlich, für akademisch. Was wäre wenn das Wasserstoffatom andere Konstanten hätte. Diese Frage steht nicht wirklich, da es keine Möglichkeit gibt, diese Konstanten jemals zu ändern oder nicht? Oder ändern sie sich vielleicht irgendwann doch, weil sie in der Raum-Zeit doch nicht konstant sind? Eine solche Diskussion ist irgendwo unfruchtbar. Desweiteren fällt mir auf, dass hier irgendwie davon ausgegangen wird, dass irgendwelche physikalischen Gesetze etwas erklären würden. Das ist Blödsinn. Physikalische Gesetze sind nichts weiter als mathematische Modelle, die das Verhalten einer Realität näherungsweise, und das manchmal mit erstaunlicher Genauigkeit, voraussagen (berechnen) können. Irgendwann trifft man dann auf die „Singularität“ und das wars dann, ein neues Modell muss her – siehe Gravitation. Das beste Modell für das Universum ist immer noch das: Es besteht aus mehr oder weniger stark gekoppelten Oszillatoren auf unterschiedliche Scalen. Diese Nichtlinearität ist nur im Grenzfall näherungsweise linear (ein physikalisches Gesetz).
    Ich habe selbst Untersuchungen zu solchen extremen Nichtlinearitäten durchgeführt. eine erste Zusammenfassung ist hier zu finden:
    http://www.planetare-korrelation.eu/index_htm_files/Vortrag-seon-2002.pdf
    Speziell zu Erdbeben gibt es weitere Artikel auf der HP.
    Was aber im Moment viel interessanter ist als die „Feinabstimmungsproblematik“, sind die Technologische Singularität und das Fermiparadoxon. Dazu habe ich hier eine Zusammenfassung in einem Essay: http://www.nanina-roman.de/index_htm_files/Von%20der%20Dystopie%20zur%20Utopie.pdf

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    • Die Frage, ob es einen Spielraum bei den Naturkonstanten gab, in dem Sonnen und damit auch Leben im Universum entstehen konnte, halte ich jetzt schon für legitim. Es wäre ja auch denkbar, dass man bei allen Naturkonstanten ein Spiel von, sagen wir, 10% gehabt hätte. Dem ist aber nicht so. Das ist schon ein interessanter Befund, auch wenn man natürlich nicht weiß, ob darauf je eine Antwort gefunden werden kann.
      Bei den mathematischen Modellen stimme ich Dir völlig zu. Sie sind Modelle und gar keine Erklärungen im eigentlichen Sinne. Deshalb kann man aus ihnen eben auch keine Existenzaussagen für Multiversen oder ähnliches ableiten. Leider haben das manche Wissenschaftler recht erfolgreich verdrängt. Dazu kommt übrigens demnächst ein Artikel.

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