DeMaiziera
„Wir sind nicht Burka!“: Der Innenminister der Kanzlerin prescht vor

Es ist Wahlkampf! Tommi de Maizière, eines der gefährlicheren Schoßhündchen von Angela M., hat sich aus dem Fenster gelehnt und zehn steile Thesen zum Thema Leitkultur formuliert. An sich war das unnötig, denn seine Chefin hat unlängst schon Letztgültiges zu diesem Thema von sich gegeben. Wir erinnern uns: Man solle Weihnachtslieder (O-Ton Merkel: „…Tam-tam-tam und, äh, Schneeglöckchen Weißröckchen oder was weiß ich [artiger Applaus]“) doch bitte pflegen, „Liedzettel kopieren“ und „einen der noch Blockflöte spielen kann, oder so, mal bitten“, dann sei das mit der Leitkultur mehr oder weniger geritzt.

Trotz dieses ausgearbeiteten Konzepts seiner Vorgesetzten prescht de Maizière nun vor. Aber gleich sowas von: „Wir sind nicht Burka!“ Logisch, möchte man erwidern, wir sind ja noch Papst, nachdem Benedikt XVI. erst vor kurzem glücklich seinen 90. Geburtstag feiern konnte.

Aber mal im Ernst: Was hat ihn denn da geritten? Man weiß es nicht! Wollte er der AfD mal so richtig zeigen wo der Hammer hängt – nach dem Motto: Populismus können wir auch!? Oder wollte er sich deutlich von den Grünen abgrenzen? Das kann eigentlich nicht sein, da diese Partei ja seit 2015 die verlässlichste Stütze merkelscher Politik ist. Andererseits: Nachdem der grüne Bundespräsident von Österreich jüngst mit seinem sinngemäßen „Sind wir nicht alle ein bisschen Kopftuch?“  der „Burka für alle“ quasi den Weg geebnet hat, schwante vielleicht sogar dem Tommi, dass da etwas schiefläuft.

Aber wahrscheinlich wollte er auch einfach nur von anderen Themen ablenken. Es wurde ja gerade erst die aktuelle Kriminalitätsstatistik veröffentlicht. Und wenn man bedenkt, dass innere Sicherheit und Grenzschutz in den Zuständigkeitsbereich des Innenministers fallen, ist Tommi ja so etwas wie der „Eddie the Eagle“ unter den Ministern (Wintersportfans werden sich erinnern). Da bietet es sich natürlich geradezu an, mit ein wenig unverbindlichem Leitkulturgelaber von den harten Fakten abzulenken.

Wie gesagt: Es ist Wahlkampf! Das Thema „Leitkultur“ wird uns also noch eine Weile begleiten. Und nach der Wahl werden dazu echt harte Entscheidungen auf uns zukommen. So sicher wie Schäubles Steuerentlastung – mindestens!

Verwendete Fotos: screenshots bei YouTube